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Nokia schürt Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt


Handy-Markt  

Nokia schürt Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt

17.04.2009, 09:25 Uhr | sky, t-online.de, dpa-AFX

Nokia sieht ein Ende der Talfahrt (Foto: dpa)Nokia sieht ein Ende der Talfahrt (Foto: dpa) Der weltgrößte Handyhersteller Nokia schürt nach einem katastrophalen Jahresbeginn die Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt. Den Tiefpunkt der Nachfrage wollte Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo zwar nicht ausmachen. Doch es gebe Zeichen für eine Stabilisierung. "Der Markt fällt nicht mehr in unkontrollierter Weise", sagte er in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen für das erste Quartal. Die Entwicklung sei mittlerweile besser einzuschätzen. Im laufenden zweiten Quartal will er wieder mehr Mobiltelefone unters Volk bringen als in den ersten drei Monaten.

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Schlechtes erstes Quartal

Im ersten Quartal hatte die Krise Nokia schwerer erwischt als die Konkurrenz. Die Verkäufe waren eingebrochen, die Preise weiter ins Rutschen gekommen und der Marktanteil gesunken. Viele Kunden seien wegen der Wirtschaftskrise verunsichert und griffen zu billigeren Handys, sagte Kallasvuo. Der Umsatz ging binnen eines Jahres um ein Viertel auf 9,3 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis schmolz in der Folge von 1,5 Milliarden auf lediglich noch 55 Millionen Euro zusammen.


Die Börse glaubt ans Ende der Talfahrt

Mit seinen Zahlen unterbot Nokia selbst die bereits pessimistischen Erwartungen der Analysten. Doch die gute Nachricht sei, dass es nicht schlimmer werde, sagte Caroline Milanesi vom Marktforscher Gartner. Bis zum Nachmittag kletterte die Aktie um 9,1 Prozent auf 11,05 Euro und setzten sich damit an die Spitze des EuroSTOXX 50. Der europäische Leitindex stieg nur um 1,3 Prozent auf 2292 Zähler. Nokia-Chef Kallasvuo geht weiterhin davon aus, dass alle Hersteller zusammen in diesem Jahr zehn Prozent weniger Mobiltelefone verkaufen werden, sein Unternehmen aber den eigenen Marktanteil steigern kann.


Der Marktanteil sinkt nur leicht

In den ersten drei Monaten hatte der Branchenprimus hier noch einstecken müssen: Binnen eines Jahres sank der Marktanteil von 39 auf 37 Prozent. Verglichen mit dem bereits trüben Vorquartal blieb der Wert indes weitgehend stabil. "Nokia hat sich angesichts der Wirtschaftslage im ersten Quartal gut geschlagen", sagte Kallasvuo.

Nokia kappt die Produktpalette

Mit 93 Millionen Mobiltelefonen verkaufte Nokia im ersten Quartal fast ein Fünftel weniger Geräte als in der Vorperiode. Dabei bekamen die Finnen im Schnitt nur noch 65 Euro je Handy. Vor einem Jahr waren es noch 79 Euro gewesen. Auch die zunehmende Verbreitung der hochpreisigen multifunktionalen Smartphones, deren bekanntester Vertreter das Apple iPhone ist, konnte den Preisrutsch nicht aufhalten. Hier will Nokia an Boden gutmachen. Kallasvuo kündigte eine Vielzahl neuer Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm an. Insgesamt soll das Produktangebot aber sinken, um Kosten zu sparen.

Die Kosten müssen gesenkt werden

Bereits im Schlussquartal des vergangenen Jahres hatte Nokia kräftig Federn lassen müssen, nicht zuletzt weil die Händler zunächst ihre Lager abverkauften. Kallasvuo sieht zumindest diesen Trend nun gestoppt, schließlich seien die Magazine mittlerweile doch recht leer. Entwarnung wollte er aber noch keine geben und kündigte an, weiter auf der Kostenbremse zu stehen. Mit der Schließung von Standorten, der Drosselung der Produktion und Stellenstreichungen versucht Nokia seit Monaten, die Auswirkungen der Krise einzudämmen.

Herbes Minus im Ausrüster-Markt

Während der Konzern mit seinen Handys und den dazugehörigen Dienstleistungen aber noch Geld verdient, schreiben das Ausrüstergeschäft Nokia Siemens Networks (NSN) und die Navigationssparte Navteq weiter Verluste. Die Gemeinschaftsfirma NSN verfünffachte das Minus binnen eines Jahres auf 361 Millionen Euro, der noch junge Zukauf Navteq verlor 120 Millionen Euro. Die Aussichten für NSN haben sich zudem eingetrübt: Nokia rechnet damit, dass das branchenweite Geschäft mit Mobilfunk- und Festnetz-Anlagen in diesem Jahr um zehn Prozent nachgibt. Bislang hatte der Konzern nur ein halb so großes Abrutschen erwartet.

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