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Fiat gibt keine Garantie für Opel-Werk Kaiserlautern


Opel  

Fiat legt Opel-Konzept vor - eigener Plan von Steinmeier

06.05.2009, 11:27 Uhr | mfu, fre, bab, AFP, dpa-AFX, t-online.de

Fiat: Keine Garantien für das Opel-Werk in Kaiserslautern (Quelle: dpa)Fiat: Keine Garantien für das Opel-Werk in Kaiserslautern (Quelle: dpa) Die Zukunft von Opel steht weiter auf der Kippe. In Berlin trafen sich Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Fiat-Chef Sergio Marchionne, um das Konzept zur weiteren Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers zu besprechen. Hauptthema war dabei der Erhalt der Standorte. Nach dem Gespräch mit Guttenberg wollte Marchionne mit Kanzleramtschef Thomas de Maizière sowie SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprechen. Wie die "Financial Times" (FT) in ihrer Online-Ausgabe berichtet, müssen die Italiener während dieses zweiten Treffens bei der Standortfrage die Karten doppelt auf den Tisch legen. Denn Steinmeier will offenbar wissen, wo die Zentrale des neuen Konzerns angesiedelt wird.

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Steinmeiers 14-Punkte-Plan

Die "FT" beruft sich dabei auf ein internes Papier von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, das der Zeitung laut eigenen Angaben vorliegt. Darin soll eine Liste von 14 Kriterien enthalten sein, nach denen Angebote zukünftiger Inestoren bewertet werden sollen. Ein Punkt beinhaltet laut Meldung die Frage nach dem zukünftigen Standort der Zentrale und damit auch automatisch nach der Zahlung von Steuern durch den neuen Konzern. Weitere Kriterien sind laut "FT" der Verlust von Arbeitsplätzen, die Zukunft der deutschen Werke, die Erfahrung der Interessenten mit vergleichbaren Transaktionen sowie die Akzeptanz der Interessenten bei der Opel-Belegschaft.



Kaiserslautern auf der Kippe

Zumindest auf die Frage nach den Standorten sollte Steinmeier nach dem heutigen Spitzentreffen in Berlin eine Antwort erhalten. Fiat will bei einer Übernahme von Opel alle deutschen Montagewerke sowie die Marke erhalten. Das teilte Wirtschaftsminister Guttenberg nach dem Gespräch mit Marchionne mit. Es gebe dann allerdings auch in Europa Bedarf an Einsparungen bei Personal und Standorten. In Deutschland könnte davon nach Fiat-Vorstellungen das Fahrzeugteile-Werk Kaiserslautern betroffen sein. Die drei Endmontagewerke von Opel sind Rüsselsheim, Eisenach und Bochum.

Fiat legt Konzept vor

Fiat plane die eine oder andere Werksschließung in Europa, es gebe aber keine "Schließungen in der Breite", betonte Guttenberg. Der Fiat-Chef legte in dem Gespräch einen Masterplan vor. Er will die Autosparte seines Konzerns ausgliedern und mit dem US-Autobauer Chrysler sowie Opel zusammenlegen. Der neue Konzern soll die weltweite Nummer zwei nach Toyota werden. Es gehe um alle europäischen Partner des US-Mutterkonzerns General Motors (GM), sagte Guttenberg. Ohne die Zustimmung von GM ist keine Abspaltung von Opel möglich.

Opel braucht bis zu sieben Milliarden Euro

Guttenberg zufolge will Fiat ohne eigene Schulden bei Opel einsteigen und dafür eine entsprechende Konstruktion schaffen. Der "finanzielle Überbrückungsbedarf", sagte der Minister weiter, würde sich dann aus den Schulden und Pensionsverbindlichkeiten der Opel-Mutter General Motors (GM) ergeben. Marchionne zufolge wird Opel fünf bis sieben Milliarden Euro brauchen. Das Geld sollen die europäischen Staaten mit Opel-Standorten in Form von Bürgschaften aufbringen. Gerade unter diesem Gesichtspunkt kommt der Frage nach dem Standort der neuen Konzernzentrale besondere Bedeutung zu.

Appell an General Motors

Guttenberg sprach von einem "interessanten Konzept", das aber noch auf Herz und Nieren geprüft werden müsse. Auch andere Optionen müssten abgeklopft werden. Guttenberg warnte davor, Investoren durch frühzeitige Festlegungen zu verprellen. Er kündigte an, auch Details des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna prüfen zu wollen. Guttenberg appellierte zugleich an den Opel-Mutterkonzern General Motors "gesicherte Zahlen" zu liefern. Die Schulden und Pensionsverpflichtungen des Konzerns in Europa seien von Fiat nur geschätzt worden.

Empörung in Kaiserslautern

Empört zeigten sich der Betriebsrat von Opel sowie die Gewerkschaften über die Fiat-Pläne zum Kaiserslauterer Opel-Werk. "Die Stimmung in der Belegschaft ist zornig", sagte der stellvertretende Chef des Betriebsrats, Lothar Sorge, in Kaiserslautern: "Diese Forschheit habe ich Fiat nicht zugetraut." Es sei inakzeptabel, dass der Fortbestand des Werkes infrage gestellt werde, sagte Sorge: "Das bestätigt unsere Befürchtungen zu einer Allianz mit Fiat." Zugleich rief der stellvertretende Betriebsratschef die Belegschaft des Opel-Werks zur Ruhe auf: "Niemand soll jetzt den Kopf verlieren." Der rheinland-pfälzische DGB forderte den Erhalt des Kaiserslauterer Motoren- und Komponentenwerks. "Das Werk ist ein wichtiger und integraler Bestandteil des Opel-Konzerns", sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid. Das Werk Kaiserslautern aufzugeben, bedeute letztlich die Sanierung von Fiat auf Kosten von Opel.

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