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Magna-Chef: Opel wird in vier Jahren wieder Gewinn machen


Opel-Übernahme  

Magna-Chef: Gewinne für Opel erst wieder in 4 Jahren

03.06.2009, 19:30 Uhr | lgs, t-online.de, dapd, AFP

Frank Stronach (Quelle: dpa)Frank Stronach (Quelle: dpa) Opel wird nach Einschätzung von Magna-Chef Frank Stronach erst in vier Jahren wieder Gewinn machen. Der umgebaute Autohersteller werde mit einer neuen Modellpalette binnen drei Jahren aus den roten Zahlen herauskommen und im vierten Jahr wieder profitabel arbeiten, sagte Stronach in Ottawa. Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und die russische Sberbank wollen Opel in den kommenden Monaten übernehmen.

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Opel-Modelle sollen auch in Kanada gebaut werden

Magna wolle ab Ende des Jahres Opel-Autos nach Kanada importieren und dort verkaufen, sagte Stronach der Zeitung "Toronto Star". In Ottawa kündigte er an, Magna wolle in den kommenden Jahren auch Opel-Modelle in Kanada bauen. Einen genauen Zeitpunkt dafür nannte er allerdings nicht. Dieser stehe noch nicht fest, sagte eine Magna-Sprecherin AFP. Für den US-Markt seien die Opel-Autos nicht bestimmt, sagte Stronach. Opel werde seiner Mutter General Motors (GM) auf deren Heimatmarkt keine Konkurrenz machen. Dies könne sich allerdings nach ein paar Jahren ändern, fügte er hinzu.




Übernahme soll bis September abgeschlossen sein

Die Übernahme des deutschen Autobauers will Magna bis Ende September abschließen. "Wir sollten jetzt die Ärmel aufkrempeln und die letzten offenen Punkte klären", sagte Vorstandschef Siegfried Wolf nach einer Opel-Betriebsversammlung in Rüsselsheim: "Dann glaube ich, dass wir sehr schnell zu einem Abschluss kommen." Wolf sagte, es müsse nun zunächst die Faktenlage in allen Details geklärt werden. In den nächsten vier bis fünf Wochen könne ein Vertrag unterzeichnet werden. Bis dieser von allen zuständigen Stellen gebilligt worden sei, werde es aber voraussichtlich Ende September sein: "Die Zeit ist sehr, sehr knapp." Der Magna-Chef betonte, der Europachef von General Motors, Carl-Peter Forster, werde Opel führen.

Diskussion um Opel-Rettung dauert an

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz stimmte die Beschäftigten auf weitere Einschnitte ein. Für die Werke in Bochum, im belgischen Antwerpen und im britischen Luton werde es eine "harte Nuss" werden. Hier stünden harte Verhandlungen an. Der Betriebsrat stehe aber weiter zu seiner Forderung, dass kein Werk geschlossen und kein Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt werde. Franz nannte zwei Millionen Fahrzeuge als Produktionsziel für den neu formierten Autobauer innerhalb der nächsten fünf Jahre. Im vergangenen Jahr bauten Opel und die Schwestermarke Vauxhall insgesamt 1,5 Millionen Autos.

Opel hat "die nötige Luft zum Atmen"

Unterdessen ging die Diskussion um die Opel-Rettung weiter. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sieht die staatliche Hilfe kritisch. "Da versuchen Politiker, Zeit zu gewinnen", sagte Walter dem "Hamburger Abendblatt". Während in den USA für die Rettung des Mutterkonzerns General Motors die Variante einer geordneten Insolvenz gewählt worden sei, habe man in Deutschland so getan, als ob es diese Möglichkeit gar nicht gäbe. Außenminister Frank-Walter Steinmeier schloss zusätzliche Leistungen des Staates zur Opel-Rettung aus. "Das haben wir Magna und General Motors klar gesagt. Beide haben dies akzeptiert", sagte der SPD-Politiker den "Ruhr Nachrichten". Mit der staatlichen Brückenfinanzierung habe Opel jetzt "die nötige Luft zum Atmen".



Produktionsziel von zwei Millionen Autos

Betriebsratschef Franz rechnet damit, dass sich an der langfristigen Opel-Bürgschaft von 4,5 Milliarden Euro neben Deutschland weitere europäische Länder mit Opel-Standorten beteiligen werden. Es werde hier "kein Freibier auf Kosten Deutschlands" geben, sagte Franz der Wochenzeitung "Die Zeit". Der stellvertretende russische Ministerpräsident Sergej Iwanow bezeichnete den Einstieg der russischen Sberbank bei Opel als "gutes Beispiel für Kooperationen". Eine Zusammenarbeit im Industriebereich sei ein wichtiger Faktor, um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen, sagte Iwanow dem "Rheinischen Merkur". Zudem erwarte er einen deutlichen Zugewinn an Arbeitsplätzen beim russischen Hersteller Gaz, der als industrieller Partner von Opel vorgesehen ist: "Nur noch die Stoßstange anschrauben, so wie einst bei BMW in Kaliningrad - die Nummer läuft nicht mehr." Opel konnte seine Stellung als Nummer zwei auf dem deutschen Markt im Mai halten. Wie das Unternehmen am Mittwoch berichtete, wurden bundesweit 39.256 Opel-Fahrzeuge neu zugelassen, rund 15.000 mehr als vor einem Jahr. Der Marktanteil habe bei 10,2 Prozent gelegen.


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