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Heftiger Machtkampf hinter den Kulissen


Porsche  

Heftiger Machtkampf hinter den Kulissen

23.02.2010, 14:28 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking - Machtkampf hinter den Kulissen (Quelle: imago images)Porsche-Chef Wendelin Wiedeking - Machtkampf hinter den Kulissen (Quelle: imago images) Der Machtkampf bei Porsche wird offenbar erbitterter geführt als bisher bekannt. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) wirft Konzernchef Wendelin Wiedeking dem Miteigentümer Ferdinand Piëch vor, Porsche mit öffentlichen Attacken möglicherweise schwer geschadet zu haben. Dafür müsse Piëch notfalls "persönlich haften", warne Wiedeking in einem Brief, der bereits vom 13. Mai stamme.



Porsche und VW - Chronologie der Ereignisse



Ungewöhnlicher Fall

Es sei in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein äußerst ungewöhnlicher Fall, dass der Vorstandschef eines der bekanntesten Konzerne dessen Miteigentümer mit harten Worten zur Ordnung rufe und ihm sogar mit Schadenersatzforderungen drohe. In dem Brief verwahrt sich Wiedeking gegen Attacken von Piëch, der als Großaktionär und Aufsichtsrat bei Porsche maßgeblichen Einfluss auf den Sportwagen-Hersteller hat. Als VW-Aufsichtsratschef bestimmt er zudem auch die Geschicke des Wolfsburger Konzerns mit.



Piëch kann Wiedeking offenbar nicht absetzen

Der Brief sei eine Antwort auf die Attacken von Piëch gegen Wiedeking bei der Präsentation des neuen VW Polo kurz zuvor im Mai auf Sardinien gewesen. Piëch habe nach Angaben aus Konzernkreisen Wiedekings Vorwürfe in einem Schreiben zurückgewiesen und erklärt, er habe Porsche nicht geschadet, berichtete die Zeitung. Üblicherweise würde eine solche Auseinandersetzung zur sofortigen Entlassung des Chef- Angestellten führen. "Offenbar aber kann Piëch eine Ablösung von Wiedeking nicht durchsetzen", schreibt die "SZ". Dieser werde von der Familie Porsche gestützt, dem anderen Großaktionär neben der Piëch-Familie.

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VW-Porsche-Fusion weiter offen

Seit Wochen tobt ein Machtkampf zwischen Porsche und VW - Gespräche über ein Zusammengehen stocken. Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von Europas größtem Autobauer Volkswagen verhoben und kämpft mit einem riesigen Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro. Zur Behebung der Milliarden-Finanzierungslücke setzt Porsche auf einen Kredit über 1,75 Milliarden Euro von der staatliche KfW-Gruppe - hierüber ist aber noch nicht entschieden worden.

Spannung vor Zehnmonatszahlen

Porsche legt an diesem Freitag seine Zehnmonatszahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 vor, das am 31. Juli endet. Mit Spannung wird erwartet, ob sich der bisherige Abwärtstrend fortsetzt. Zum Halbjahr hatte der Stuttgarter Sportwagenhersteller wegen der Absatzflaute etwas mehr als drei Milliarden Euro erlöst, 12,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Rutschen die Zahlen tiefer in den Keller, dürfte die Position von Porsche-Chef Wiedeking im Übernahmekampf mit VW weiter geschwächt werden.

Augenmerk auf Aktienoptionen

Das Hauptaugenmerk der Börsianer gilt aber nicht nur dem Umsatz und den Absatzzahlen, sondern auch den Geschäften des Unternehmens mit VW-Aktien. Am Freitag laufen Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent an Volkswagen aus. Aktuell hält Porsche rund 51 Prozent an den Wolfsburgern. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es am Freitag zu großen Kursschwankungen der VW-Stammaktien kommt.

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