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Porsche und VW: Wer wird nach der Fusion neuer Chef?


Porsche und VW  

Fusion von Porsche und VW - noch kein neuer Chef

07.05.2009, 07:35 Uhr | mmr, dapd, dpa-AFX, t-online.de

Hat sich Porsche mit der VW-Übernahme übernommen? (Quelle: dpa)Hat sich Porsche mit der VW-Übernahme übernommen? (Quelle: dpa) Nun also doch ein Zusammenschluss. Die Autohersteller Porsche und Volkswagen streben nach eigenen Angaben eine Fusion zu einem integrierten Konzern an. Das teilte die Porsche-Holding am Mittwochabend in Stuttgart mit. Demnach ist eine einheitlichen Führungsgesellschaft geplant, in der zehn Marken eigenständig nebeneinander existieren sollen. Zuvor hatten die Familien Porsche und Piëch in Salzburg über die Zukunft des Stuttgarter Sportwagenbauers Porsche und Volkswagens beraten. Offen ist derzeit allerdings, wer den neuen Konzern führen wird.

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Porsche hatte sich übernommen

Bisher hatte Porsche versucht, VW zu übernehmen. Der Sportwagen-Hersteller hält derzeit knapp 51 Prozent an VW und strebte die Marke von 75 Prozent an, hatte sich jedoch bei der Finanzierung übernommen. Der Schuldenberg türmt sich dem Vernehmen nach auf neun Milliarden Euro. Nun wird Plan B von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking umgesetzt. Dieser hatte sich gegen die Familie um Aufsichtsrats-Chef Ferdinand Piëch durchgesetzt. Die Piëchs stellen seit langer Zeit den kleineren Familienanteil. Die beiden Erbenstämme haben sich in einem Vertrag verpflichtet, im Porsche-Aufsichtsrat mit einer Stimme zu sprechen. Mit der geplanten Verschmelzung der beiden Autobauer bleibt auch Wiedeking im Amt. Seine Zukunft im neuen Konzern ist indes völlig offen.

Kapitalerhöhung wird angepeilt

Dem Vernehmen nach wird eine Kapitalerhöhung angepeilt, um die Schuldenlast abzutragen. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe sollen VW und Porsche in den nächsten vier Wochen eine Entscheidungsgrundlage für die künftige Struktur des Konzerns entwickeln, teilte das Unternehmen mit.



Niedersachsen muss noch zustimmen

Bei den Gesprächen sollen VW-Großaktionär Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter beider Unternehmen "maßgeblich" einbezogen werden. Der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) begrüßte die Entscheidung. Wulff erklärte: "Wir sind zu Gesprächen bereit, die zügig mit allen Beteiligten von Porsche, Volkswagen, den Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen geführt werden sollten." Niedersachsen hält eine Sperrminorität bei VW und muss allen wichtigen Entscheidungen zustimmen.

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"Einen König gibt es in dieser Gruppe nicht mehr"

Offen ist derzeit noch, wer künftig die Macht in dem Autoimperium haben wird und wo der Sitz der neuen Auto-Holding sein soll. Alle Beteiligten müssten nun lernen, in Koalitionen auf Augenhöhe zu arbeiten, sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Einen König gibt es in dieser Gruppe nicht mehr" - auch wenn sich die Macht nun wieder etwas zu VW nach Wolfsburg verschoben habe. Sowohl VW-Chef Martin Winterkorn als auch Porsche-Lenker Wendelin Wiedeking seien sehr wichtig für den neuen Konzern, betonte Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen. "Winterkorn kann technisch ausgefeilte Autos entwickeln und Wiedeking dafür sorgen, dass sie bezahlbar bleiben." In den vergangenen Wochen war wiederholt darüber spekuliert worden, dass Wiedeking seinen Posten verlieren könnte.



Integration vs. Fusion

VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh hat die angekündigte Fusion von Porsche und VW infrage gestellt. "Mit uns ist besprochen, dass der Weg zu einem integrierten Konzern völlig offen ist. Eine Fusion ist dabei nur ein Weg. Anscheinend verwechseln hier einige die Begriffe Fusion und Integration. Und allein wegen des VW-Gesetzes sind wir mehr als skeptisch, ob der Weg einer Fusion überhaupt beschritten werden kann", sagte Osterloh am Donnerstag auf einer Konferenz in Wolfsburg.

Außerordentliche Hauptversammlung

Bei der Neugestaltung des Autoverbunds müssen den von Vorständen beider Unternehmen erarbeiteten Vorschlägen dann noch die Aufsichtsräte und außerordentliche Hauptversammlungen von Porsche und VW zustimmen. Verschmolzen werden sollen die Porsche SE und die Volkswagen AG.

Gewerkschaftsseite wohlwollend

Die geplante Fusion der Autobauer Volkswagen und Porsche stößt auf Gewerkschaftsseite auf Wohlwollen. Der IG-Metall-Sekretär und Aufsichtsratsvize von Porsche, Hans Baur, sagte am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin", hier entstehe ein "neuer, schlagkräftiger Industriekonzern". "Es gibt keine Alternative dazu, dass wir uns nun gemeinsam auf den Weg machen, eine neue Konzeption aufzulegen", so Baur weiter. Über einen möglichen Arbeitsplatzabbau in dem neuen Konzern mache er sich keine Sorgen. Die Schnittmengen in der Produktpalette seien "sehr gering".

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