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Hoffnung für Schiesser-"Feinripp"-Fans


Schiesser  

Hoffnung für Schiesser-"Feinripp"-Fans

08.07.2009, 09:21 Uhr | mfu, dpa

Traditionsfirma Schiesser soll gerettet werden (Foto: ddp)Traditionsfirma Schiesser soll gerettet werden (Quelle: ddp) Der insolvente Wäschehersteller Schiesser vom Bodensee hat beste Chancen, auch künftig die bekannten Unterhosen anbieten zu können. Die Gläubiger haben bei ihrer ersten Versammlung in Konstanz einstimmig entschieden, dass die über 130 Jahre alte Traditionsmarke eine Zukunft haben soll. Wie die genau aussieht, sollte am Nachmittag ein sechsköpfiger Gläubigerausschuss beschließen.

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Kommt ein neuer Investor?

Das Ergebnis will Insolvenzverwalter Volker Grub der Belegschaft des 1875 in Radolfzell gegründeten Unternehmens demnächst bekanntgeben. Mit Spannung wurde erwartet, ob die Schweizer Besitzerfamilie Bechtler weiter am Ball bleibt oder ein Investor einsteigt. Zu bewältigen ist ein Schuldenberg von 86 Millionen Euro.

Insolvenzverwalter gelassen

Unter den etwa 20 ernsthaften Interessenten ist Wolfgang Joop für Grub "einer der wichtigsten", auch wenn der Potsdamer Modemacher sich Medienberichten zufolge zuletzt kritisch über die Arbeit des Insolvenzverwalters geäußert hat und aufs Tempo drückt. Der 71-jährige Grub bleibt jedoch gelassen. Schon gleich nach dem Insolvenzantrag vom 9. Februar hatte sich Grub zuversichtlich gezeigt, dass der Hersteller von Unter-, Nacht- und Sportwäsche so oder so wieder auf Kurs kommt.

Rückkehr in die schwarzen Zahlen

Dass Schiesser in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt ist und der Laden wieder brummt, beflügelt seinen Optimismus. Der Gewinn betrug zwischen Januar und Mai 2009 vor Abschreibungen 1,5 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2008 war noch ein Verlust von 300.000 Euro entstanden. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um rund drei Prozent auf 60 Millionen Euro. Vorbestellungen für Herbst und Winter liegen bis zu zwölf Prozent über den Erwartungen. "Die Insolvenz hat Sympathie für die Marke geweckt", sagt Grub. "Schiesser darf nicht sterben", höre er immer wieder von Geschäftspartnern und Kunden.

Schieflage wegen unrentabler Lizenzgeschäfte

Die einst von einem Schweizer gegründete Firma ist vor allem wegen unrentabler Lizenzgeschäfte in die Schieflage geraten. Von den Schulden, die in den vergangenen vier Jahren aufgelaufen sind, stammen 51 Millionen aus der Produktion für Fremdfirmen wie Puma, Tommy Hilfiger oder Mexx. Inzwischen arbeitet Schiesser nur noch für Strellson und Seidensticker.

Grub plant Ausbau des Internet-Handels

Grub möchte aber auch einiges umkrempeln, um Schiesser wieder auf gesunde Füße zu stellen. Wegen der Probleme der Kaufhäuser und des anhaltenden Fachgeschäftesterbens sollen unter anderem der Internet-Handel sowie der Direktverkauf in eigenen Läden kräftig ausgebaut werden.

Keine weiteren Stellenstreichungen

Dagegen sind keine weiteren Stellenstreichungen geplant. Am Stammsitz wurde die Belegschaft um 90 auf rund 510 Mitarbeiter reduziert. An Produktionsstandorten in Tschechien oder der Slowakei sind mehrere 100 Arbeitsplätze weggefallen, so dass die Schiesser-Gruppe jetzt noch knapp 2000 Menschen beschäftigt.

Keine Jubelstimmung

Jubelstimmung herrschte bei den rund 50 Gläubigern, die an der Versammlung teilnahmen, dennoch nicht. "Es klang alles sehr positiv", meinte einer zwar. Doch wieviel Geld Lieferanten und Kreditgeber letztlich sehen, bleibt abzuwarten. Deshalb beschränkte sich ein anderer Teilnehmer auf den Kommentar: "Grundsätzlich ist es schön, wenn ein Traditionsunternehmen weitergeführt wird."



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