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Rohstoffindustrie: Stahlproduktion bricht um die Hälfte ein


Produktionsrückgang  

Stahlproduktion bricht um die Hälfte ein

07.04.2009, 15:14 Uhr | oca, dpa-AFX, t-online.de

Rohstahlproduktion bricht im März um 50 Prozent ein Rohstahlproduktion bricht im März um 50 Prozent ein (Quelle: ddp) Die deutsche Eisen- und Stahlproduktion ist in den vergangenen Monaten beispiellos eingebrochen. Im März wurden 2,1 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt, ein Minus von 49,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zugleich wurden 1,3 Millionen Tonnen Roheisen produziert, 50,3 Prozent weniger als im März 2008. Für beide Produkte ist dies das größte Minus seit der Wiedervereinigung.

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Alte Bundesländer noch stärker betroffen

Die alten Bundesländer allein verzeichneten bei der Rohstahlproduktion ein Minus von 50,5 Prozent, das ist der stärkste Einbruch, der dort jemals gemessen wurde. Im ersten Quartal 2009 wurden bundesweit 4,5 Millionen Tonnen Roheisen hergestellt, ein Minus von 40,6 Prozent. Zugleich wurden 7,3 Millionen Tonnen Rohstahl produziert, was einem Rückgang von 39,4 Prozent entspricht.

Salzgitter verzichtet vorerst auf Kündigungen

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter will unterdessen einem Pressebericht zufolge trotz des Nachfrage-Einbruchs auf Kündigungen verzichten. Der Vorstand habe einer entsprechenden Forderung von Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall zugestimmt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen Brief der Konzernführung an die Mitarbeiter. Salzgitter-Chef Wolfgang Leese vermeide mit der Einigung einen Konflikt mit dem Betriebsrat. Abgeschreckt haben dürften ihn auch die Proteste bei ThyssenKrupp.

Deutsche Stahlproduktion bricht ein (Grafik: dpa)Deutsche Stahlproduktion bricht ein (Grafik: dpa)

Demo gegen Stellenabbau

Rund 12.000 Beschäftige von ThyssenKrupp hatten in Duisburg gegen einen drohenden Stellenabbau bei Deutschlands größtem Stahlproduzenten protestiert. Sie reagierten damit auf Äußerungen von Konzernschef Ekkehard Schulz, der angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen bei dem Traditionsunternehmen nicht ausgeschlossen hatte. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall und stellvertretende Aufsichtsratschef der ThyssenKrupp Steel AG, Detlef Wetzel, forderte auf der Kundgebung unter dem Motto "Fünf vor zwölf" einen Verzicht des Stahlriesen auf betriebsbedingte Kündigungen. ThyssenKrupp müsse andere Antworten auf die Umsatzrückgänge entwickeln als ein reines Sparprogramm auf Kosten von Arbeitsplätzen, sagte Wetzel.

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