Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Milchkrise: EU-Staaten erhöhen Druck


Milchkrise  

EU-Staaten erhöhen Druck

15.09.2009, 18:13 Uhr | dpa, t-online.de, dpa

Der Streit um die Milch geht weiter. (Foto: ddp) Angesichts der niedrigen Preise für Milch gerät die Europäische Kommission immer stärker unter Handlungsdruck. Zwei Drittel der 27 EU-Staaten forderten Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel auf, Vorschläge für kurz- und langfristige Hilfen zugunsten der Landwirte vorzulegen. "Die globale Wirtschaftskrise hält den europäischen Milchmarkt auch weiterhin im Würgegriff", hieß es in dem Aufruf beim Treffen der EU-Agrarminister am Dienstag im schwedischen Växjö. Zu den Forderungen zählen eine vorübergehende Erhöhung des Preises für Aufkäufe und mehr Exporthilfen für Butter, Milchpulver und Käse. Fischer Boel hat dies zwar abgelehnt, will diesen Donnerstag aber neue Vorschläge machen.

Aktuelle Preisentwicklung - Was ist richtig billig, was teurer geworden?
Was ist ESL-Milch? - Milchsorten im Überblick
Überblick -

Schlüssiges Konzept gefordert

Zu der Gruppe von Ländern zählen neben den Initiatoren Deutschland und Frankreich mittlerweile auch Spanien, Finnland und Tschechien. Die Niederlande, Großbritannien und Italien, die kostengünstiger produzieren als beispielsweise Deutschland, verweigerten die Unterstützung. "Wir erwarten ein schlüssiges Konzept", sagte Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) mit Blick auf die angekündigte Rede Fischer Boels diesen Donnerstag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg.



Treffen bietet neue Möglichkeiten

Selbst wenn Fischer Boel mehr Aufkäufe und Lagerhaltung sowie Exporterstattungen ablehnt, so zeichneten sich am Rande des zweitägigen informellen Treffens doch Hilfsmöglichkeiten ab. So will die Bundesregierung eine europäische Regelung für die freiwillige Stilllegung von Milchquoten einzelner Betriebe. Damit würden diese Quoten nicht ausgeschöpft, verfielen für das Mitgliedsland aber auch nicht.

Zahlreiche Vorschläge

Fischer Boel brachte einen staatlichen Aufkauf von Quoten ins Gespräch, die dann aber gänzlich verfiele. Eine weitere Möglichkeit sei die Ausweitung des EU-"Schulmilchprogramms", hieß es aus Delegationskreisen. Für einen weiteren Vorschlag Fischer Boels, eine Strafzahlung auf Betriebsebene, zeichnete sich dagegen wenig Unterstützung ab. Diese Strafe wäre fällig, wenn ein Betrieb sein Limit überschreitet, aber das EU-Land insgesamt seine Quote unterschreitet.



Aigner stieß auf taube Ohren

Von den Geldern sollten etwa Vorruhestandsregelungen bezahlt werden. Derzeit wird auf nationaler Ebene aufgerechnet ("Saldierung"). Überschreitet dann ein Land seine Milchquote, muss es der EU Strafen bezahlen, die es sich von den Betrieben zurückholt. Die Quote begrenzt die gesamte erlaubte Produktion. Mit dem Instrument versucht die EU seit 1984, durch die Steuerung des Angebots die Preise stabil zu halten. Die Quote wird derzeit schrittweise erhöht und läuft 2015 aus. Wegen der niedrigen Preise hatte Aigner zuletzt vor gut einer Woche gefordert, die Quote nächstes Jahr nicht zu erhöhen. Damit war sie aber bei Fischer Boel und einer Mehrheit der EU-Staaten auf taube Ohren gestoßen.

Hoffnung auf Markterholung

Im Moment liegt der Milchrohpreis bei etwa 20 Cent je Liter, die langfristige Tendenz zeigt jedoch nach oben. "Wir hoffen alle, dass sich der Markt erholt", sagte Aigner. Wichtig sei aber, dass dann die eingelagerten Mengen an Milchprodukten "nicht schlagartig auf den Markt kommen".


Mehr Themen:
Streit um Milchpreis - Milchbauern bereiten Proteste vor
Urteil - Milchlieferstopp bleibt rechtswidrig
Kaufkraftvergleich -
Quiz - Was kosteten verschiedene Produkte im Jahr 1980?

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
hier MagentaZuhause M sichern
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal