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Putin will Opel helfen - Kritik aus Großbritannien


Übernahme  

Putin will Opel helfen - Kritik aus Großbritannien

18.09.2009, 18:13 Uhr | bab, t-online.de, dpa, dapd, AFP

Putin sagt Opel Unterstützung zu (Foto: AFP) (Quelle: AFP)Putin sagt Opel Unterstützung zu (Quelle: AFP) Gut zwei Wochen vor dem erwarteten Vertragsabschluss zur Übernahme von Opel hat der russische Ministerpräsident Wladimir Putin dem angeschlagenen deutschen Autobauer die Unterstützung der Regierung in Moskau zu gesagt. "Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und werden zur Erhaltung eines der ältesten europäischen Autobauer beitragen", sagte Putin nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Appell an alle Autohersteller

Putin appellierte an ausländische Autokonzerne, die ihre Wagen in Russland montierten, "nun auch den nächsten Schritt zu tun und Betriebe für die Produktion von Originalteilen" in Russland zu bauen. "Solche Pläne sind willkommen", sagte er. Der Präsident des größten russischen Autobauers Avtovaz (Lada), Igor Komarow, gab bekannt, dass Avtovaz und der französisch-japanische Konzern Renault-Nissan ein Gemeinschaftsunternehmen für die Herstellung von Autoteilen in Russland gründen wollen.

Kooperation mit Lada denkbar

Über die Pläne für Opel selbst äußerte sich der Chef des künftigen Opel-Partners Sberbank, German Gref. Gref sagte, in der ersten Phase der Zusammenarbeit sollten in Russland preisgünstige Opel-Modelle produziert werden. Dazu schloss Gref eine Kooperation mit dem russischen Autobauer Avtovaz (Lada) nicht aus. Laut Gref werden die Sberbank und der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna in der kommenden Woche über Produktionsstandorte für Opel in Russland beraten.

Astra-Produktion in ehemaliger GM-Fabrik

In einer Fabrik der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM) bei St. Petersburg sollten Astra-Modelle gebaut werden, kündigte er an. Eine mögliche Zusammenarbeit mit dem russischen Nutzfahrzeughersteller Gaz bezeichnete Gref als "noch offen". Die Gaz-Gruppe des Oligarchen Oleg Deripaska, die selbst in einer tiefen Krise steckt, will ihre Werke für die Produktion bestimmter Opel-Modelle sowie ihr weit verzweigtes Absatznetz zur Verfügung stellen.

Breite Front gegen Berlin

In Europa stößt das Gesamtkonzept weiterhin auf wenig Gegenliebe. Der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson warnte vor einem "Subventions-Krieg" und kritisierte vor allem die Rolle Berlins im Opel-Poker. Er sagte nach Angaben der "Financial Times", die EU-Kommission müsse sicherstellen, dass bei einer Übernahme durch Magna "nicht die Größe des Scheckbuchs" darüber entscheide, ob ein Werk geschlossen oder umstrukturiert wird. Die britische Regierung hat sich deshalb wie Spanien und Belgien zuvor an die EU gewandt.

Magna-Chef zuversichtlich

Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf rechnet derweil in "ein bis zwei Wochen" mit einem Vertragsabschluss. General-Motors-Chef Fritz Henderson hatte im "Handelsblatt" das Ziel genannt, "alles bis Anfang Oktober fertig zu haben". Europaweit sollen durch den Zusammenschluss rund 10.500 Stellen bei Opel wegfallen, davon gut 4000 in Deutschland. In den beiden britischen Opel-Vauxhall-Werken Luton und Ellesmere Port sollen fast 1200 der knapp 5000 Stellen wegfallen. Wie stark jeder Standort tatsächlich betroffen sein wird, entscheidet sich in den Verhandlungen mit dem Europäischen Arbeitnehmerforum von Opel (EEF).

Großprotest in Antwerpen geplant

"Bis jetzt gibt es nur Planzahlen, die wir nicht akzeptieren", sagte der Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Die Gespräche sollen in der kommenden Woche beginnen. "Das werden sehr komplizierte Verhandlungen, die wir hinter verschlossenen Türen führen wollen." Und während hinter den Kulissen bereits intensiv über den Geschäftsplan der designierten Opel-Mutter Magna verhandelt wird, wollen die europäischen Gewerkschaften am kommenden Mittwoch gegen eine drohende Werkschließung in Antwerpen protestieren. Aus Deutschland sollen in zehn Bussen Mitarbeiter in die belgische Hafenstadt gebracht werden.

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