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Opel: Insolvenz ist noch nicht vom Tisch


Opel-Drama  

Letzte Chance für Opel

29.05.2009, 10:19 Uhr | oca, dapd, t-online.de

Zu Guttenberg: Opel-Insolvenz "Druckpotenzial" gegenüber AmerikanernZu Guttenberg: Opel-Insolvenz "Druckpotenzial" gegenüber Amerikanern (Quelle: ddp) Bei einem Krisentreffen in Berlin wird am heutigen Freitag ein neuer Rettungsversuch für Opel unternommen. Dem angeschlagenen Autobauer droht die Insolvenz, falls keine Grundsatzentscheidung in den USA für einen neuen Investor fällt. Eine erste Verhandlungsrunde mit allen Opel-Beteiligten war in der Nacht zum Donnerstag an neuen Geldforderungen des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) und fehlenden Sicherheiten für staatliche Hilfen gescheitert. Die Bundesregierung erwartet nun, dass sich die US-Seite und die potenziellen Investoren Fiat und Magna bis 14.00 Uhr über den Finanzbedarf und die Absicherung einigen, bevor das angestrebte Opel-Treuhandmodell samt Überbrückungskredit vereinbart werden kann.

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Guttenberg: Insolvenz nicht vom Tisch

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte an, sich bei den Gesprächen nicht "unterbuttern" zu lassen. "Wer Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten oder auch Unternehmen in den Vereinigten Staaten kennt, weiß, dass da auch gerne bis zum Schluss hoch gepokert wird", sagte er am Donnerstagabend im ZDF- "heute-journal". Sollte es für die bestehenden Probleme kein Lösungsangebot geben, werde man "weiterhin deutlich machen, dass wir auch bereit sind - für den Fall mangelnden Entgegenkommens - den amerikanischen Vorstellungen nicht entgegenzukommen", sagte Guttenberg. Deshalb bleibe auch die "nicht gewünschte, aber trotzdem dann eintretende Folge einer Plan-Insolvenz immer im Gespräch".

Magna ist Favorit

An dem Spitzentreffen im Kanzleramt nehmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Bundesminister sowie Vertreter der vier Bundesländer mit Opel-Standorten, von General Motors und des US-Finanzministeriums teil. Die Bundesregierung will Opel aus einem Insolvenzstrudel des Mutterkonzerns heraushalten. Opel beschäftigt in Deutschland rund 26.000 Menschen. Nach Informationen aus Regierungskreisen hat das kanadisch-österreichische Unternehmen Magna derzeit die besten Chancen, den Zuschlag für Opel zu bekommen.

EU-Treffen zur Opel-Krise in Brüssel

Auch in Brüssel beraten am Freitag auf Einladung von EU-Industriekommissar Günther Verheugen Vertreter der EU-Staaten mit GM-Standorten über das weitere Vorgehen. Von einer Insolvenz des US-Konzerns wären neben Deutschland unter anderem auch Großbritannien und Schweden mit den Traditionsmarken Vauxhall und Saab betroffen. Verheugen will, dass sich die EU-Länder besser abstimmen.

DIHK kritisieren Staatshilfen für Opel

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht das geplante Treuhand-Modell für den angeschlagenen Autohersteller Opel kritisch. "Eine staatliche Beteiligung an Opel brächte das Wettbewerbsgefüge zu Lasten anderer Hersteller durcheinander", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Berliner Zeitung". Mit einem Engagement der Bundesregierung könnten "immense Risiken auf den Steuerzahler übergewälzt" werden.

Staat darf sich nicht erpressen lassen

Hans-Werner Sinn, der Chef des ifo-Instituts München, warnte ebenfalls vor zu hohen staatlichen Sicherheiten für die Opel-Investoren: "Der Staat darf sich im Vorfeld der Wahlen nicht erpressen lassen", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Die Bieter wollen riesige Geldbeträge als Sicherheiten, sechs bis acht Milliarden Euro. Das macht bis zu 300.000 Euro pro Arbeitsplatz."

"Insolvenz schützt Arbeitsplätze"

Sinn sprach sich für eine geordnete Insolvenz aus. Diese sei notwendig, um die Ansprüche der Alteigentümer und der Gläubiger zu begrenzen. So könnte ein Neuanfang für das Unternehmen ermöglicht werden, indem die Altansprüche zurückgedrängt würden. "Ein Verzicht auf eine Insolvenz schützt die Banken, die Insolvenz schützt stattdessen die Arbeitsplätze", sagte der Wirtschaftsexperte.


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