Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Modebranche: Escada droht das endgültige Aus


Modekonzern  

Escada droht das endgültige Aus

11.08.2009, 16:17 Uhr | oca, t-online.de, dpa-AFX

Modekonzern Escada bereitet sich auf Insolvenz vor (Foto: AP)Modekonzern Escada bereitet sich auf Insolvenz vor (Foto: AP) Das Schicksal des Modekonzerns Escada hängt an einem seidenen Faden. Bis zum heutigen Dienstag mussten sich die Anleger einer Escada-Anleihe entscheiden, ob sie trotz erheblicher finanzieller Einbußen ein Umtauschangebot für die Papiere akzeptieren. Nur wenn mindestens 80 Prozent der Anleger die Offerte annehmen, kann der Hersteller von Luxusdamenmode nach eigenen Angaben kurzfristig überleben. Andernfalls will das Unternehmen noch in dieser Woche einen Insolvenzantrag stellen. An der Börse reagierte der Escadakurs auf die bevorstehenden Nachrichten mit heftigen Verlusten: Im Vergleich zum Vortag verlor die Aktie zeitweise mehr als 40 Prozent und lag bei einem Wert von 1,30 Euro.


Ratgeber Kündigung - Ohne Angst durch die Krise
Top Ten - Die umsatzstärksten Konzerne in Deutschland
Video - Auf Pump trotz Pleitezeit

2300 Arbeitsplätze in Gefahr

Von der drohenden Insolvenz wären rund 2300 Arbeitsplätze des Konzerns mit Sitz in Aschheim bei München betroffen. Mit dem Ergebnis des Umtauschangebots wurde frühestens Dienstagabend oder Mittwoch gerechnet.



Wirtschaftskrise belastete sehr

Der größte deutsche Luxusmodehersteller ist immer tiefer in Schwierigkeiten geraten. Etliche hausgemachte Probleme, wie häufige Führungswechsel, Missmanagement, Kollektionen, die am Markt floppten, aber auch die Flaute der Branche durch die Wirtschaftskrise führten zum Niedergang des Unternehmens.

Die Stunden sind gezählt

Nach Informationen des "Handelsblatts" stehen die Chancen für Escada schlecht. Voraussichtlich werde die angestrebte Quote nicht erreicht, erfuhr die Zeitung aus Konzernkreisen. Auch Aufsichtsratschef Reinhard Pöllath zeigte sich skeptisch. "Beim jetzigen Stand kann es natürlich so kommen, dass beim Umtausch die erforderlichen 80 Prozent am Fristende nicht erreicht werden", sagte er der Zeitung. In diesem Fall werde Escada am Donnerstag beim Amtsgericht München den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Escada hofft auf Anleger

Die Umwandlung der Anleihe ist der wichtigste Punkt im Notplan für Escada. Von den Anlegern der Anleihe verlangt das Unternehmen erhebliche finanzielle Opfer, um die Schuldenlast des Konzerns zu verringern. Das Umtauschangebot für die Anleihe sah vor, dass den Anlegern in mehreren Schritten nur noch 40 Prozent ihres ursprünglichen Einsatzes bleiben. Die Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro wurde im Jahr 2005 ausgegeben und mit 7,5 Prozent verzinst. Dass Escada die Anleihe zu den vereinbarten Konditionen am Ende der Laufzeit im Jahr 2012 zurückzahlt, galt im sich verschärfenden Verlauf der Krise als ausgeschlossen.

Umsatz war eingebrochen

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 (31. Oktober) war der Umsatz bei Escada um 16 Prozent auf 248 Millionen Euro gesunken, der Verlust lag bei 91,7 Millionen Euro nach acht Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Mehr Themen:
Modekonzern - Escada bessert Rettungsplan nochmals nach
Hertie - Restliche Häuser schließen
Kein Sozialplan - Hertie-Beschäftigte gehen leer aus
Arbeitsmarkt - Wirtschaftsweise fordern längeres Arbeitslosengeld


Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal