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Opel-Übernahme durch Magna geplatzt


Opel-Übernahme durch Magna geplatzt

04.11.2009, 14:42 Uhr | dpa-AFX, AFP, AP, dapd, AFP, dpa

GM wird Opel behalten (Foto: ddp)GM wird Opel behalten (Foto: ddp) Alles wieder zurück auf Start. Der monatelange Poker um Opel ist mit einem Paukenschlag zu Ende gegangen. Der Verkauf an Magna wurde abgeblasen, der Verwaltungsrat des US-Autokonzerns General-Motors entschied, die deutsche Tochter doch nicht an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Die Begründung: ein sich "verbesserndes Geschäftsumfeld" und die Bedeutung von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall für die "globale Strategie" des Unternehmens.

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Restrukturierungsplan in Arbeit

Die Entscheidung fiel in der Nacht zum Mittwoch. Das Ziel General Motors sei es gewesen, "die beste langfristige Lösung für unsere Kunden, Angestellten, Zulieferer und Händler zu finden - das spiegelt sich in der heute getroffenen Entscheidung wider", erklärte GM-Chef Fritz Henderson. In Kürze wolle der Konzern Deutschland und den anderen Ländern mit GM-Standorten einen Restrukturierungsplan vorlegen.

Berlin soll zahlen

Zugleich kündigte das Unternehmen an, Berlin um Hilfe bei der Umsetzung der Pläne zu bitten. Henderson bezifferte die Kosten für die Sanierung auf drei Milliarden Euro. Gleichzeitig entschuldigte sich der GM-Boss für den monatelangen Verhandlungsmarathon, an dem unter anderem mehrere Regierungen, Unternehmen, der Opel-Betriebsrat und die EU-Kommission beteiligt waren: "Wir verstehen, dass die Komplexität und Dauer dieses Themas für alle Beteiligten anstrengend war."


Verwaltungsrat war gespalten

Der GM-Verwaltungsrat war lange gespalten. Einige Mitglieder wollten Opel behalten, weil beide Hersteller aufeinander angewiesen seien. GM brauche Opel wegen der modernen Technologie der Deutschen und deren Zugang zum europäischen Markt. Dieser Marktzugang gab nun als "wichtiger Bestandteil der globalen Strategie von GM" auch den Ausschlag für den Stimmungswandel bei GM.

Helfer fordern Kredite zurück (Grafik: dpa)Helfer fordern Kredite zurück (Grafik: dpa)

Berlin fordert Staatsgeld zurück

Die Bundesregierung erwarte, dass GM die Brückenfinanzierung von 1,5 Milliarden Euro fristgerecht zurückzahle. Mit der Entscheidung gegen einen Verkauf von Opel sei "ein Investorenprozess abgebrochen worden, der über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten von allen Beteiligten - einschließlich GM - intensiv geführt wurde", erklärte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in der Nacht zu Mittwoch.

Magna-Vizechef versteht GM-Entscheidung

Magna-Vizechef Siegfried Wolf zeigte Verständnis für die Entscheidung von GM. "Wir verstehen, dass der Verwaltungsrat zu dem Schluss gekommen ist, dass es im besten Interesse von GM ist, Opel zu behalten", erklärte er.

Opel-Betriebsrat Franz: Werke akut gefährdet

Opel-Betriebsrat Franz sieht durch die Entscheidung der US-Mutterkonzerns die Werke in Bochum Kaiserslautern und Antwerpen von der Schließung bedroht. Nun sei "der alte GM Plan wieder auf dem Tisch", sagte Franz. Das bedeute, dass die drei Werke "akut gefährdet sind". Die Arbeitnehmer würden nun alle Zusagen über Einsparungen zurückziehen und zunächst über das weitere Vorgehen beraten, so Franz weiter.


GM ist optimistisch

Die Amerikaner geben sich hingegen zuversichtlich: "Die Finanzkraft und Stabilität von GM haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Das macht uns zuversichtlich, das Europa-Geschäft erfolgreich restrukturieren zu können." GM wolle zudem seine Beziehungen mit dem russischen Autobauer GAZ weiter ausbauen.


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