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VW - Porsche: Christian Wulff dementiert Ultimatum


Übernahme-Kampf  

Eskalation im Konflikt zwischen Porsche und VW

23.02.2010, 15:28 Uhr | sky, dpa , dapd , t-online.de

Der Streit zwischen Porsche und VW eskaliert (Foto: ddp) Der Machtkampf bei den miteinander verflochtenen Autokonzernen VW und Porsche ist am Wochenende in eine Art offener Krieg umgeschlagen. Der Stuttgarter Autobauer wies am Samstag in äußerst scharfer Form ein Ultimatum aus Wolfsburg zurück, mit dem Volkswagen bis Montag Antwort auf ein neues Rettungskonzept verlangt hatte. Es sieht im Kern den Erwerb eines 49-Prozent-Anteils an der Porsche AG durch VW vor.

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Porsche empört über VW

In ihrer Antwort verwahrten sich der Aufsichtsratschef der Porsche Holding, Wolfgang Porsche, und Betriebsratschef Uwe Hück gemeinsam gegen Erpressung. Die Wortwahl der VW-Erklärung sei in hohem Maße irritierend, hieß es. "Erpressen lassen wir uns nicht", schrieben Porsche und Hück. Ultimaten gehörten nicht in das 21. Jahrhundert. "Wir hoffen sehr, dass die Urheber des Ultimatums vor dem Hintergrund der gemeinsamen Ziele sich wieder beruhigen und in internen Gesprächen und nicht über Schlagzeilen ihre Vorschläge verfolgen. Dazu stehen wir jederzeit bereit", fügten die Porsche-Vertreter hinzu.

Wulff rudert zurück

Ein VW-Sprecher hatte zuvor jeden Kommentar zu dem Ultimatum abgelehnt, das der "Spiegel" in einer Vorabmeldung öffentlich machte. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff wies unterdessen Berichte über ein Ultimatum zurück: "Es gibt kein Ultimatum, sondern ein intensives gutes Zusammenarbeiten an der Zukunft von Porsche und VW", sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Hannover. "Wir haben Vertraulichkeit vereinbart." Es gebe aus dem Norden keine Erklärung, auf die im Süden reagiert werden müsste. "Wir arbeiten an einer guten Lösung für Porsche und VW."

Ultimatum bis Montag

Laut "Spiegel" haben der VW-Konzern und sein zweitgrößter Anteilseigner Niedersachsen das Rettungskonzept Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche zukommen lassen. Dieses werde hinfällig, wenn bis Montag keine Antwort vorliege. Den Plan hätten VW-Chef Martin Winterkorn, VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, Wulff und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch ausgearbeitet.



VW fordert Verschmelzung

Darin schlage VW den Familien Porsche und Piëch vor, dass der Wolfsburger Konzern der Porsche Holding für drei bis vier Milliarden Euro einen 49-Prozent-Anteil an der das Sportwagengeschäft vereinenden Porsche AG abkaufe. In einem nächsten Schritt würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen von der Porsche Holding übernehmen. Zum Schluss müssten die Unternehmen Porsche und VW fusionieren. An diesem vereinten Automobilkonzern könnten die Familien Porsche und Piëch über 40 Prozent der Aktien halten, Niedersachsen 20, Katar rund 15 und ein weiterer Staatsfonds fünf Prozent.

Drohung mit Millionen-Kredit

Sollte Porsche nicht auf das Angebot eingehen, wolle VW im September auf der Rückzahlung eines 700-Millionen-Kredits bestehen, den die Wolfsburger Porsche im März gewährt haben. Das Emirat Katar würde Porsche dann nicht mehr retten. Seine Vertreter bestünden auf einer gemeinsamen Lösung und wollten daher ein Gespräch mit Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch, Wulff und möglicherweise auch Winterkorn.

Widersprüchliche Meldungen

"Focus" wiederum schrieb, die VW-Spitze biete Porsche eine Überkreuzbeteiligung an. Danach solle die VW AG zunächst 49,9 Prozent des Sportwagenproduzenten übernehmen. Die Porsche Holding SE wiederum halte 50,76 Prozent der VW-Aktien. Der Deal solle der erste Schritt zu einem integrierten VW-Porsche-Konzern sein. Einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach das Emirat Katar nunmehr bei VW in Wolfsburg statt bei dem Stuttgarter Autobauer einsteigen wolle, bezeichnete Porsche-Holding-Sprecher Albrecht Bamler als "reine Spekulation". Die Verhandlungen mit Katar seien noch nicht abgeschlossen. In dem Zeitungsbericht hieß es, das Emirat habe kein Interesse mehr an einer Beteiligung an der Porsche Holding SE, sondern wolle den Stuttgartern stattdessen ihre Optionen auf Erwerb weiterer VW-Aktien abkaufen und so zehn bis 20 Prozent an dem Wolfsburger Autobauer übernehmen.

Wiedeking demonstriert Stärke

Porsche-Vorstandschef Wiedeking bekräftigte in "Bild am Sonntag" die Absicht, seinen bis 2012 laufenden Vertrag zu erfüllen und die "starke Allianz" von VW und Porsche zu vollenden. Nach seinen Worten verlaufen die Verhandlungen mit Katar "in einer sehr guten und konstruktiven Atmosphäre".


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