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Rucola-Bauern nach Kreuzkraut-Funden vor dem Aus


Rucola  

Bauern nach Kreuzkraut-Funden vor dem Aus

19.08.2009, 19:07 Uhr | lgs, AFP, t-online.de

Ein Arbeiter deckt eine schützende Plane über den Rucolasalat. (Foto: dpa)Ein Arbeiter deckt eine schützende Plane über den Rucolasalat. (Foto: dpa) Knapp zwei Wochen nach dem Fund einer Giftpflanze in einer Rucolasalat-Packung stehen viele betroffene Landwirte vor dem wirtschaftlichen Aus. Die Bauern seien "am Ende", weil immer mehr Supermärkte Rucola aus dem Sortiment nähmen, sagte Josef Schlaghecken vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR). Branchenführer Edeka ließt zunächst offen, wann er wieder Rucola verkauft.


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Viele Bauern auf Rucola spezialisiert

Es treffe die Landwirte hart, dass immer weitere Kreise des Handels ihre Rucola-Bestellungen stornierten, sagte Schlaghecken. Viele Betriebe hätten sich in den vergangenen Jahren wegen der gestiegenen Nachfrage der Verbraucher auf Rucola spezialisiert und dafür erheblich in Erntemaschinen und Packstraßen investiert. Jetzt sei der Markt jedoch "vollkommen zusammengebrochen, seit acht Tagen können wir nicht mehr liefern", so der Gemüseexperte.



Rheinland-Pfalz besonders stark betroffen

In Rheinland-Pfalz befindet sich nach Angaben des DLR die wichtigste Region für den Anbau von Rucolasalat in Deutschland. Das DLR ist eine Landesbehörde, zu deren Aufgaben unter anderem die Beratung von Betrieben und die Berufsbildung im Bereich Landwirtschaft zählen. Durch den Verzicht der Supermarktketten auf den Salat sei in Rheinland-Pfalz bislang bereits ein Schaden von schätzungsweise einer halben Million Euro entstanden, sagte Schlaghecken. Insgesamt erwirtschafteten die neun spezialisierten Großbetriebe und mehrere Kleinbetriebe in dem Bundesland pro Jahr einen Umsatz von zehn Millionen Euro. Mittlerweile ließen die Höfe den Salat jedoch auf den Feldern stehen und schickten ihre Erntehelfer nach Hause.

Kunde fand giftiges Kraut

Vor knapp zwei Wochen hatte ein Kunde des Discounters Plus das giftige, von Rucola nur schwer zu unterscheidende Gemeine Kreuzkraut im Salat Salat gefunden. Den Rucola hatte er in einer Filiale der Edeka-Tochter in Hannover gekauft. Der Kunde schickte die Ware zur Analyse an das Pharmazeutische Institut der Universität Bonn. Die Forscher dort fanden heraus, dass in der Probe die tägliche Höchstdosis des im Kreuzkraut enthaltenen Giftstoffs um eine Vielfaches überschritten war.

Discounter - Kunde entdeckt Giftpflanze im Salat

Rucola verschwand aus dem Sortiment

Plus nahm daraufhin Rucola komplett aus dem Sortiment, so auch das Mutterunternehmen Netto Marken-Discount und auch die Märkte der Edeka-Gruppe, zu der die beiden Discounter wiederum gehören. Viele andere große Supermarktketten stornierten ebenfalls die Bestellungen bei ihren Lieferanten. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Landwirte kündigte die Edeka-Gruppe an, "bis auf weiteres" keinen Rucola verkaufen zu wollen. Derzeit liefen Überprüfungen bei den Lieferanten, sagte ein Edeka-Sprecher. Anders als bei der Discount-Tochter Plus/Netto habe es in Edeka-Märkten bislang aber keine Verdachtsfälle gegeben. Edeka werde "in der nächsten Zeit entscheiden, ob wir wieder Rucola ins Sortiment aufnehmen", sagte der Edeka-Sprecher.



Schutz der Verbraucher geht vor

Auch für die Plus- und Netto-Discountmärkte könne "noch nicht konkretisiert" werden, wann sie wieder Rucola verkauften, sagte eine Netto-Sprecherin. Auch Netto warte zunächst die Ergebnisse "umfangreicher Untersuchungen" ab. Der Schutz der Verbraucher sei derzeit vorrangig. Abgesehen von dem Kreuzkraut-Fund in der Plus-Filiale in Hannover habe es jedoch keine weiteren Funde gegeben.

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