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Lada-Hersteller Avtovaz streicht 27.600 Stellen


Russland  

Lada-Hersteller Avtovaz streicht 27.600 Stellen

24.09.2009, 17:27 Uhr | bab, AFP, dapd, dpa, dpa-AFX, t-online.de

Fertigungshalle für den Lada Kalina in Togliatti (Foto: dpa) (Quelle: dpa)Fertigungshalle für den Lada Kalina in Togliatti (Quelle: dpa) Nach einem drastischen Umsatzrückgang streicht der größte russische Automobilhersteller Avtovaz (Lada) 27.600 Stellen. Das Unternehmen akzeptierte damit am Donnerstag einen Vorschlag der Gewerkschaft. Ursprünglich sollten 36.000 der 102.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. In der Vorwoche hatte der in der Wolga-Stadt Togliatti beheimatete Hersteller bereits die Entlassung von 5000 Verwaltungsangestellten bekanntgegeben.

Am Tropf des Staates

Avtovaz steckt seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und kann nur mit Hilfe staatlicher Kredite am Leben gehalten werden. In der ersten Hälfte dieses Jahres ging der Umsatz um 44 Prozent zurück. Unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise brach vor allem die Nachfrage nach Lada-Limousinen ein. Der Betrieb im Stammwerk Togliatti läuft zurzeit nur mit 65 Prozent seiner Kapazität.

Job-Kahlschlag auch bei Gaz

Neben Avtovaz wird auch bei der Gaz-Gruppe des Oligarchen Oleg Deripaska ein massiver Stellenabbau erwartet. Laut Berichten der Agentur Interfax sind in den russischen Werken von Gaz bis zu 14.000 der 50.000 Arbeitsplätze bedroht. Gaz selbst kommentierte die Berichte nicht, allerdings bestätigte das Ministerium für Gesundheitswesen und Soziales im September entsprechende Pläne.

Poker um Opel geht weiter

Brisant sind diese Berichte, weil beide russische Autobauer als potenzielle Partner für den Aufbau einer Opel-Produktion in Russland in Frage kommen. Lange Zeit galt hier Gaz als Favorit, doch vergangene Woche brachte Sberbank-Chef German Gref plötzlich wieder Avtovaz. Entschieden ist bisher jedoch noch nichts. Die Sberbank will sich zu weiteren Gesprächen mit ihrem kanadisch-österreichischen Partner Magna treffen.

Der Staat mischt mit

Spannend ist dabei die Frage, wie weit der Einfluss von Ministerpräsident Wladimir Putin in der Opel-Frage reicht. Im August und September machten immer wieder Gerüchte die Runde, dass Autovaz, Gaz und der Nutzfahrzeughersteller Kamaz, an dem Daimler mit zehn Prozent beteiligt ist, in einer großen Holding aufgehen sollen. Avtovaz gehört zu 25 Prozent dem französischen Automobilhersteller Renault. Die restlichen Anteile halten die Investitionsgesellschaft Troika-Dialog und die staatliche Holding Rostechnologii, die in letzter Zeit kräftig auf dem Autosektor mitmischt.

Chef von Avtovaz geschasst

Noch ist der Zusammenschluss ein Traum der Regierung in Moskau, doch im Hintergrund sind die Vorbereitungen für eine Umstrukturierung bereits voll im Gange. Im August musste Boris Aljoschin, bisher einer der einflussreichsten Manager des Landes, auf Druck des Staates seinen Posten als Vorstandschef von Avtovaz niederlegen. Unter Wladimir Putin war der 54-Jährige stellvertretender Minister für Industrie, Wissenschaft und Technik, 2005 sogar Vizeministerpräsident.

Putin am Drücker

Die guten Kontakte halfen dennoch nichts. Nachfolger Aljoschins wurde Igor Komarow, ein Berater von Rostechnologii-Chef Sergej Tschemesow. Der wiederum gilt als enger Vertrauter von Putin, der im Hintergrund die Fäden zieht. Sollten Magna und die Sberbank nun eine Entscheidung zu Gunsten Avtovazs fällen, würde das den Druck auf Gaz und Kamaz weiter erhöhen. Und erst seit dich Putin öffentlich in die Debatte eingemischt hat, fällt der Name Avtovaz öfter.

Daimler und Renault halten sich bedeckt

Spannend ist dieser Kampf um die Macht auf dem russischen Automarkt auch für die weitere Zukunft von Opel. Experten gehen davon aus, dass auch die russischen Anteile am deutschen Autobauer im Falle einer Fusion von dem neuen Konglomerat verwaltet würden. Sollten Daimler und Renault ihre Beteiligungen behalten, würden sie somit rein theoretisch auch Einfluss auf Opel nehmen. Keiner der beiden Autobauer hat sich bisher jedoch zu den Fusionsgerüchten geäußert.

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