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Rohstoffindustrie: Großeinstieg von Chinalco bei Rio Tinto geplatzt


Rohstoffe  

Der Chinalco-Deal mit Rio Tinto ist geplatzt

23.02.2010, 14:32 Uhr | sky, dpa-AFX, dpa, t-online.de

Rio Tinto gibt Chinalco einen Korb (Foto: dpa)Rio Tinto gibt Chinalco einen Korb (Foto: dpa) Der umstrittene Milliarden-Deal des chinesischen Staatskonzerns Chinalco beim Rohstoffriesen Rio Tinto ist gescheitert. Das hoch verschuldete anglo-australische Unternehmen will stattdessen ein Joint Venture mit dem Erzrivalen BHP Billiton eingehen, um Kosten zu senken, teilte es in Sydney mit. Rio Tinto und BHP sind die größten Rohstoffkonzerne der Welt. BHP wollte Rio Tinto im vergangenen Jahr schlucken, ließ aber mit Verweis auf die Schulden von der feindlichen Übernahme ab. Rio Tinto ist nach dem Kauf des kanadischen Rivalen Alcan vor zwei Jahren mit rund 38 Milliarden Dollar verschuldet.

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China Aluminum reagiert verbittert

Chinalco äußerte sich enttäuscht. Das Unternehmen wollte seine Neun-Prozent-Beteiligung an Rio Tinto verdoppeln. Das Geschäft hätte einen Umfang von 19,5 Milliarden US-Dollar (13,7 Milliarden Euro) gehabt und wäre sowohl die größte Auslandsinvestition Chinas als auch die größte ausländische Beteiligung in der australischen Wirtschaftsgeschichte gewesen. "Auch wenn diese Transaktion nicht klappt, wird sich das strategische Ziel von Chinalco, ein internationales Multi-Metall- Unternehmen aufzubauen, nicht ändern", teilte Generalmanager Xiong Weiping mit. Das Unternehmen halte nach anderen Beteiligungsmöglichkeiten Ausschau.



Die Börse applaudiert

Dagegen reagierten die Börsianer begeistert auf die jüngste Entwicklung: Rio Tinto schossen in London zwischenzeitlich um 10,4 Prozent auf 3004 Pence hoch und setzten sich damit an die Spitze im FTSE-Index. BHP legten um 9,5 Prozent auf 1595 Pence zu. In dem Joint-Venture von Rio Tinto und BHP Billiton sollen die Eisenerz- Aktivitäten in Westaustralien vereint werden. Aktionäre rechnen mit enormen Einsparungsmöglichkeiten: Die Bergwerke beider Unternehmen liegen in derselben Gegend. Bei einem Zusammenschluss können dieselben Transport- und Hafenanlagen genutzt werden.

Hoffnung auf Synergien

"Mit dem Joint Venture entsteht ein konkurrenzloses Eisenerz- Geschäft mit Weltklasse-Anlagen und -Infrastruktur", sagte der Rio-Vorsitzende Jan du Plessis. "Wir glauben, dies ist für unsere Aktionäre sehr wertvoll." BHP-Chef Marius Kloppers sagte: "Die Synergien in dieser Kombination sind so erheblich, dass beide Unternehmen seit mehr als zehn Jahren über ein Zusammengehen nachgedacht haben. Wir sind begeistert, dass wir eine Lösung gefunden haben, die beiden Seiten zu Gute kommt."



Australien in der Zwickmühle

Die Gespräche zwischen Rio Tinto und Chinalco hatten den australischen Premierminister Kevin Rudd in Verlegenheit gebracht. Rudd propagiert zwar den freien Welthandel und grenzüberschreitende Investitionen. Doch hatte seine Regierung im vergangenen Jahr schon Sorge über den wachsenden Appetit ausländischer staatlicher Investmentfonds auf die australische Rohstoffindustrie geäußert. Gleichzeitig nimmt China bereits zwanzig Prozent der australischen Exporte ab und ist damit ein Kunde, der besser nicht verprellt werden sollte.

Freude in der Opposition

Der konservative Senator Barnaby Joyce frohlockte dagegen unverhohlen. "Das ist großartig für die Australier. Es gibt keine Komplikationen, wie sie entstanden wären, wenn die kommunistische Regierung Chinas teilweise in Besitz des australischen Rohstoffreichtums gekommen wäre", meinte er.


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