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VW und Porsche: Ferdinand Piëch poltert gegen Wendelin Wiedeking


Porsche / VW  

Piëch poltert gegen Wiedeking

12.05.2009, 18:57 Uhr | mmr, dpa, dapd, t-online.de

Ferdinand Piëch und Wendelin Wiedeking (Foto: dpa)Ferdinand Piëch und Wendelin Wiedeking (Foto: dpa) Ferdinand Piëch hat wieder zugeschlagen. Als der VW-Aufsichtsratschef am Montagabend überraschend bei der Präsentation des neuen VW Polo auf Sardinien auftauchte, war klar, dass dies bei aller zur Schau gestellten guten Laune keine Lustreise werden würde. Piëch verpasste den Hoffnungen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf eine Fusion auf Augenhöhe mit Volkswagen einen deutlichen Dämpfer.

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Wiedeking hat das Vertrauen von Piëch - noch

Es sollte einiges klargestellt werden an diesem Abend im Machtkampf um die künftige Führung bei Volkswagen und Porsche. "Die Fusion unter den jetzigen Bedingungen würde VW vorhandene Rechte kosten", sagte Piëch am Montagabend in Sardiniens Hauptstadt Olbia. Gleichzeitig stellte er klar, die Rechte des Landes Niedersachsen als Großaktionär nicht antasten zu wollen. Porsche müsse seine Finanzprobleme selbst lösen. "Volkswagen wird das nicht tun", sagte Piëch. Wiedeking habe "zur Zeit" noch sein Vertrauen. "Er ist persönlich bemüht, den Reifendefekt rückgängig zu machen." Der Stuhl von Wendelin Wiedeking, im Übernahmekampf um VW vom selbstbewussten Porsche-Angreifer in die Defensive geraten, wackelt bedenklich.


Unternehmenssitz Wolfsburg

Nach einem Zusammenschluss der Volkswagen AG mit Porsche werde der Unternehmenssitz Wolfsburg sein. "Das ist seit sechs Wochen nicht mehr strittig", betonte der VW-Patriarch. Auch VW-Chef Martin Winterkorn sagte in Olbia: "Ich gehe davon aus, dass die Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg bleibt." Die finanziellen Risiken, die sich bei Porsche durch Optionsgeschäfte mit VW-Aktien angesammelt haben, kann Volkswagen Piëch zufolge nicht übernehmen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Volkswagen diese Risiken eingeht", sagte der VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer. Unterdessen hat die Finanzaufsicht BaFin gegen Porsche eine förmliche Untersuchung wegen möglicher Marktmanipulation eingeleitet.

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Elf Milliarden sind zu hoch gegriffen

Ihm selbst sei es als Porsche-Aufsichtsrat nicht gelungen, sich Klarheit über die Folgen der Optionsgeschäfte zu verschaffen. "Ich weiß nicht, wie hoch diese Risiken sind", versicherte Piëch. Nach Presseberichten soll es sich um einen Milliardenbetrag handeln. Piëch stellte abermals klar, dass der geplante Zusammenschluss von VW und Porsche nicht zulasten von Volkswagen gehen dürfe. "VW zahlt nur soviel, wie es an Gegenwert bekommt", betonte er mit Blick auf einen möglichen Ankauf des Autogeschäftes von Porsche durch den größeren Autokonzern. "Elf Milliarden ist sicher ein paar Milliarden zu hoch gegriffen", fügte er als möglichen Preis hinzu.

Lieber Winterkorn als Wiedeking

Volkswagen und Porsche könnten sich auf verschiedenen Wegen, durch Integration von Porsche in die Volkswagen AG oder durch eine Fusion, zusammenschließen, sagte Piëch weiter. "Ich favorisiere etwas, was schnell und weitgehend schmerzlos geht." Dabei müsse die Volkswagen AG erhalten bleiben, um das VW-Gesetz zu erhalten. Es seien auch Mischungen aus den verschiedenen Wegen denkbar. Für Volkswagen sei derzeit Martin Winterkorn der bessere Vorstandschef, so Piëch. "Für Porsche war Wiedeking der bessere - die 15 Jahre", fügte er hinzu. Es stehe nicht an, Wiedeking als Porsche-Chef abzulösen. Er könne sich aber auch nicht vorstellen, dass Wiedeking Porsche-Markenvorstand im VW-Konzern werden wolle. "Er müsste sehr weit runtersteigen und ein Rollenwechsel müsste stattfinden: vom Durchmarschierer zur Demut." Derzeit sei Wiedeking persönlich bemüht, den bei Porsche verursachten finanziellen "Reifendefekt" rückgängig zu machen.

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Porsche hat Banken vergrätzt

Piëch verglich VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch mit dem Porsche-Finanzvorstand Holger Härter. "Ich bin überzeugt, Herr Pötsch ist kreditfähiger", urteilte er. Porsche habe die Banken stark vergrätzt. Das Unternehmen habe sich viel Geld zu niedrigen Zinsen geliehen und es zu hohen Zinsen angelegt, statt dafür VW-Aktien zu kaufen. "Das vergessen die Banken nicht", sagte Piëch. Je näher für Porsche der nächste Kredittermin gekommen sei, desto enger sei es geworden.

Porsche-Aktie unter Druck

Einen Einstieg eines neuen Großaktionärs bei dem geplanten VW-Porsche-Zusammenschluss erwartet Piëch vorerst nicht. "Ich kann in einer ungünstigen Situation keine guten Bedingungen für Porsche und Volkswagen erwarten." Die Unternehmen müssten die Dinge zunächst selbst regeln. Die Kommentare Piëchs zur Lage bei Porsche verschreckten offenbar viele Anleger: Die Porsche-Aktie gab am Dienstag deutlich nach.

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