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Banken: IWF warnt vor immer mehr toxischen Papieren


Internationaler Währungsfonds  

IWF warnt vor immer mehr toxischen Papieren

07.04.2009, 14:18 Uhr | bv, dapd, dpa-AFX, t-online.de

Gift in den Bilanzen - Gefahr durch toxische Wertpapiere (Quelle: imago images)Gift in den Bilanzen - Gefahr durch toxische Wertpapiere (Quelle: imago images) Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nach Angaben der Londoner Zeitung "The Times" davor gewarnt, dass sich die Summe toxischer Wertpapier in den Bilanzen von Banken und Versicherungen auf bis zu vier Billionen US-Dollar erhöht hat. Im Januar habe der IWF noch erwartet, dass die Summe wertloser Papiere aus den USA bis Ende 2010 auf 2,2 Billionen Dollar ansteigen würde. In der nächsten Einschätzung, die am 21. April veröffentlicht werden soll, sei jetzt schon von 3,1 Billionen Dollar die Rede, so die "Times". Dazu kämen weitere 900 Milliarden Dollar von Papieren, die aus Europa und Asien stammen.

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Verluste nehmen weiter zu

Bisher hätten Banken und Versicherungen nur 1,3 Billionen Dollar an giftigen Papieren in den Büchern. Die Verluste würden aber wegen der fortschreitenden Rezession zunehmen und sich zu den Schulden hinzuaddieren, die durch zweitklassige Kredite angefallen seien. Der IWF könne seine neue Prognose bis zum Monatsende sogar noch einmal revidieren, schreibt die Zeitung. Es handele sich dabei außerdem um einen Rückschlag für die Regierungen, die bereits Billionen in das Bankensystem gepumpt hätten.

Sinneswandel bei Milliardenspritzen?

Im Januar hatte der IWF bereits davor gewarnt, dass die Banken weiteres Kapital benötigen würden, weil sich die Verluste durch die Abschwächung der Wirtschaft verstärken. Dagegen gebe es inzwischen einen Sinneswandel bei den Regierungen, zitiert die "Times" einen Finanzexperten. Der US-Kongress wolle nicht mehr einfach nur Geld in das System pumpen. Und auch die britische Regierung stehe unter dem Druck, ihre angeschlagenen Finanzen in Ordnung zu bringen, anstatt durch Geldspritzen ihre fiskalische Basis weiter zu schwächen.

Überschüssige Liquidität muss irgendwann wieder beseitigt werden

Die Summen, die Regierungen zur Rettung des Finanzsystems bereitgestellt haben, lösen unter Experten längerfristige Inflationsbefürchtungen aus. Zwar gehen von der Wirtschaftskrise zunächst Deflationsgefahren aus. Bei einem Anspringen der Wirtschaft müssen die Notenbanken aber die überschüssige Liquidität schnellstmöglich wieder abschöpfen und dabei so sensibel vorgehen, dass das Wachstum nicht sofort wieder abgewürgt wird.

Experten gegen zentrale "Bad Bank"

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise haben sich deutsche Finanzexperten unterdessen gegen eine Verstaatlichung von Banken oder die Gründung einer zentralen "Bad Bank" zur Entsorgung fauler Wertpapiere ausgesprochen. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hatte insgesamt 274 Experten befragt. 51 Prozent lehnten eine zentrale "Bad Bank" wegen zu vieler ungelöster Fragen ab. 33 Prozent befürworteten sie, 16 Prozent waren unentschieden.

Klare Mehrheit gegen Verstaatlichung von Banken

Bei der Frage nach der kompletten Verstaatlichung von Banken ist die Ansicht der befragten Analysten eindeutiger: 64 Prozent erteilen einem solchen Schritt eine klare Absage. Nur 20 Prozent gehen davon aus, dass eine Verstaatlichung zur Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen könnte.

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