Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Stahlindustrie: Absatzeinbruch lässt Stahlkocher zittern


Hintergrund  

Absatzeinbruch lässt Stahlkocher zittern

07.04.2009, 16:54 Uhr | oca, t-online.de, dpa

Wütende und verunsicherte Stahlarbeiter, die mit Transparenten Straßen blockieren - solche Bilder schienen in Deutschland einer längst vergessenen Ära anzugehören. Jetzt kehren in der zuletzt erfolgsverwöhnten Stahlbranche die düsteren Erinnerungen an den massenhaften Stellenabbau der 1990er Jahre zurück. Allein 34.000 Jobs waren es damals bei Thyssen und Krupp im Ruhrgebiet. "Natürlich wird es Personalabbau geben, kommt nur darauf an wie", sagt ein Gewerkschafter.

Fortune Ranking - Die größten Konzerne weltweit
Ranking - Deutschlands älteste Großunternehmen

Der Preis ist ins Bodenlose gesackt

Der Blick auf die Zahlen erinnert an ein Flugzeug im unfreiwilligen Sturzflug: Alle Skalen drehen im Blitztempo gegen den Uhrzeigersinn. Die Rohstahlerzeugung lag bundesweit noch 2007 bei 48,5 Millionen Tonnen, gab schon 2008 auf 45,8 Millionen Tonnen nach und wird nach den derzeitigen Schätzungen 2009 nur noch um die 35 Millionen Tonnen erreichen. Der Preis ist gleichzeitig seit dem Sommer 2008 ins Bodenlose gesackt und hat sich im Schnitt der zahlreichen Stahlsorten in etwa halbiert.


Tausende in Kurzarbeit

Für rund 40.000 der 94.000 deutschen Stahlarbeiter haben ihre Unternehmen bereits Kurzarbeit beantragt. Die ersten Kurzarbeiter gab es schon im November, als die Konjunktur im Ausklang des Boomjahres 2008 kippte.

Hochöfen mussten stillgelegt werden

Die erste Reaktion der Industrie - weniger Import halbfertiger Stahlbrammen aus dem Ausland und Abbau mehrerer tausend Leiharbeiterstellen - reichte schon bald nicht mehr aus. Hochöfen mussten vorübergehend stillgelegt werden. Derzeit rauchen nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl nur noch zwei Drittel der 15 deutschen Hochöfen. Der besonders heftige Einbruch im März war eine direkte Folge der Stilllegung eines Hochofens in Salzgitter mit 57.000 Tonnen Monatsproduktion.

Rückgang könnte sich noch verschärfen

Dabei hat der Nachfragerückgang die Stahlkocher noch gar nicht voll erwischt. Neben den Krisenbranchen Auto (ein Drittel des Stahlabsatzes) und Maschinenbau (15 Prozent) verkaufen Stahlkonzerne nämlich rund zwöf Prozent ihres Produktes an Elektrounternehmen etwa für Waschmaschinen und Kühlschränke - und dort war bisher kein Einbruch zu spüren, heißt es bei der Wirtschaftsvereinigung. Wenn die Schockwellen der Krise auch diese konsumentennahen Segmente treffen, könnte der Rückgang sich noch einmal verschärfen.

Interaktiv -

Noch keine Entlassungen Dank Kurzarbeit

Dank Kurzarbeit können die Unternehmen derzeit mit finanzieller Hilfe vom Staat Massenentlassungen vermeiden. "Wenn die Kurzarbeit zum Jahresende in den ersten Unternehmen ausläuft und die Konjunktur noch nicht angesprungen ist, kann es aber deutlich schlimmer werden", sagt Beate Brüninghaus von der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Großdemo für Beschäftigungsgarantie

Dass Massenentlassungen das traditionell enge Verhältnis zu den mächtigen Stahl-Gewerkschaftern auf eine harte Probe stellen würden, hatte die IG Metall Anfang April 2009 erstmals mit einer Massendemonstration in Duisburg gezeigt. Auf 12.000 schätzte die IG Metall die Zahl der Demonstranten, die unmissverständlich eine Beschäftigungsgarantie forderten. "Dann wäre die Angst beim Umbauprozess weg", sagt Gewerkschaftssprecher Marc Schlette.

Gewerkschaften warnen Stahlkonzerne

Es gebe weitaus intelligentere Mittel zu sparen als betriebsbedingte Kündigungen, meint er. Neben Kurzarbeit, die die Gewerkschaft auf 24 Monate ausgedehnt sehen will, sieht der jüngste Tarifabschluss für die West-Metaller etwa Arbeitszeitreduzierung auf bis zu 28 Stunden mit Lohnkürzungen vor. Gehen die Stahlkonzerne auf solche Szenarien nicht ein, hält Schlette Blockadebilder wie in den 90ern durchaus für denkbar. "Duisburg diesen Montag war nur eine zarte Andeutung dessen, was möglich ist."

Mehr zum Thema:
Wirtschaftskrise - Drastischer Auftragseinbruch im Maschinenbau
Flaute im Handel - Importpreise drastisch gesunken
Trotz Protesten - Continental schließt Werk
Industrie warnt - Lange Rezession in Deutschland
Neuer Großinvestor - Scheichs steigen bei Daimler ein
Gewinner der Krise - Gelddrucker, Wodkahersteller und Burgerbrater
Quiz - Kennen Sie diese Firmenlogos?

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sparen Sie 35% auf Sofas, Betten, Gartenmöbel u.m.*
jetzt zur Power Shopping Week bei XXXLutz
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe