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BMW und VW drohen Magna mit Ende der Geschäftsbeziehungen


Opel  

BMW und VW überdenken Zusammenarbeit mit Magna

16.09.2009, 16:48 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

VW und BMW überdenken Kooperation mit Magna (Foto: ddp)Patriarch Piëch macht Front gegen Magna (Quelle: ddp) Die geplante Opel-Übernahme durch Magna stößt bei den Kunden des Zulieferers auf Widerstand. Sowohl VW als auch BMW wollen ihre Zusammenarbeit überdenken. Sie drohen aus Angst vor dem Abfluss technologischen Wissens mit dem Abbruch der Geschäftsbeziehungen. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch brachte die Bedenken der Hersteller am Dienstag auf der IAA in Frankfurt auf den Punkt: "Wir als Konzern mögen es nicht, wenn aus unseren Zulieferern unsere Konkurrenten werden."

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Angst vor Technologie-Klau

Auch BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner sagte: "Wir hatten bisher eine sehr gute Zusammenarbeit mit Magna, aber da hat sich die Strategie geändert." Eichiner fügte hinzu: "Insofern müssen wir schon darüber nachdenken, welche Technologie wollen wir in die Hände eines Konkurrenten geben. Das muss jetzt sicher überdacht werden." Entschieden sei aber noch nichts. Magna produziert für BMW derzeit unter anderem den kleinen Geländewagen X3 und Komponenten. VW-Chef Martin Winterkorn äußerte ähnliche Sorgen. Volkswagen werde sein Geschäftsmodell mit Magna überprüfen: "Wo laufen wir Gefahr, dass wir bestimmte Informationen an die Konkurrenz geben?" VW gehört zu den großen Kunden von Magna.



Daimler steht zu Magna

Daimler will hingegen an der Zusammenarbeit mit dem Zulieferer festhalten. Die Beziehung zu dem österreichisch-kanadischen Unternehmen werde nicht infrage gestellt, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche auf der IAA. Er glaube, dass es auch nach der geplanten Übernahme von Opel eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Magna geben werde. Die beiden Unternehmen arbeiten bei der Mercedes-Benz G-Klasse zusammen.

Magna-Chef betont gelassen

Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf hatte sich in der Debatte zuletzt gelassen gezeigt. Jeder Kunde werde es sich gut überlegen, bevor er auf die wettbewerbsfähigen Produkte verzichtet. "Magna hat bis heute keinen einzigen Auftrag in einem Schönheitswettbewerb gewonnen, sondern weil wir im Thema Qualität, Technologie und Preis wettbewerbsfähig sind." Außerdem werde Magna das Komponentengeschäft strikt vom Autogeschäft trennen. "Es wird keine organisatorischen oder personellen Überschneidungen geben", versprach Wolf.

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Kritik an Bundesregierung wächst

Die Bundesregierung rückt unterdessen wegen ihrer Verhandlungen bei der Opel-Rettung immer mehr in den Fokus internationaler Kritik. Der spanische Industrieminister Miguel Sebastian bemängelte fehlende Informationen zur Opel-Übernahme durch das Konsortium aus Magna und Sberbank. Madrid werde nach jetzigem Stand kein Geld zur Opel-Rettung beisteuern. "Heute sind wir aufgefordert worden, die Rechnung zu bezahlen, ohne die Speisekarte gesehen zu haben", sagte Sebastian nach Beratungen der Bundesregierung mit anderen europäischen Opel-Ländern und der EU-Kommission. Auch Belgien hatte Berlin heftig kritisiert.

Widerstand gegen Werksschließung

Derweil wollen die Opel-Betriebsräte europaweit gegen die angekündigte Schließung des Werks in Antwerpen mobil machen. "Wir werden gegen die Schließung kämpfen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz auf der IAA. Bei einem Treffen in der belgischen Hafenstadt am 23. September soll das weitere Vorgehen beraten werden. Gleichzeitig seien erste Protestaktionen geplant.

Antwerpen soll Dicht gemacht werden

Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf hatte Anfang der Woche bestätigt, dass Antwerpen als einziges europäisches Werk geschlossen werden soll. Allerdings will Magna alternative Formen der Zusammenarbeit prüfen. "Vielleicht ergibt sich im Bereich von Auftragsfertigung eine Möglichkeit. Wir werden das sehr genau prüfen und jede Unterstützung anbieten", hatte Wolf versprochen. Opel baut in Antwerpen mit zuletzt 2580 Mitarbeitern den Astra.

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