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Xstrata will mit Anglo American fusionieren


Bergbau-Branche  

Xstrata will mit Anglo American fusionieren

22.06.2009, 22:20 Uhr | mmr, dapd, dpa, t-online.de

Tagebau-Mine von Anglo American in Chile (Foto: Reuters)Tagebau-Mine von Anglo American in Chile (Foto: Reuters) Die Wirtschaftskrise sorgt weiter für Bewegung in der unter massivem Preisverfall leidenden Bergbau-Branche. Zwei Wochen nach der vereinbarten Zusammenlegung des Eisenerz-Geschäfts von BHP Billiton und Rio Tinto teilte der Schweizer Minenbetreiber Xstrata am Wochenende mit, mit dem Konkurrenten Anglo American über eine Fusion unter Gleichen verhandeln zu wollen. Der Zusammenschluss hätte einen Wert von fast 50 Milliarden Euro. Die Anglo-Aktie machte einen Sprung.

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Mit Synergieeffekten gegen die Konkurrenz

Xstrata verspricht sich bedeutende Synergien, die bei einem Alleingang der beiden Unternehmen nicht zu erreichen wären. Analysten des japanischen Finanzhauses Nomura hatten kürzlich errechnet, dass eine Fusion Kostenvorteile von 700 Millionen US-Dollar pro Jahr bedeuten könnte. Xstrata wollte nun den Verwaltungsrat von Anglo American von den Vorteilen des Deals überzeugen, der laut der Mitteilung auch den Aktionären beider Firmen zu Gute käme. Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte das Volumen des Deals auf 41 Milliarden britische Pfund (48,4 Milliarden Euro) beziffert. Die Bergbau-Industrie leidet unter der Finanz- und Wirtschaftskrise. Im November war ein feindlicher Übernahmeversuch des weltgrößten Bergbau-Konzerns BHP Billiton beim Konkurrenten Rio Tinto gescheitert.



Anglo lehnt Fusionsangebot ab

Anglo American hat das Fusionsangebot des Wettbewerbers Xstrata abgelehnt. Der Verwaltungsrat sei nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit Xstrata nicht im Interesse der Aktionäre von Anglo American wäre, teilte das Unternehmen am Montag in London mit. Unabhängig von den fehlenden strategischen Vorteilen seien die von Xstrata genannten Bedingungen zudem "völlig inakzeptabel".

Marktführer bei Grundmetallen würde entstehen

Durch eine Fusion würde ein Weltmarktführer bei der Förderung von Grundmetallen entstehen: die Nummer eins bei Zink, zweiter bei Kupfer und vierter bei Nickel. Auch bei der Produktion von Platin, thermischer Exportkohle und bei Chromeisen würde sich das fusionierte Unternehmen an die Spitze setzen und unter die ersten Fünf bei Eisenerz und Kokskohle.



Problem Südafrika

Ein Hindernis für die Fusion ist nach Expertenmeinung Südafrika. Auch wenn Anglo an der Londoner Börse gehandelt wird, befindet sich ein Großteil der Minen am Kap. Und die Regierung in Pretoria sieht Anglo weiter als eine Art "nationalen Champion", wie die "Financial Times" am Montag kommentierte. Übernahmen aus dem Ausland stehe Südafrika kritisch gegenüber - zumal dann, wenn Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. So gilt auch der erst im vergangenen Jahr von Xstrata übernommene 25-Prozent-Anteil am Platin-Förderer Lonmin als Hindernis für die Kartellbehörden in Südafrika.

Anglo-Aktie legte deutlich zu

In einem schwachen Markt legte die Aktie von Anglo dennoch zeitweise um rund zehn Prozent zu, während Xstrata-Aktien kräftig an Terrain verloren. "Die Aktie von Anglo haben die Anleger nun wieder voll auf dem Radar, und das Management muss alle Möglichkeiten prüfen, um den Shareholder Value zu maximieren", sagte Analyst Michael Rawlinson von Liberum Capital. Auch wenn Anglo über den Vorstoß von Xstrata nicht erfreut sein dürfte, müssten doch alle Fusionsmöglichkeiten überprüft werden. Einige weitere Bewerber könnten nun aus dem Unterholz auftauchen wie beispielsweise die brasilianische Vale oder ein von China unterstütztes Konsortium um die südafrikanische BEE.

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Wirtschaftskrise und Schuldenberg zwingen zu Maßnahmen

Die Bergbau-Unternehmen haben seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise mit einem Preisverfall von 30 bis 50 Prozent zu kämpfen. Hinzu kommen durch milliardenschwere Zukäufe in der Boomzeit entstandene hohe Schulden. Nach einer Kapitalerhöhung im März befindet sich Xstrata in einer vergleichsweise komfortablen Position, wie etwa die "Financial Times" feststellte. Dagegen reagierte Anglo bislang konservativ auf den Preisverfall bei Rohstoffen, indem das Management auf die Refinanzierung der Schulden, das Einfrieren von Investitionen und die Kürzung der Dividende setzte.
Noch vor zwei Jahren lehnte Xstarta eine Übernahme durch Anglo ab. Dass jetzt eine Fusion unter Gleichen überhaupt denkbar ist, hängt unter anderem mit dem auf 25,1 Milliarden Euro eingebrochenen Marktwert von Anglo zusammen. Xstrata ist derzeit knapp 24 Milliarden Euro wert.

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