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Verwirrung um Opel-Verkauf durch General Motors


Automarkt  

GM angeblich weiter an Opel-Verkauf interessiert

26.08.2009, 15:15 Uhr | cs/lgs/bv, dapd, dpa, dpa-AFX, t-online.de

Opel ist zum Spielball von GM geworden - ein Verkauf steht damit auf der Kippe (Foto: Reuters)Opel ist zum Spielball von GM geworden - ein Verkauf steht damit auf der Kippe (Foto: Reuters) Der US-Konzern General Motors (GM) will Opel offenbar weiterhin verkaufen. "Das Management von GM hat heute deutlich gemacht, dass man weiterhin an einer Investorenlösung interessiert sei", erklärten deutsche Regierungskreise nach einem Treffen von Bund und Ländern mit GM-Chefunterhändler John Smith in Berlin. Das Spitzentreffen war zuvor ohne offizielle Erklärung zu Ende gegangen.

Informationsbedarf im Aufsichtsrat

Die Gespräche hätten jedoch ergeben, "dass es im Aufsichtsrat von General Motors noch erheblichen Informationsbedarf gibt", hieß es weiter. "Dies liegt vor allem darin begründet, dass dieses Gremium in der jüngsten Vergangenheit teilweise neu zusammengesetzt wurde", erklärten die Regierungskreise. Das Management von GM bemühe sich jetzt, die gewünschten Informationen den neuen Aufsichtsratsmitgliedern möglichst schnell zur Verfügung zu stellen. "Gleichzeitig werden die Gespräche mit den Beteiligten weiter geführt", hieß es.

Einigung auf einen Investor angestrebt

Ziel bei den Gesprächen mit der Bundesregierung sollte es sein, sich auf einen Investor zu einigen. "Wir wollen Opel verkaufen", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Medien hatten berichtet, dass der amerikanische Autokonzern prüft, ob er seine bisherige Tochter doch behalten sollte.

GM will Bundesregierung überzeugen

Der GM-Verwaltungsrat habe das Management zwar beauftragt, Alternativen zu einem Opel-Verkauf zu prüfen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Dazu gehöre ein Finanzierungsplan im Volumen von rund drei Milliarden Euro, um Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall wieder auf Trab zu bringen. Das werde aber nur als absolute Notlösung betrachtet. Dagegen habe GM-Verhandlungsführer John Smith als oberstes Ziel, die Bundesregierung vom Konzept des belgischen Finanzinvestors RHJI zu überzeugen.

Opel-Betriebsrat wettert gegen GM

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz warnte vor Werkschließungen in Europa, falls GM doch noch die Kontrolle über Opel behält. "Mit drei Milliarden kann dieses Unternehmen nicht zukunftsgerecht aufgestellt werden", sagte Franz der dpa. Dies bedeute Streichungen im Modellangebot und Werkschließungen in Europa. Die Arbeitnehmer würden einen Verbleib bei GM zudem nicht akzeptieren. Die Opel-Belegschaft werde dann die zur Sanierung des Unternehmens geleisteten Beiträge zurückfordern.

GM will weiter prüfen

Offiziell hieß es von GM, der bisherige Mutterkonzern benötige weitere Informationen über die staatlichen Bürgschaften und die Finanzierungen der Opel-Übernahme. "Wir wollen die noch offenen Fragen klären und hoffen auf eine baldige Einigung", sagte ein Sprecher von GM Europe. Merkels Sprecher Ulrich Wilhelm betonte am Montag, die deutsche Seite habe ihre Hausaufgaben gemacht. Es lägen unterschriftsreife Verträge der beiden Interessenten Magna und RHJI vor. Er vermied offene Kritik am Vorgehen der Amerikaner: "Das Thema kann man nicht in Konfrontation lösen, sondern nur miteinander."

US-Regierung will sich bei Opel raushalten

Nach Worten Wilhelms hat es am Wochenende bereits auf Arbeitsebene Kontakte zwischen dem Kanzleramt und dem Weißen Haus in Washington gegeben. Es bleibe bis zur nächsten regulären Sitzung des GM-Verwaltungsrates um den 8./9. September Zeit, um die offenen Punkte zu klären. Allerdings will sich US-Präsident Barack Obama nicht in die Entscheidung von GM über die Zukunft von Opel einmischen.

Opel weiter für GM wichtig

Opel ist für GM unter anderem wegen des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim wichtig. Dort wird die Plattform für alle GM-Mittelklassewagen entwickelt und auch der Hoffnungsträger des Konzerns, das Elektroauto Chevrolet Volt, wurde maßgeblich von deutschen Ingenieuren entworfen. Zudem könnte ein neuer Opel-Konzern unter Kontrolle von Magna und der russischen Sberbank ein unliebsamer Konkurrent für GM werden. Insbesondere auf dem Wachstumsmarkt Russland ist GM mit seiner Marke Chevrolet gut vertreten - und dorthin drängt auch Opel unter Schirmherrschaft der Sberbank, die mit dem Autobauer Gaz den russischen Markt aufmischen möchte.

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