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Staatsanwalt prüft Ermittlungen gegen Middelhoff


Karstadt-Immobilien  

Staatsanwalt prüft Ermittlungen gegen Middelhoff

22.02.2010, 17:32 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Problematische Immobiliengeschäfte - Ex-Arcandor-Chef Thomas MiddelhoffProblematische Immobiliengeschäfte - Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff (Quelle: ddp) Die Staatsanwaltschaft Essen prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff einleitet. Es geht um Vorwürfe im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften des vor der Insolvenz bedrohten Handelskonzerns. Das nordrhein-westfälische Justizministerium hatte auf Anregung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) ein entsprechendes Schreiben aus Berlin an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Eine Sprecherin der Essener Behörde bestätigte am Montag den Eingang. Die Prüfung sei umgehend eingeleitet worden.

Middelhoff weist Vorwürfe zurück

Middelhoff hatte die Vorwürfe am Wochenende zurückgewiesen. Der gesamte Sachverhalt sei von den zuständigen Gremien des Unternehmens unter Hinzuziehung von Wirtschaftsprüfern und Anwälten intensiv geprüft und abschließend bearbeitet worden. Bei der Kontroverse geht es um fünf Gebäude, die von dem Konzern für Karstadt-Warenhäuser bei Immobilienfonds angemietet werden. Die Fonds waren gemeinsam von der Privatbank Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden.

Hohe Mieten als geplantes Gegengeschäft

Die Häuser seien - noch bevor Middelhoff zu dem Konzern kam - zu außergewöhnlich hohen Preisen angemietet worden, schreibt der "Spiegel". Im Gegenzug sollte Esch den Konzern offenbar an Gewinnen aus seinen Großprojekten beteiligen, heißt es. Zu den Geschäften sei es aber nicht gekommen. Der Vorstand habe die Ausfälle auf rund 100 Millionen Euro beziffert. Laut juristischer Prüfung seien die Gelder aber nicht einzutreiben gewesen, hatte Middelhoff erklärt.

Engagement aus Vor-Arcandor-Zeiten

Zum eigenen Engagement bei den Fonds sagte Middelhoff, seine Frau und er hätten als Privatpersonen kleinere Beteiligungen von unter zehn Prozent an den Esch-Fonds gezeichnet, ohne zu diesem Zeitpunkt zu ahnen, dass er zwei Jahre später in den Aufsichtsrat von KarstadtQuelle (heute Arcandor) gewählt werden würde. Er habe den Aufsichtsrat unmittelbar nach seiner Berufung 2004 über den Sachverhalt informiert. Auch auf der Hauptversammlung 2005 sei kein Fehlverhalten festgestellt worden. Middelhoff war bei KarstadtQuelle zunächst Aufsichtsratschef und dann ab Mai 2005 Vorstandsvorsitzender.

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