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Umfrage-Ergebnis: Zwei Drittel sind für Opel-Insolvenz


Opel-Übernahme  

Umfrage-Ergebnis: Bevölkerung würde Opel fallen lassen

15.09.2009, 13:28 Uhr | mmr, t-online.de

User-Umfrage: Opel wäre besser in die Insolvenz gegangen (Foto: Reuters)Opel-Unsicherheiten noch nicht vorbei (Foto: Reuters) Erleichterung und Freude herrschten nach der Entscheidung am vergangenen Donnerstag (10.09.09), Opel an ein Konsortium um den Zulieferer Magna zu verkaufen, den Wunschkandidaten der Bundesregierung. Mittlerweile mehren sich jedoch die Sorgenfalten in vielen Gesichtern. Angekündigte Stellenstreichungen in hohem Umfang, Werksstilllegung, Druck von der EU, Geld-Transfers an Magna-Partner in Russland und neue Milliarden-Risiken könnten Opel auch später noch belasten. Geht es nach einer Umfrage unter den Nutzern von t-online.de, wäre Opel ohnehin besser in die Insolvenz gegangen. Gut zwei Drittel der Abstimmungs-Teilnehmer votierten für einen harten Schnitt.

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Zwei Drittel der User für Opel-Insolvenz

Direkt nach der Veröffentlichung durch General Motors (GM), etwa zwei Drittel von Opel an Magna und die Opel-Beschäftigten zu verkaufen, fragte t-online.de/wirtschaft die User: Was halten Sie von der Entscheidung? Knapp 22.000 gültige Stimmen zeigen ein recht eindeutiges, wenn auch nicht repräsentatives Ergebnis: 68 Prozent votierten für "Opel wäre besser in die Insolvenz gegangen". Nur 18,5 Prozent der User halten den Verkauf an Magna für die beste Lösung, weitere 6,9 Prozent sagten "GM hätte Opel behalten sollen", für 1,9 Prozent wäre ein Verkauf an den Mitbewerber RHJI ideal gewesen und 4,7 Prozent hatten keine Meinung.



Weitere Risiken für Opel und auch Magna

Der österreichische Autoexperte Wilfried Sihn sieht bei der Übernahme von Opel gewaltige Risiken. Eine erfolgreiche Sanierung durch den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna sei keineswegs ausgemacht, sagte der Professor der Technischen Universität Wien und Geschäftsführer von Fraunhofer Austria. Sollte Opel nicht kurzfristig in die Gewinnzone zurückkehren können, drohten die staatlichen Unterstützungsleistungen in Milliardenhöhe zu verpuffen. Auch für Magna berge ein Scheitern große Risiken bis hin zu einer Insolvenz.

Opel-Entscheidung als Wahlkampf?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte am Montag erneut das Vorgehen der Bundesregierung und wies Befürchtungen zurück, die EU-Kommission könnte die 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen für Opel/Magna nicht billigen. Kritik am Opel-Rettungskonzept kam derweil von der FDP. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler warf der Bundesregierung in N24 vor, den Opel-Magna-Deal ausschließlich unter dem Aspekt des Machterhalts forciert zu haben. "Man hat sich keine Gedanken über ein Zukunftskonzept gemacht. Sondern man hat gesagt, egal, was von uns verlangt wird, wir sind bereit zu bezahlen. Hauptsache, wir kommen über die Wahlen. Und das ist der Fehler."



Auto-Manager geteilter Meinung

Die geplanten Staatshilfen für Opel stoßen kurz vor Auftakt der Automesse IAA auch bei führenden deutschen Managern der Branche auf ein geteiltes Echo. Der deutsche Ford-Chef Bernhard Mattes äußerte in einer Umfrage deutliche Kritik, wie das "Handelsblatt" berichtete. Porsche-Vorstands-Chef Michael Macht dagegen verteidigte demnach die staatlich gestützte Rettungsaktion.

Opel ist "jede Anstrengung wert"

Mattes sieht durch die Opel-Hilfen die Chancengleichheit in Gefahr. Für ihn höre die Wettbewerbsgleichheit auf, wenn einzelne Konkurrenten in eine bessere Position gebracht würden - "etwa durch eine Möglichkeit zur Refinanzierung, die für andere nicht gegeben ist, oder gar durch direkte Subventionen und Beteiligungen", sagte er der Zeitung. Porsche-Vorstandschef Macht sagte dagegen: "Bei Opel stehen Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel." Daher könne er gut nachvollziehen, dass der Staat hier eingreife. "Natürlich besteht bei staatlichen Transfer-Leistungen immer die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung", sagte er. Trotzdem sei es "jede Anstrengung wert", ein Traditionsunternehmen wie Opel retten zu wollen.



Auto-Experte Dudenhöffer hält Opel für wettbewerbsfähig

Opel ist nach Auffassung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer durchaus wettbewerbsfähig. In einer Analyse nach dem Zuschlag für die Übernahme von Opel durch den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna schreibt Dudenhöffer, Opel habe mit dem Insignia eine beachtliche Wende eingeleitet. Mit dem Insignia zeige der Autobauer, dass er die Fähigkeit habe, sehr wettbewerbsfähige Fahrzeuge zu bauen. Das untermauerten zudem die Verkaufszahlen der Mittelklasse-Fahrzeuge in Deutschland. Entscheidend seien die Ergebnisse der Zukunft, betonte der Inhaber des Lehrstuhls für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

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