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Verstaatlichung der Hypo Real Estate: Bund bietet 1,39 Euro pro Aktie


Staatliche Übernahme  

Bund bietet HRE-Aktionären mehr als gedacht

30.04.2009, 14:51 Uhr | mash, dpa-AFX , t-online.de , AFP

Hypo Real Estate: 1,39 Euro pro Aktie (Foto: APHypo Real Estate: 1,39 Euro pro Aktie (Foto: AP) Der Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin hat den nächsten Schritt zur Verstaatlichung des strauchelnden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) eingeleitet. Je HRE-Aktie werde die Bundesrepublik Deutschland 1,39 Euro bieten, teilte der SoFFin mit. Das sind zehn Prozent mehr als gesetzlich mindestens hätte geboten werden müssen. #

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Keine Mindestannahmeschwelle

"Das Angebot ist die Gelegenheit für die HRE-Aktionäre, zu einem attraktiven Preis aus ihrem Investment auszusteigen", heißt es in der Mitteilung. Der gebotene Preis liege zehn Prozent über dem gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro. Der SoFFin strebt eine Komplettübernahme der HRE an. Es gibt den Angaben zufolge keine Mindestannahmeschwelle.

Insolvenz der HRE hätte fatale Auswirkungen

Für alle Aktien, die sich noch nicht im Eigentum des SoFFin befinden, würden den Angaben zufolge 290 Millionen Euro fällig. "Eine Insolvenz der HRE hätte substanzielle, kaum abschätzbare Auswirkungen auf die nationalen und internationalen Finanzmärkte", heißt es in der Mitteilung. Dies hätte "erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft".

Kleinanleger sollten verkaufen

Die UniCredit hob nach Bekanntwerden des genauen Angebots spontan ihr Kursziel für die HRE von 0,60 auf 1,39 Euro und rät wegen der sehr unsicheren Situation des Immobilienfinanzierers, das Angebot anzunehmen. Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz riet Aktionären ebenfalls: "Wer verkaufen will, sollte das jetzt tun." Der Preis von 1,39 Euro je Anteil sei in Ordnung. Auch Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sagte: "Kleinaktionäre sollten jetzt verkaufen."

Im zweiten Schritt folgt die Enteignung

Und auch Analyst Dirk Becker von Kepler Equities plädierte für den Verkauf: "Wir glauben, dass all jene, die die Offerte nicht freiwillig annehmen, in einem zweiten Schritt enteignet werden und zwar zum Minimumpreis von 1,26 Euro je Aktie", argumentierte er. Händler sprachen von einer positiven Überraschung. Die Offerte sei höher ausgefallen als dies am Markt erwartet worden sei, hieß es. Der HRE-Kurs stieg bis zum späten Vormittag um rund 15 Prozent auf 1,38 Euro. Händler sprachen von einer positiven Überraschung. Die Offerte sei höher ausgefallen als dies am Markt erwartet worden sei, hieß es. Der HRE-Kurs stieg bis zum Nachmittag um rund 15 Prozent auf 1,38 Euro.

Flowers will "im Unternehmen verbleiben"

Großaktionär Flowers, der noch 21,7 Prozent der Aktien hält, zeigt dennoch wenig Neigung zum Verkauf. "Es gibt weiter die Präferenz, im Unternehmen zu verbleiben", sagte ein Sprecher von Flowers zur Ankündigung des SoFFin. "Wenn das Angebot vorliegt, wird Herr Flowers das Angebot lesen." Die offizielle Angebotsunterlage soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.



Bund könnte US-Investor aus Unternehmen drängen

Trotz Flowers Widerstand glauben Aktionärsschützer nicht, dass der Bund vom letzten Mittel Enteignung Gebrauch machen muss. Wenn der Bund mehr als 50 Prozent der HRE-Aktien bekomme, "dann hat er's im Grunde geschafft", sagte der Experte von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marco Cabras. Da der Staat bereits 8,7 Prozent der HRE-Aktien hat, könne er mit diesen weiteren Anteilen auf der Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung durchsetzen. Letztlich könnte er den Anteil von Flowers so schrumpfen lassen, dass der US-Investor aus dem Unternehmen gedrängt werden könnte, meinte Cabras.

Angebot soll "zügig" durchgeführt werden

Daher will der SoFFin die Bank durch Rekapitalisierung und die Gewährung von Garantien stabilisieren. Einen Zeitplan für die Übernahme nannte der SoFFin nicht. Allerdings solle das Angebot "sehr zügig" durchgeführt werden. Bundespräsident Horst Köhler hatte das Banken-Enteignungsgesetz am Dienstag unterzeichnet.

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