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Autokrise in USA: Neue Sorgen nach Chrysler-Insolvenz


US-Autobranche  

Neue Sorgen nach Chrysler-Insolvenz

01.05.2009, 22:21 Uhr | mfu, dpa , t-online.de

Chrysler-Insolvenz schürt neue Ängste um die US-Autobranche (Quelle: Reuters)Chrysler-Insolvenz schürt neue Ängste um die US-Autobranche (Quelle: Reuters) Die Chrysler-Insolvenz schürt neue Ängste um die US-Autobranche. Auch wenn Präsident Barack Obama das Insolvenzverfahren nur als Schritt auf dem Weg zur Rettung mit Hilfe des italienischen Partners Fiat sieht, gibt es viele Risiken. Die US-Autokäufer könnten sich von Chrysler abwenden, der geplante Produktionsstopp verschlimmert die Lage der ohnehin angeschlagenen Zulieferer, und die Gläubiger des drittgrößten amerikanischen Herstellers könnten der geplanten "Blitz-Insolvenz" noch Steine in den Weg legen. Auch um die Zukunft des US-Autoriesen General Motors (GM) wird weiter gerungen.


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Chrysler-Insolvenz markiert Zeitenwende in US-Autoindustrie

Auf jeden Fall markiert die Insolvenz von Chrysler eine Zeitenwende. Es ist laut Experten die bisher größte Pleite eines Autoherstellers. Der Plan Obamas: Chrysler soll geschützt vor seinen Gläubigern Ballast abwerfen und in einem bis zwei Monaten mit Fiat als Partner das Insolvenzverfahren wieder verlassen. Die US-Regierung gibt Chrysler weitere Hilfen von insgesamt rund acht Milliarden Dollar. Fiat soll zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen und später auf 35 Prozent aufstocken. Die Italiener investieren kein Geld, sondern nur Technologie.

Bei Händlern läuten die Alarmglocken

Bei Zulieferern und Händlern von Chrysler läuteten die Alarmglocken als der drittgrößte US-Autobauer eher überraschend ankündigte, die Produktion für die Dauer des Insolvenzverfahrens größtenteils zu stoppen. US-Experten wiesen auf die Gefahr hin, dass sich die Amerikaner angesichts der unsicheren Zukunft endgültig von den Konzernmarken Chrysler, Jeep und Dodge abwenden könnten.

Obama: Insolvenz kein Zeichen von Schwäche

Obama versuchte, die Sorgen zu zerstreuen. Die Insolvenz sei "kein Zeichen von Schwäche". Chrysler werde aus dem Verfahren gestärkt und konkurrenzfähig hervorgehen. Der Präsident gab die Schuld ausdrücklich einer Handvoll von Chrysler-Gläubigern, die sich gegen einen weitgehenden Verzicht auf ihre Forderungen gesträubt und dadurch erst das Insolvenzverfahren unausweichlich gemacht hätten.

Chrysler: Die wichtigsten Fakten. (Grafik: dpa)Chrysler: Die wichtigsten Fakten. (Grafik: dpa)

Gewerkschaft bekommt Mehrheit an neuen Unternehmen

Am Donnerstag wurden die Grundlagen für einen Neustart von Chrysler gelegt. Die Gewerkschaft UAW soll wie angekündigt die Mehrheit an dem neuen Unternehmen bekommen. Ihr Gesundheitsfonds VEBA soll nach Abschluss des Insolvenzverfahrens 55 Prozent halten. Die US-Regierung werde acht Prozent der Anteile halten, Kanada für weitere Milliardenspritzen zwei Prozent. Fiat dürfte erst eine Mehrheit an Chrysler übernehmen, wenn alle staatlichen Kredite zurückgezahlt sind.

Dudenhöffer sieht gute Chancen für Erfolg der Sanierung

Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht gute Chancen, dass der Sanierungsplan gelingt. Er rechne damit, dass Chrysler das Insolvenzverfahren tatsächlich schnell verlassen kann, sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Chrysler und Fiat passten gut zueinander: "In den USA können die Kapazitäten in der Produktion und bei Händlern mit Modellen von Fiat und Alfa Romeo ausgelastet werden. In Europa kann Fiat mehr Fahrzeuge bauen, weil sie im US-Markt angeboten werden können."

GM hat noch eine Galgenfrist

Bei der Opel-Mutter General Motors (GM) dauern die Rettungsverhandlungen vor allem mit den Gläubigern unterdessen weiter an. Sie sollen für einen Schuldenverzicht maximal zehn Prozent am Unternehmen bekommen. Die Mehrheit soll mit mindestens 50 Prozent der Staat erhalten, weitere knapp 40 Prozent die Gewerkschaft. GM verschärft unterdessen wie angekündigt die Einschnitte im US-Händlernetz massiv. Insgesamt sollen 42 Prozent der Häuser wegfallen auf dann 3600. Die betroffenen Händler würden ab 11. Mai benachrichtigt, hieß es.

Fiat weiter an Opel interessiert

Autoexperte Dudenhöffer ist davon überzeugt, dass Fiat nach dem Einstieg bei Chrysler nun noch stärker am deutschen Hersteller Opel interessiert sei. "Fiat wird jetzt aggressiv die Opel-Linie verfolgen, um an die 3,3 Milliarden Euro Staatsgeld heranzukommen und den Chrysler-Deal abzufedern", sagte er. Die Bundesregierung müsse daher besonders sorgfältig prüfen, ob Fiat nicht übertriebene Zusagen mache, um den Zuschlag für Opel zu bekommen.

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