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Wirtschaftsentwicklung: Was kommt nach dem Krisenaufschwung?


Wirtschaftswachstum  

Krisenaufschwung: Was kommt jetzt?

14.08.2009, 11:35 Uhr | cs, t-online.de, dapd, dpa-AFX, AFP

Die Konjunktur springt wieder an - doch der Aufschwung ist nur schwach (Foto: dpa)Die Konjunktur springt wieder an - doch der Aufschwung ist nur schwach (Foto: dpa) Die deutsche Wirtschaft wächst wieder und die Bundesregierung sieht darin eine Trendwende. Das Schlimmste dürfte überstanden sein, so Wirtschaftminister Karl Theodor zu Guttenberg. Ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit sei nicht so befürchten, so Finanzminister Peer Steinbrück. Doch mehren sich kritische Stimmen, die Vorsicht anmahnen. So sehen Wirtschaftsexperten kein Ende der Wirtschaftskrise. Ein nachhaltiger Aufschwung sei nicht in Sicht. Zudem sei die Wirtschaft so stark abgestürzt, dass es noch Jahre dauern dürfte, um auf den Stand vor der Krise zu kommen. Und vom Arbeitsmarkt droht auch Ungemach.

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Die globale Krise ist nicht vorbei

So sagte Dennis Snower, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, der "Bild"-Zeitung: "Der steile Absturz der Wirtschaft ist zwar gestoppt, die weltweite Krise ist deshalb aber nicht überstanden." Es gebe keine Anzeichen für einen neuen, nachhaltigen Aufschwung. "Die deutsche Wirtschaft wird so schnell nicht zu alter Stärke und den alten Wachstumsraten zurück finden." Dem Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz zufolge ist die Rezession noch nicht überstanden. Zudem werde es keine stürmische Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft geben, weil ein Anspringen der Weltkonjunktur nicht zu erkennen sei. Und das ist für den Exportweltmeister Deutschland von entscheidender Bedeutung.



Vier Millionen Arbeitslose erwartet

Franz warnte vor den Folgen des Einbruchs für den Arbeitsmarkt: "Zur Jahreswende wird die Vier-Millionen-Marke gerissen, 2010 bleiben wir aber unter fünf Millionen." Auch Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht noch keine Ende der Krise. So sei der "Mini-Aufschwung" eine Folge der staatlichen Programme wie der Abwrackprämie, die aber alle ausliefen. "Es ist zu früh, um von einer Erholung zu sprechen."



Berliner Experte widerspricht seinen Kollegen

DIW-Präsident Klaus Zimmermann versprüht da mehr Optimismus: Der Berliner Wirtschaftsexperte prognostiziert für die kommenden Monate weiteres Wachstum. "Ich glaube nicht, dass es einen konjunkturellen Rückschlag geben wird", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". In den kommenden Quartalen werde Deutschland ein leicht positives Wachstum erleben. Den befürchteten Einbruch am Arbeitsmarkt sieht er nicht kommen. Auch seien die staatlichen Konjunkturpakete nicht die Ursache für das überraschende Wachstum: "Die Wirtschaft wäre auch ohne die staatlichen Konjunkturpakete aus der Krise gekommen."

Wirtschaft wächst wieder (Grafik: dpa)Wirtschaft wächst wieder (Grafik: dpa)

Steinbrück erwartet keine hohe Arbeitslosigkeit

Auch Peer Steinbrück erwartet keinen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr. "Die Arbeitsmarktzahlen im Juli waren nicht so schlimm, wie alle erwartet haben. Es kann durchaus sein, dass die Arbeitslosenzahl in diesem Jahr nicht über vier Millionen steigt", sagte Steinbrück dem "Hamburger Abendblatt". Es gebe "positive Anzeichen, dass wir die Talsohle durchschreiten". Der Minister wandte sich allerdings gegen verfrühte Euphorie. Wie es auf den Finanzmärkten weitergehe, sei "sehr schwer einzuschätzen".

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