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Wirtschaftskrise: Massiver Stellenabbau in der Industrie


Konjunktur  

Industrie baut in der Krise massiv Stellen ab

17.08.2009, 12:28 Uhr | oca, dpa, t-online.de

Wirtschaftskrise: Deutsche Industrie baut massiv stellen ab (Foto: ddp)Wirtschaftskrise: Deutsche Industrie baut massiv stellen ab (Foto: ddp) Die deutsche Industrie hat angesichts der schwachen Konjunktur so viele Jobs gestrichen wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Ende Juni waren in den größeren Betrieben des verarbeitenden Gewerbes knapp 5,1 Millionen Menschen tätig, das sind rund 155.000 oder drei Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Unterdessen streiten Ökonomen darüber, ob das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2009 bereits das Ende der Rezession bedeutet.

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Merkel: "Die Zeit ist ungewöhnlich ernst"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte vor verfrühten Hoffnungen. "Die Zeit ist ungewöhnlich ernst", sagte Merkel. "Wir werden dieses Jahr ungefähr minus sechs Prozent haben, plusminus. Das bedeutet, dass wir nicht aus der Krise sind, nur weil es das erste Mal ein bisschen hochgeht", meinte die Kanzlerin. Auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) dämpfte die Euphorie. Wie es auf den Finanzmärkten weitergehe, sei "sehr schwer einzuschätzen", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".



Steinbrück ist optimistisch

Dennoch erwartet Steinbrück keinen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr. "Die Arbeitsmarktzahlen im Juli waren nicht so schlimm, wie alle erwartet haben. Es kann durchaus sein, dass die Arbeitslosenzahl in diesem Jahr nicht über vier Millionen steigt", so Steinbrück weiter. Es gebe "positive Anzeichen, dass wir die Talsohle durchschreiten".

Massiver Stellenabbau in der Autoindustrie

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren von dem massiven Stellenabbau in der Industrie besonders die Autoindustrie, Gummi- und Kunststoffwaren sowie die Metallerzeugnisse betroffen. Die Zahl der im Juni 2009 geleisteten Arbeitsstunden ging im Vorjahresvergleich um 12,6 Prozent auf 607 Millionen zurück. Dabei ist nach Angaben der Statistiker aber zu berücksichtigen, dass in diesem Juni wegen eines Feiertages in einigen Bundesländern ein Arbeitstag weniger zu Verfügung stand. Die insgesamt gezahlten Entgelte sanken gleichzeitig um 6,4 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro

Experte: Krise nicht überstanden

Nach Meinung des Chefs des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, ist der steile Absturz der Wirtschaft zwar gestoppt, die weltweite Krise aber deshalb nicht überstanden. Es gebe auch keine Anzeichen für einen neuen, nachhaltigen Aufschwung, sagte er der "Bild"-Zeitung. "Die deutsche Wirtschaft wird so schnell nicht zu alter Stärke und den alten Wachstumsraten zurückfinden", so Snower weiter.

Vier Millionen Arbeitslose zur Jahreswende erwartet

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Wolfgang Franz, sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir sind mit dem Fahrstuhl im Keller angekommen, jetzt geht es mit der Rolltreppe ganz langsam nach oben." Die Rezession sei noch nicht überstanden. Es werde keine stürmische Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft geben, weil ein Anspringen der Weltkonjunktur nicht zu erkennen sei. Der Wirtschaftsweise warnte: "Wir werden dieses Jahr ein Minus-Wachstum von 5,5 Prozent haben. Das hat schlimme Folgen für den Arbeitsmarkt: Zur Jahreswende wird die Vier-Millionen-Marke gerissen, 2010 bleiben wir aber unter fünf Millionen."

"Miniaufschwung ist geborgt"

Auch Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht noch keine Ende der Krise: "Wir bewegen uns aus dem Tal nur mit kleinen Schritten heraus. Der Mini-Aufschwung ist geborgt mit staatlichen Programmen wie der Abwrackprämie, die alle auslaufen." Es sei zu früh, von einer Erholung zu sprechen.

Berliner Experte widerspricht seinen Kollegen

DIW-Präsident Klaus Zimmermann versprüht da mehr Optimismus: Der Berliner Wirtschaftsexperte prognostiziert für die kommenden Monate weiteres Wachstum. "Ich glaube nicht, dass es einen konjunkturellen Rückschlag geben wird", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". In den kommenden Quartalen werde Deutschland ein leicht positives Wachstum erleben. Den befürchteten Einbruch am Arbeitsmarkt sieht er nicht kommen. Auch seien die staatlichen Konjunkturpakete nicht die Ursache für das überraschende Wachstum: "Die Wirtschaft wäre auch ohne die staatlichen Konjunkturpakete aus der Krise gekommen."


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