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Opel: Bundesregierung erhöht Druck auf General Motors


Opel  

"Bild": Berlin erhöht Druck auf General Motors

03.08.2009, 11:30 Uhr | sky, dapd, AFP, t-online.de

Weiter dunkle Wolken über OpelWeiter dunkle Wolken über Opel (Quelle: ddp) Die Bundesregierung erhöht im Ringen um die Opel-Rettung den Druck auf den Mutterkonzern General Motors (GM) in Detroit. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung telefonierte Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit GM-Boss Fred Henderson. Der Außenminister stellte demnach klar, dass es deutsche Staatsbürgschaften für Opel nur für einen Investor gebe, der langfristig beim Rüsselsheimer Autobauer einsteigt und die Arbeitsplätze garantiert. Länderchefs setzten sich ebenfalls für Magna ein. Derweil meldete Opel wegen der Abwrackprämie ein kräftiges Absatzplus.

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Angst vor Entlassungen und Wiederverkauf an GM

Der Hintergrund der Intervention von Steinmeier bei General Motors ist die Befürchtung, GM könnte Opel an einen Investor verkaufen, der massiv Arbeitsplätze abbaut - und dann das Unternehmen an GM zurückgibt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck forderte den US-Konzern General Motors unterdessen auf, in der kommenden Woche über die Zukunft von Opel zu entscheiden. "Die streitigen Punkte sind geklärt", sagte Beck in Mainz. Die Entscheidung sei überfällig und dürfe nicht länger verzögert werden.

 

Klare Absage an den Opel-Bieter RHJ

Auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) schloss derweil Staatsgelder für den Finanzinvestor RHJ aus. In den Gesprächen mit der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM) habe man klar gemacht, "dass es in Deutschland für einen Einstieg von RHJI keinen Konsens zur Finanzierung geben wird", sagte Koch der "Wirtschaftswoche". Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) betonte in der "Bild am Sonntag": "Die Bürgschaften von Bund und Ländern stehen für das Magna-Konzept zur Verfügung, aber nicht für das eines Mitbewerbers, der die Zukunft von Opel wieder aufs Spiel setzt."

Washington lenkt offenbar ein

"Mit der Alternative RHJI oder Insolvenz ist Deutschland nicht erpressbar", sagte Koch. "In den Gesprächen mit GM ist der Ton jetzt etwas rustikaler geworden. Aber nun ist die deutsche Position dort auch verstanden worden." Inzwischen kämen auch aus Washington friedliche Signale: "Die amerikanische Regierung will keinen Streit mit Deutschland." Die deutsche Politik und der Opel-Betriebsrat bevorzugen das Angebot des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna.


Die Entscheidung von General Motors steht bevor

Am kommenden Montag tritt der neuformierte Verwaltungsrat von GM zu seiner ersten Sitzung nach Ende des Insolvenzverfahrens zusammen. Beck hatte sich wie die übrigen Chefs der vier Länder mit Opel-Standorten für den kanadischen Zulieferer Magna als künftigen Eigentümer des Autobauers ausgesprochen. Bei GM wird aber offensichtlich der Finanzinvestor RHJ als Partner bevorzugt.

GM dementiert Wiederkaufsabsicht

Der Verhandlungsführer von GM, John Smith, stellte unterdessen klar, dass General Motors nach einem Verkauf von Opel nicht an einen Rückerwerb denkt. Auch werde GM nicht beim US-Finanzministerium um weitere Kredite bitten, um allein Opel zu sanieren, erklärte Smith in einem Blogbeitrag. Zudem sei GM bereit, mit jedem künftigen Opel-Eigner zusammenzuarbeiten, um gemeinsam Synergien zu nutzen. Der US-Konzern will auch bei einem Verkauf der Anteilsmehrheit mit 35 Prozent an Opel beteiligt bleiben. Die Pressstelle von GM Europa bestätigte die Echtheit des Blogbeitrags.

Opel-Absatz zieht kräftig an

Derweil laufen die Geschäfte von Opel wieder besser: Dank der Abwrackprämie hat Opel in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Autos verkauft. Ersten Schätzungen zufolge setzte der angeschlagene Autobauer von Januar bis Juli 219.000 Fahrzeuge ab und damit knapp ein Drittel mehr als im Vorjahr, wie Opel in Rüsselsheim mitteilte. Besonders hoch sei die Nachfrage nach den Klein- und Kompaktwagen Corsa, Meriva und Astra gewesen. Die Verkäufe des Astra hätten sich in den vergangenen drei Monaten sogar verdoppelt. Groß sei das Interesse der Kunden auch an Autos mit sparsamen Motoren, die bei Opel mittlerweile 40 Prozent der verkauften Fahrzeuge ausmachten, teilte das Unternehmen mit.

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