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Siemens senkt nach Auftragseinbruch Gewinnerwartungen


Auftragseinbruch  

Siemens senkt Gewinnerwartungen

29.04.2009, 10:53 Uhr | mash, t-online.de, dpa-AFX

Siemens kassiert Prognose  (Quelle: imago images)Siemens kassiert Prognose (Quelle: imago images) Der Mischkonzern Siemens hat angesichts zusammengeschmolzener Bestellungen die eigenen Gewinnerwartungen herunter geschraubt. Bislang hatte sich die Konzernführung trotz der zunehmenden Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Lage geweigert, von den vor einem dreiviertel Jahr angesetzten acht bis 8,5 Milliarden Euro abzurücken.

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Zeichen deuteten bereits auf Senkung hin

Siemens rechnet nun in seinen drei Kernfeldern Industrie, Energie und Medizintechnik mit einem Ergebnis über dem Niveau des Vorjahres von 6,6 Milliarden Euro, wie Siemens am ehemaligen Firmensitz Berlin mitteilte.

Auftragseinbruch über alle Sparten

Nachdem bislang nur das Industriegeschäft in größerem Maße unter rückläufigen Bestellungen gelitten hatte, musste nun auch die Energiesparte deutlich zurückstecken. Hier erwartet das Unternehmen weiteren Druck. Konzernweit fielen die Auftragseingänge im zweiten Geschäftsquartal (Ende März) um elf Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Damit beschleunigte sich der Rückgang, der im Vorquartal erst acht Prozent betragen hatte. Analysten hatten aber mit einem noch weiteren Abgleiten gerechnet.

Umsatz über den Erwartungen

Angesichts noch voller Auftragsbücher aus der Boomzeit stieg der Umsatz indes um fünf Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro. Das Ergebnis der drei Sektoren - die betriebliche Gewinngröße - verbesserte sich überproportional von 1,3 auf 1,8 Milliarden Euro. Unterm Strich stieg der Gewinn von 412 Millionen auf gut eine Milliarde Euro. Im Vergleichszeitraum hatten allerdings hohe Belastungen insbesondere aus verzögerten Kraftwerks-Projekten den Profit geschmälert. Die Erholung fiel jedoch weit stärker aus als von Analysten erwartet.

Medizintechnik topp, Osram flopp

Umsatz- und Ergebnistreiber im zweiten Quartal war einmal mehr das Geschäft mit Kraftwerken, Windkraftanlagen und Stromnetzen. Auch die Medizintechnik verbesserte sich trotz anhaltender Einsparungen im wichtigen US-Gesundheitsmarkt. Zu leiden hatte dagegen das Industriegeschäft und hier insbesondere die Industrieautomatisierung, die Antriebstechnik und die Lichttochter Osram. Erstere beiden hängen stark am Maschinenbau, wo sich die Aufträge in den vergangenen Monaten halbiert haben. Bei Osram hat die Absatzkrise der wichtigen Autokunden tiefe Spuren hinterlassen.

Kurzarbeit auch bei Siemens ausgeweitet

Siemens ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Wirtschaftsflaute gekommen. Dass die Probleme aber zunehmen, zeigte schon die jüngst ausgeweitete Kurzarbeit. Nach letztem Stand sind 12.000 Mitarbeiter betroffen, die Zahl könnte bis Juni auf 19.000 steigen. Ende März waren es erst 7000 Mitarbeiter gewesen. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 132.000 Menschen in Deutschland und 427.000 weltweit. Betriebsbedingte Kündigungen hierzulande soll es dieses Jahr trotz Flaute aber nicht geben.

Spartenübergreifendes Sparen ist angesagt

Mit einem Sparprogramm in Vertrieb und Verwaltung versucht Siemens, die Auswirkungen der Krise einzudämmen. Ein zweites Sparprogramm beim Einkauf läuft gerade an: Siemens will die Zahl der Zulieferer senken und Bestellungen zentraler organisieren. Beobachter rechnen jedoch nicht damit, dass dies den Druck auf das Ergebnis ausgleichen kann. Angesichts dessen erwarteten die Experten seit Monaten ein Absenken der Prognose.

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