Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

IfW: Steinmeiers Jobversprechen erinnert an Planwirtschaft


Arbeitsplatz-Ziele  

IfW: Steinmeiers Job-Konzept erinnert an Planwirtschaft

04.08.2009, 10:54 Uhr | oca

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa)SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa) Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat das Jobversprechen von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier als anmaßend kritisiert. Was Steinmeier für das Beschäftigungswunder vorschlage, sehe insgesamt zu wenig nach Marktwirtschaft, sondern "ein wenig nach Planwirtschaft aus" sagte IfW-Konjunktur-Chef Joachim Scheide der "Berliner Zeitung". "Der Staat maßt sich zu viel an, wenn er meint, er könnte die Beschäftigungsdynamik bestimmen."


Gehälter - Gehaltsvergleich: So viel verdienen die Deutschen
Börsenradar - Neuer Börsendienst von t-online.de/wirtschaft
Video - Hauptstadt der Kurzarbeit
Video - Keine Krise bei Urlaubern in Deutschland

IfW-Konjunktur-Chef: Steinmeier sehr optimistisch

Die Frage sei, "ob die Zahlen fundiert oder lediglich Wunschdenken sind". Insbesondere das Versprechen, zwei Millionen Jobs in der Industrie zu schaffen, stellte Scheide in Frage. "Das wäre schon ein heftiger Anstieg der Beschäftigung. In der Vergangenheit haben wir solche Steigerungsraten nicht erlebt. Die zwei Millionen neuen Jobs klingen daher extrem optimistisch." Um dieses Ziel zu erreichen, müsse "sehr viel sehr gut für die deutsche Industrie laufen", sagte Scheide weiter.



Lob für Steinmeiers Mut

Der Ökonom lobte aber, dass Steinmeier das Versprechen während einer Wirtschaftskrise macht. "In Boom-Zeiten von Vollbeschäftigung zu reden, ist relativ einfach. Insofern ist es mutig, es jetzt in Krisenzeiten zu tun." An der Idee, mittelfristig das Arbeitslosenproblem zu beseitigen, sei nicht zu zweifeln.

Steinmeier: Arbeitsplatz-Ziele "realistisch"

Der SPD-Kanzlerkandidat hat unterdessen die Arbeitsplatz-Ziele seiner Partei als "realistisch" verteidigt. Die Zahl der Erwerbstätigen müsse von derzeit 31 Millionen auf über 33 Millionen steigen, sagte Steinmeier am Montagabend im ZDF-"heute-journal". "Die Politik muss jetzt die Weichen dafür stellen." Im SPD-Programm werden vier Millionen neue Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 angestrebt. Er gehe aber davon aus, dass auch in den nächsten zehn Jahren Arbeitsplätze verloren gehen, sagte Steinmeier.


Außenminister verteidigt seinen Plan

Der SPD-Politiker und Außenminister wies daraufhin, dass durch die Politik der rot-grünen Regierung bereits nach 2003 die Zahl der Arbeitslosen von fünf auf drei Millionen reduziert worden sei. In der Gesundheitswirtschaft seien in den letzten zehn bis 15 Jahren bereits eine Million Arbeitsplätze neu entstanden. Angesichts der alternden Gesellschaft könne dies auch in Zukunft gelingen.

Vollbeschäftigung bis 2020 geplant

Acht Wochen vor der Bundestagswahl stellte Steinmeier gestern offiziell seinen "Deutschland-Plan" vor. Darin strebt die SPD das Ziel der Vollbeschäftigung bis zum Jahr 2020 an. In den kommenden zehn Jahren sollen vor allem mit umweltfreundlichen Technologien und im Gesundheitswesen vier Millionen neue Arbeitsplätze entstehen.

Mehr Themen:
ifo-Index - Deutsche Wirtschaft fasst wieder Tritt
Konjunktur - Stimmung hat sich weiter verbessert
Allianz - Schockzustand der Wirtschaft vorbei
Konjunktur - Sieben magere Jahre für die deutsche Wirtschaft

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal