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Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst erstmals seit Anfang 2008


Konjunktur  

Deutsche Wirtschaft wächst erstmals seit Anfang 2008

13.08.2009, 12:16 Uhr | oca, dpa-AFX, t-online.de, AFP

Konjunktur: Die deutsche Wirtschaft wächst wieder (Foto: dpa)Konjunktur: Die deutsche Wirtschaft wächst wieder (Foto: dpa) Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist beendet. Nach dem rasanten Absturz zu Jahresbeginn ist die Wirtschaft im zweiten Quartal erstmals seit Anfang 2008 wieder gewachsen. Das Plus fiel mit real 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal überraschend stark aus. Auch zum Jahresauftakt war der Sturzflug mit minus 3,5 Prozent nicht so rasant wie bisher vom Statistischen Bundesamt berechnet. Damit hat sich die Wirtschaft nach vier rückläufigen Quartalen langsam erholt und dürfte in der zweiten Jahreshälfte weiter Fahrt aufnehmen. Allerdings bereitet die steigende Arbeitslosigkeit immer mehr Kopfzerbrechen.

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Konsum treibt Wirtschaft an

Zum Wachstum in Deutschland trugen der private Verbrauch, die staatlichen Konsumausgaben sowie die Bauinvestitionen bei. Auch der Außenhandel stärkte das Wachstum, obwohl wegen der Flaute in der Weltwirtschaft die Nachfrage nach deutschen Exportgütern sank. Da die Importe aber stärker zurückgingen als die Exporte, gab es einen positiven Beitrag des Außenhandels. Viele Unternehmen bauten ihre Lager ab, investierten aber bereits wieder mehr.

Weltwirtschaft erholt sich

"Die weltweite Angst, dass nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman das Finanzsystem kollabieren könnte, ist vorüber", sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Er rechnet für 2009 nur mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung von vier Prozent. Die Unternehmen weltweit holten jetzt Investitionen nach. Auch die amerikanische Notenbank Fed sieht die größte Volkswirtschaft in den USA vor der Konjunkturwende. Frankreich überraschte wie Deutschland mit guten Konjunkturdaten und einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorquartal von 0,3 Prozent.

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Deutsche Export steigen

"Das Wachstum im Frühjahr wird keine Eintagsfliege bleiben", sagte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Im dritten Quartal könnte die Wirtschaft bis zu einem Prozent zulegen. Grund dafür sei die Erholung der Weltwirtschaft. Die Auftragseingänge der Industrie hätten bereits stark angezogen und der Export werde wieder zum Wachstumsmotor. Die weltweiten Konjunkturprogramme wirkten.

Wirtschaft wächst wieder (Grafik: dpa)Wirtschaft wächst wieder (Grafik: dpa)

Noch keine Entwarnung

Für eine endgültige Entwarnung ist es aber noch zu früh. Wegen des dramatischen Einbruchs vom Jahresanfang - dem schwersten seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1970 - steht die deutsche Wirtschaft viel schlechter da als vor einem Jahr. Im Vorjahresvergleich sank das BIP um 7,1 Prozent. Kalenderbereinigt waren es minus 5,9 Prozent, weil drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen.

Lehman-Schock sitzt noch tief

Allein seit Verschärfung der Krise Anfang 2008 ist das BIP um 6,5 Prozent zurückgegangen. "Die Wirtschaftsleistung befindet sich gerade erst wieder auf dem Niveau von 2005", sagte ein Volkswirt des Statistischen Bundesamtes. Der Schmerz der Unternehmen lasse nur langsam nach. Nach Berechnungen der Commerzbank würde die Wirtschaft selbst nach zwei ordentlichen Quartalen bis Jahresende nicht einmal die Hälfte des Einbruchs nach dem Lehman-Schock aufholen. Die Wirtschaftsleistung wurde im zweiten Quartal von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Steinbrück warnt vor übertriebenen Hoffnungen

Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) warnte gestern vor zu großen Hoffnungen auf einen baldigen Wirtschaftsaufschwung. "Zu sagen, wir seien schon aus der Krise heraus, wäre vermessen", sagte er der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung". Es gebe zwar einige positive Hinweise aus der Wirtschaft. "Der Konsum hält sich erstaunlich gut. Auch die Arbeitsmarktzahlen waren im Juli nicht so schlimm, wie wir es erwartet hatten. Aber erst wenn das 24-monatige Kurzarbeitergeld ausläuft, wird sich zeigen, ob sich der Arbeitsmarkt stabilisiert hat oder nicht. Und das wissen wir erst im vierten Quartal dieses Jahres oder im ersten Quartal 2010", sagte der SPD-Politiker.

Weise warnt vor Euphorie

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, sieht es ähnlich wie der Finanzminister und warnt vor einer verfrühten Euphorie. Laut Weise könnte die günstige Entwicklung im Juni und Juli dazu führen, dass die für dieses Jahr prognostizierte durchschnittliche Arbeitslosenzahl unter den erwarteten 3,7 Millionen liegt. Es gebe auch die Aussicht, dass die Vier-Millionen-Marke zum Jahresende doch nicht durchbrochen wird. Dennoch gebe es "eindeutig" keinen Grund zur Freude. So gehe er davon aus, dass nach Ende der Kurzarbeit viele Firmen dennoch wegen fehlender Aufträge Beschäftigte entlassen werden. "Für den Arbeitsmarkt ist ganz klar, dass die Belastung steigen wird."

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