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Kleinanleger stürzen sich auf Gold


Gold  

Kleinanleger stürzen sich auf Gold

20.05.2009, 15:55 Uhr | sky, t-online.de

Gold-Nachfrage klettert kräftig (Foto: imago)Gold-Nachfrage klettert kräftig (Foto: imago) Gold bleibt auf der ganzen Welt weiter begehrt: Die Nachfrage nach dem Edelmetall hat im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf insgesamt 1016 Tonnen zugelegt. Erstmals seit Beginn der Erhebungen haben Gold-Fonds - und damit Kleinanleger - mehr Metall gekauft, als die Schmuckindustrie auf dem Globus. Auch Sammler aus Deutschland deckten sich verstärkt mit Barren und Münzen ein, teilte die Lobby-Gruppe World Gold Council (WGC) mit. Dagegen ging die Nachfrage aus den traditionellen Goldländern Indien und Arabien kräftig zurück.

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Investment-Käufe ziehen kräftig an

Die Käufe von Gold zu Investment-Zwecken zogen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 248 Prozent an, wie das von mehreren Minen-Unternehmen finanzierte WGC erläuterte. Zur Kategorie Investment gehören neben Barren und Münzen vor allem Gold, das von Exchange Traded Funds (ETF – an der Börse gehandelte Fonds) gekauft wird. Alles in allem stieg der Investment-Verbrauch von rund 171 Tonnen im Vorjahr auf fast 596 Tonnen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Rund 45 Prozent der gesamten globalen Nachfrage nach dem gelben Metall stammten somit aus dem Investment-Sektor.


Fonds kaufen zu

Im gesamten ETF-Sektor schoss die Nachfrage im ersten Quartal um 540 Prozent auf 465 Tonnen davon. Die Interessengruppe WGC begründet den Trend mit der Angst vor der weltweiten Wirtschaftskrise und den Inflationssorgen. Hinter ETF-Käufen stecken meist Kleinanleger, die sich aus Sicherheits- oder Kostengründen Gold nicht zuhause in einen Tresor legen wollen. Vor allem der weltgrößte Gold-Fonds SPDR Gold Trust sog laut WGC den Großteil der Anlegergelder auf: Die Bestände in den Tresoren von SPDR wuchsen von rund 73 Tonnen vor einem Jahr auf nun 465 Tonnen.

Münzen und Barren in Deutschland und der Schweiz gefragt

Die weltweite Retail-Nachfrage nach physischem Gold legte den Angaben zufolge um 33 Prozent auf 131 Tonnen zu. Vor allem in Deutschland deckten sich die Sammler mit Münzen und Barren ein: Die Bundesrepublik war mit einem Anstieg um 400 Prozent auf 59 Tonnen der weltgrößte Markt für physisches Gold. Auf Platz zwei folgte die Schweiz mit einem Anstieg von 437 Prozent auf 39 Tonnen vor den USA mit einem Plus von 216 Prozent auf 27,4 Tonnen. Die Zentralbanken hielten sich derweil mit der Veräußerung ihrer Bestände zurück: Die verkaufte Menge rutschte im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 35 Tonnen.

Gold-Recycling läuft auf Hochtouren

Trotz der starken Nachfrage schoss der Goldpreis nicht davon – der Grund ist die hohe Recycling-Quote: Die Menge an wieder gewonnenem Edelmetall zog im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent auf 558 Tonnen an. Wegen der globalen Wirtschaftskrise sank auch die Nachfrage in der Industrie – vor allem der schwächere Elektronik-Sektor war für den Rutsch von 31 Prozent verantwortlich. Gold wird beispielsweise in Laptops und in Handies eingesetzt.

 

Schmuck-Nachfrage in Arabien und Indien sinkt

Zugleich brach die Nachfrage nach Goldschmuck im ersten Quartal um 24 Prozent auf 339 Tonnen ein. Verantwortlich dafür war vor allem ein Nachfrage-Schock in Indien, das Land gilt traditionell als der weltweit größte Schmuck-Verbraucher: Wegen der schwachen Rupie und der Wirtschaftskrise gingen die Käufe im Jahresvergleich um 83 Prozent auf knapp 18 Tonnen zurück. In Arabien rutschte die Nachfrage um 26 Prozent auf 53,6 Tonnen ebenfalls.

Skepsis bei Analysten

Die Commerzbank kommentierte den WGC-Report kritisch: Die Analysten sehen nach wie vor Rückschlagsrisiken bei Gold, sobald die Unterstützung durch den US-Dollar nachlasse. Der Risikoappetit in den Finanzmärkten liege wieder auf dem Niveau, welches vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vor acht Monaten Bestand hatte. Vor diesem Hintergrund überrasche es nicht, dass sich die Investmentnachfrage in den vergangenen Tagen und Wochen spürbar beruhigt habe. Beispielsweise verharrten die Goldbestände von SPDR Gold Trust seit einer Woche bei 1105,6 Tonnen.

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