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Schiesser: Insolvente Traditionsfirma wird verkauft


Schiesser  

Insolvente Traditionsfirma Schiesser wird verkauft

08.07.2009, 15:05 Uhr | mfu, t-online.de, dapd, dpa

Modemacher Wolfgang Joop interessiert sich für Schiesser. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)Modemacher Wolfgang Joop interessiert sich für Schiesser. (Quelle: dpa) Der insolvente Wäscherhersteller Schiesser wird verkauft. Eine Reihe starker Firmen interessiere sich für eine Übernahme des Unternehmens, teilte Schiesser in Radolfzell am Bodensee den Beschluss des Gläubigerausschusses mit. Zu den Interessenten für Schiesser gehört auch der Potsdamer Modemacher Wolfgang Joop.

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Schiesser hat 86 Millionen Euro Schulden

Die bisherige Schweizer Eigentümerfamilie Bechtler werde sich an dem Verkaufsprozess beteiligen und auf die Durchführung eines Insolvenzplanverfahrens verzichten. Insolvenzverwalter Volker Grub rechnet mit einem attraktiven Verkaufspreis. Bereits am Vortag hatte die Gläubigerversammlung beschlossen, den mehr als 130 Jahre alten Wäscheproduzenten fortzuführen. Grub hatte für den Fall eines Verkaufs von etwa 20 ernsthaften Interessenten gesprochen. Schiesser drückt eine Schuldenlast von 86 Millionen Euro.

Unrentable Lizenzgeschäfte

Schiesser ist vor allem wegen unrentabler Lizenzgeschäfte in eine Schieflage geraten. Von den Schulden, die in den vergangenen vier Jahren aufgelaufen sind, stammen 51 Millionen aus der Produktion für Fremdfirmen wie Puma, Tommy Hilfiger oder Mexx. Inzwischen ist Schiesser aber aus den meisten Lizenzverträgen ausgestiegen. Die Zahl der Schiesser-Mitarbeiter, die Ende 2008 noch bei 2465 lag, liegt jetzt knapp unter 2000. Am Stammsitz in Radolfzell arbeiten nach der Streichung von 90 Jobs noch etwa 510 Menschen.

Insolvenz weckte Sympathien für Schiesser

Im laufenden Geschäft war der Wäscheproduzent zuletzt wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. "Die Insolvenz hat Sympathien für die Marke Schiesser geweckt", sagte Grub. Nach seinen Angaben wuchs der Umsatz im ersten Halbjahr 2009 um rund drei Prozent auf 60 Millionen Euro. Der Gewinn betrug zwischen Januar und Mai vor Abschreibungen 1,5 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2008 war noch ein Verlust von 300.000 Euro entstanden. Der Ordereingang für die Herbstmode dieses Jahres liege sechs Prozent über den Planungen, erklärte Grub. Bei der Winterware seien es sogar zwölf Prozent.


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