Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

VW unterbricht Verhandlungen mit Porsche


Geplante Fusion  

VW unterbricht Verhandlungen mit Porsche

18.05.2009, 11:26 Uhr | lgs, t-online.de, dapd

Machtkampf zwischen VW und Porsche (Quelle: dpa)Machtkampf zwischen VW und Porsche (Quelle: dpa) Neue Eskalationsstufe im Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche: Einen Tag vor dem Spitzentreffen der Porsche-Eigentümerfamilien hat der Wolfsburger Konzern am Sonntag überraschend die Fusionsgespräche mit dem Sportwagenbauer unterbrochen. Volkswagen-Sprecherin Christine Ritz sagte der AP, der ebenfalls für den Montag angesetzte nächste Gesprächstermin über das Zusammengehen der beiden Unternehmen auf Arbeitsebene sei abgesagt worden. Volkswagen schließe sich der Auffassung seines Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh an, wonach es derzeit keine Atmosphäre für konstruktive Gespräche gebe. Zum weiteren Vorgehen wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Ein Porsche-Sprecher wollte auf AP-Anfrage die Unterbrechung der Gespräche zunächst nicht kommentieren.

Porsche und VW - Chronologie der Ereignisse
Schaulaufen - Die Marken des Volkswagen-Konzerns
Porträt Wiedeking - Porsche-Chef auf der Überholspur ausgebremst?
Quiz - Wie gut kennen Sie Volkswagen?

Kapitalerhöhung von vier bis fünf Milliarden Euro?

Am Montag sollten erstmals seit den umstrittenen Äußerungen von VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piech zur Zukunft des Sportwagenbauers die Porsche-Eigentümerfamilien bei einer Aufsichtsratssitzung zusammentreffen. Parallel dazu planen die Porsche-Beschäftigten Proteste gegen Piech. Volkswagen wirft den Stuttgartern dagegen "Volksverdummung" vor. Offenbar werde der Ernst der Lage bei Porsche verdrängt, verlautete aus dem Unternehmen.



Porsche ist verschuldet

Bei der für 09.30 Uhr angesetzten Aufsichtsratssitzung sollte es nach AP-Informationen um eine Kapitalerhöhung bei Porsche in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro gehen. Der Sportwagenbauer ist mit rund neun Milliarden Euro verschuldet. Volkswagen soll dagegen Nettoreserven von elf Milliarden Euro haben. Die Eigentümer-Familien Porsche und Piech - Ferdinand Piechs Mutter war eine geborene Porsche - hatten sich Anfang Mai bei einem Treffen in Salzburg auf ein Zusammengehen des hoch verschuldeten Sportwagenbauers mit dem VW-Konzern geeinigt. Einzelheiten sollten die Vorstände beider Firmen innerhalb von vier Wochen ausarbeiten. Seitdem gab es bereits Gespräche auf Arbeitsebene. In der Öffentlichkeit gab es zahlreiche Spekulationen sowohl über Personalfragen als auch über den zukünftigen Firmensitz und das Thema Finanzen.

Rotes Kraftpaket - Porsche 911 GT3 fährt 300 km/h
Porsches viertes Modell - Der Porsche Panamera

Piech: Porsche soll finanzielle Schwierigkeiten alleine lösen

Bislang hat weder Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche persönlich noch die Porsche AG öffentlich zu den Äußerungen Piechs Stellung genommen. Der 72-jährige VW-Aufsichtsratschef hatte am Rande einer Autovorstellung auf Sardinien erklärt, der Sitz des neuen gemeinsamen Konzerns werde der bisherige VW-Standort Wolfsburg sein und Porsche müsse zudem seine finanziellen Schwierigkeiten selbst lösen.



Aufregungen um Äußerungen Piechs

Laut "Spiegel" hat Piech bei Porsche auch damit Unmut ausgelöst, dass er den Preis für den Verkauf des Sportwagenbauers heruntergeredet habe. Auf die Frage, ob der Wert von elf Milliarden Euro für Porsche richtig sei, soll er geantwortet haben: "Das ist sicherlich ein paar Milliarden zu hoch gegriffen. 'Paar' groß geschrieben." Porsche-Vertreter sehen dem Blatt zufolge hierin einen Verstoß gegen das Aktienrecht, weil Aktionäre bei einem niedrigen Verkauf auf Schadenersatz klagen könnten.

Vorwurf des Verrats

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hatte Mitte der Woche eine juristische Prüfung der Frage angekündigt, ob Piech mit seinen Äußerungen gegen die Aufsichtsräten per Gesetz auferlegte Treue-, Sorgfalts- und Verschwiegenheitspflicht verstoßen habe. Piech hatte den Vorwurf umgehend zurück gewiesen. Laut "Spiegel" erkennen auch seine Anwälte keinen Verstoß gegen das Aktienrecht. Auf einer Betriebsratssitzung am Freitag soll Hück nach einem Vorabbericht des "Focus" erklärt haben: "Piech hat uns verraten. Er hat hier nichts mehr verloren."

Mehr Themen:
Abwrackprämie wirkt - Deutscher Automarkt im April robust
Vorbei an Toyota - Abwracken macht VW zum Branchenprimus
Autokrise - Wer überlebt, wird in Asien entschieden
USA - Automarkt schrumpft im April um ein Drittel
Gewinner der Krise - Gelddrucker, Wodkahersteller und Burgerbrater
Wertvolle Autobauer - Die größten Konzerne weltweit
Ranking - Vorstandsgehälter der DAX-Bosse
Fortune-Ranking - Die größten Konzerne weltweit
Foto-Show - Technik-Highlights im neuen Panamera



Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
hier MagentaZuhause M sichern
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal