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WestLB: Sparkassen wehren sich gegen Blockade-Vorwurf


Landesbanken  

Sparkassen: Keine Blockade bei Sanierung der WestLB

03.06.2009, 11:51 Uhr | mash, t-online.de, dpa

Sparkassen weisen Vorwürfe einer Blockade bei WestLB zurück (Quelle: imago images)Sparkassen weisen Vorwürfe einer Blockade bei WestLB zurück (Quelle: imago images) Nach dem Rücktritt von WestLB-Chef Heinz Hilgert wehren sich die Sparkassen gegen Vorwürfe, sie würden die Sanierung der angeschlagenen Landesbank blockieren. Die Sparkassen verweigern erneute Milliardengarantien und berufen sich auf ihre Pflicht und Verantwortung als Aktionär. #

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Risikoabschirmung der Bank mit Hilfe des Bundes

"Wir verweigern keineswegs die Hilfe, sondern werden unserer Verantwortung als Aktionär gerecht", sagte der Vorsitzende des westfälisch-lippischen Sparkassenverbandes, Rolf Gerlach, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Ziel sei es, über Hilfen des Bundes eine Risikoabschirmung der WestLB zu erreichen, sagte Hans-Georg Vogt, Landesobmann der westfälisch-lippischen Sparkassen, dem "Handelsblatt".

Sparkassen verweigerten Milliardengarantien

Hilgert hatte seinen überraschenden Rückzug mit der mangelnden Unterstützung der Mehrheitseigentümer - den nordrhein-westfälischen Sparkassenverbänden - begründet. Sie hatten sich geweigert, neue Milliardengarantien für ein von Hilgert ausgearbeitetes Sanierungskonzept zu übernehmen. Das sogenannte Omega-Projekt sieht die Auslagerung weiterer Risikopapiere und nicht strategiekonformer Geschäftsaktivitäten mit einem Volumen von rund 80 Milliarden Euro vor.

"Übernahme weiterer Verpflichtungen kaum vermittelbar"

Gerlach erklärte, es sei von Anfang an klar gewesen, dass die westfälischen Sparkassen zu allen ihren Pflichten stehen würden. "Deutlich war aber zu jeder Zeit, dass die Übernahme weiterer Verpflichtungen bei den Sparkassen und Kommunen kaum vermittelbar ist", betonte er. Würde weiteres Eigenkapital zur Verfügung gestellt, müsste die Kreditvergabe deutlich eingeschränkt werden, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Sparkassenkreise. Die Eigentümer der Bank, zu denen auch das Land Nordrhein-Westfalen zählt, bürgen bereits seit Februar 2008 mit fünf Milliarden Euro für in eine Zweckgesellschaft ausgelagerte Risikopapiere der WestLB.

Sparkassen setzen auf Bundeshilfe

Um Risiken zur Ausgliederung weiterer Vermögensteile der drittgrößten Landesbank abzuschirmen, setzen die Sparkassen laut Vogt nun vor allem auf Bundeshilfe. Infrage kämen die Modelle des Bundes für "Bad Banks", sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bielefeld der Zeitung zufolge. Der Verbandschef der westfälisch-lippischen Sparkassen, Gerlach, zeigte sich "sicher, dass für die WestLB und andere Teile der Landesbanken eine Zukunftslösung gefunden wird". Daran werde in Brüssel, Berlin und den Landeshauptstädten dieser Tage pausenlose gearbeitet.

WestLB in schwieriger Lage

Die WestLB muss derzeit eine der schwierigsten Phasen ihrer Unternehmensgeschichte bewältigen. Erst vor wenigen Tagen hatte die EU-Kommission der Bank, die durch Fehlspekulationen und die Finanzkrise in heftige Turbulenzen gestürzt ist, als Bedingung für den bereits gewährten Risikoschirm harte Einschnitte verordnet. Die WestLB muss danach ihr Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren halbieren. Außerdem soll das Geldinstitut bis Ende 2011 in einem offenen Bieterverfahren verkauft werden.

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