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Mehdorn pocht auf Millionen-Zahlung


Deutsche Bahn  

Mehdorn pocht auf Millionen-Zahlung

08.04.2009, 13:06 Uhr | mash, t-online.de, AFP, dpa

Hartmut Mehdorn will sein Geld (Foto: ddpHartmut Mehdorn will sein Geld (Foto: ddp) Der scheidende Bahn-Chef Hartmut Mehdorn droht dem Unternehmen nach Informationen des "Handelsblatts" juristische Schritte an, sollte sein bis Mai 2011 laufender Vertrag finanziell nicht vollständig erfüllt werden. Das berichtete das Blatt unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Vertrag soll eingehalten werden

Um welche Summen es bei den Verhandlungen über die finanziellen Ansprüche Mehdorns gehen könnte, blieb offen. "Herr Mehdorn pocht auf die Einhaltung seines Vertrages", habe eine mit den Verhandlungen vertraute Person gesagt, berichtete das Blatt. Andernfalls wolle Mehdorn die Sache seinem Anwalt übergeben. Der bisherige Vorstandschef war über die Datenschutzaffäre bei der Bahn gestürzt und hatte Ende März seinen Rücktritt angekündigt.

Ansprüche auf Gehalt und variable Bezüge

Mehdorn hat laut "Handelsblatt" Anspruch auf sein Fixgehalt (2008: 750.000 Euro) und variable Bezüge - dieser Bonus war in den letzten Jahren teilweise drei Mal so hoch wie der feste Lohn. Ob die Bahn Mehdorn sein Gehalt nun einfach Monat für Monat bis Mai 2011 weiterbezahle oder in einer Summe überweise, sei Verhandlungssache.

Keine Stellungnahmen von Mehdorn und Bahn

Nach Angaben des Blattes ist der ehemalige Bahnchef derzeit in Urlaub und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Bahn-Sprecher sagte, weder der amtierende Vorstandchef noch der Konzern würden sich zu den Verhandlungen über eine Trennung äußern, bevor diese abgeschlossen seien.

"Gebot zum Maßhalten"

Vize-Regierungssprecher Thomas Steg hatte vor einer Woche erläutert, Mehdorn müsse mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Müller noch einen Auflösungsvertrag aushandeln. Mit Blick auf mögliche Abfindungszahlungen an Mehdorn hatte der Regierungssprecher am vergangenen Mittwoch erklärt, gerade für ein bundeseigenes Unternehmen bestehe "ein Gebot zum Maßhalten". Es bleibe aber dabei, dass Mehdorn eine "außerordentlich positive" Gesamtbilanz vorzuweisen habe.

Mehdorns Ergebnisse stimmen

Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) forderte im Streit um die Ansprüche mehr Fingerspitzengefühl von dem scheidenden Bahnchef. "In diesen Zeiten muss er mit solchen Fragen sehr sensibel umgehen und genau differenzieren", sagte zu Guttenberg der Zeitung. "Ich bin allerdings auch weit davon entfernt, Mehdorn mit risikofreudigen Bankern in einen Topf zu werfen", fügte der Minister hinzu. Es dürfe bei aller Aufregung um die Abfindung "nicht vergessen werden, dass Mehdorn gerade im letzten Jahr exzellente Zahlen geliefert hat."

Kein Geld fürs Spionieren

Gewerkschafter und Verkehrspolitiker der Opposition reagierten empört auf Mehdorns Forderungen. "Es kann nicht sein, dass ein Manager, der die Eisenbahner nachweisbar hat ausspähen lassen, jetzt solche Ansprüche stellt", sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, dem "Handelsblatt". "Herr Mehdorn hat diesem Konzern und seinen Mitarbeitern sehr geschadet und war am Ende untragbar." Er könne jetzt nicht so bezahlt werden, "als sei alles in bester Ordnung", fügte Weselsky hinzu.

Verblüffende Dreistigkeit

Der Verkehrsexperte der Grünen, Anton Hofreiter, sagte, Mehdorn müsse auf seine Forderungen verzichten. "Es ist schon verblüffend, wie dreist manche Leute sind", sagte Hofreiter. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Horst Friedrich, sagte, Mehdorn fehle "offenbar jegliches Unrechtsbewusstsein". Er appellierte an den Bahn-Aufsichtsrat, alle künftigen Zahlungen an Mehdorn nur noch unter Vorbehalt zu leisten.

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