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Verbraucherpreise sinken zum ersten Mal seit 22 Jahren


Inflationsrate  

Verbraucherpreise sinken zum ersten Mal seit 22 Jahren

11.08.2009, 12:20 Uhr | oca, t-online.de, dpa-AFX, AFP

Verbraucherpreise sinken erstmals seit 1987 (Foto: Archiv)Verbraucherpreise sinken erstmals seit 1987 (Foto: Archiv) Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli erstmals seit dem Jahr 1987 gesunken. Die jährliche Inflationsrate habe minus 0,5 Prozent betragen, teilte das Statistische Bundesamt mit und revidierte damit vorläufige Daten aus sechs Bundesländern leicht nach oben. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich noch um 0,1 Prozent gestiegen. Auf Monatssicht ergab sich im Juli ein stabiles Preisniveau. Auch hier wurde die Erstschätzung von minus 0,1 Prozent leicht nach oben revidiert.

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Sinkende Preise für Heizöl und Kraftstoffe

Die Inflationsrate lag vor allem deshalb im Minus, weil sich Benzin, Diesel und Heizöl sowie Lebensmittel sehr stark verbilligten. So kostete der Sprit im Juli 20 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, als er auf nie dagewesene Rekordstände geklettert war. Heizöl war sogar mehr als 40 Prozent billiger.

Viele Lebensmittel sind billiger geworden

Die Preise für Lebensmittel wiederum waren 2,4 Prozent billiger geworden, berichten die Statistiker. Binnen Jahresfrist wurden immer noch erhebliche Preisrückgänge insbesondere bei Molkereiprodukten sowie bei Speisefetten und -ölen von jeweils 9,7% (darunter Quark: −25,6%; frische Vollmilch: -21,0%; Butter: -18,9%) ermittelt. Deutlich billiger als vor einem Jahr war im Juli 2009 auch Gemüse mit -9,2% (darunter Paprika: -21,6%; Tomaten: -19,6%; Kartoffeln: -16,5%) sowie einige Obstsorten (darunter Äpfel: -10,5%). Teurer wurden gegenüber Juli 2008 dagegen Fisch und Fischwaren mit +3,5% sowie Fleisch und Fleischwaren mit +2,5%. Bei den Süßwaren (+1,8%) fällt bereits seit einigen Monaten der Preisanstieg für Bienenhonig auf (+20,4% gegenüber Juli 2008).



Die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland (Foto: dpa)Die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland (Foto: dpa)

EU-Inflationsrate erstmals negativ

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sank im Juli auf Jahressicht um revidierte 0,7 (ursprünglich 0,6) Prozent. Dies ist das erste Mal seit Beginn der Erhebung im Jahr 1995, dass eine negative Rate gemessen wurde. Im Vormonat hatte sich der HVPI nicht verändert. Im Vergleich zum Vormonat sank das Preisniveau im Juli um 0,1 (unverändert) Prozent.

Preise im Großhandel sinken im Juli mit Rekordtempo

Auch die Großhandelspreise in Deutschland im Juli mit Rekordtempo gesunken. Auf Jahressicht seien die Preise um 10,6 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1968. Der Preisrückgang beschleunigte sich damit im Vergleich zum Vormonat wieder. Im Vormonat waren die Großhandelspreise im Jahresvergleich um 8,8 Prozent gesunken. Auch auf Monatssicht ging das Preisniveau zurück. Hier sanken die Preise im Juli um 0,5 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch um 0,9 Prozent gestiegen waren.

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