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Autokrise: "Wer überlebt, wird in Asien entschieden"


Autokrise  

Autokrise: "Wer überlebt, wird in Asien entschieden"

27.04.2009, 08:22 Uhr | mfu, dpa-AFX, t-online.de

Auf der Automesse in Shanghai zeigen die Autobauer die neuesten Modelle (Quelle: AP/dpa)Auf der Automesse in Shanghai zeigen die Autobauer die neuesten Modelle (Quelle: AP/dpa) Beinahe täglich melden die Autokonzerne neue Verluste. Branchenschwergewichte wie General Motors stehen inzwischen vor dem Aus. Niemand weiß, wie lange die Krise noch anhält, aber in den nächsten Jahren dürfte der ein oder andere Autobauer vom Markt verschwinden. "Wer überlebt, wird sich in Asien entscheiden". Das behauptet Autoexperte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) der Uni Nürtingen-Geislingen.

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Französische Autobauer und Fiat tun sich in Asien schwer

Volkswagen sei in China "bärenstark" und deshalb bestens für die Zukunft gewappnet. Die französischen Hersteller und auch Fiat täten sich da schwer. Auf dem Automarkt der Zukunft spielen nach Einschätzung von Diez neben Volkswagen auch die Marken Daimler, BMW und Toyota eine Rolle. In den USA sei Ford am besten aufgestellt. Der ein oder andere europäische Produzent werde die Wirtschaftskrise nicht überleben.

"Die Uhr bei Opel tickt."

So könnte einer der beiden französischen Hersteller Renault und PSA Peugeot Citroen wegbrechen. Opel habe nur mit einem industriellen Partner eine Chance. "Fiat und Opel könnte eine mögliche Konstellation sein, aber da wird Opel Federn lassen müssen", sagte Diez. Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna sei ebenfalls ein denkbarer Partner, brächte aber nicht die industrielle Kompetenz mit, die Fiat zu bieten hätte. Es sei jedoch utopisch zu hoffen, dass morgen ein reicher Scheich aus Abu Dhabi den Rüsselsheimern zu Hilfe eile. "Die Leute, die das glauben, die glauben auch an 1001 Nacht", sagte Diez. "Die Uhr bei Opel tickt."

Kooperationen statt Fusionen

Um überleben zu können, müssten sich Autokonzerne zusammentun. Die Krise erhöhe den Druck zu kooperieren und zu fusionieren. Mit Zusammenschlüssen hätten viele Hersteller allerdings schlechte Erfahrungen gemacht. "BMW mit Rover war keine Erfolgsgeschichte und auch Daimler und Chrysler hat nicht richtig funktioniert. Solche Mega-Mergers sind nicht einfach zu handhaben."

Erzrivalen arbeiten zusammen

Besser seien Kooperationen, bei denen die Unternehmen ihre Unabhängigkeit bewahrten. "Selbst Erzrivalen wie Daimler und BMW sprechen offen über dieses Thema", sagte Diez. "Das zeigt, dass die Notwendigkeit erkannt ist." Mit Hilfe von Kooperationen könnten die Entwicklungskosten für zukunftsfähige Modelle gesenkt werden. Denn jeder Hersteller müsse in den kommenden fünf Jahren 10 bis 15 Milliarden Euro allein in neue Antriebstechniken investieren.

Staat verhindert Marktbereinigung

Noch sorgen staatliche Subventionen wie die Abwrackprämie dafür, dass die Krise für viele Autobauer glimpflich abläuft. Solche Maßnahmen zögern aber laut Diez nur die notwenige Neustrukturierung der Branche hinaus. Trotzdem bleiben auf dem globalen Automarkt Platz für mehr als eine Hand voll Hersteller. "2015 wird es nicht wesentlich weniger Autohersteller geben - nur andere", sagte Diez. Indische und chinesische Unternehmen wie Tata oder Geely seien auf dem Sprung auf den Weltmarkt.

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