Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Opel-Mitarbeiter geschockt: Angst vor Massenentlassungen wächst


Sorge um Entlassungen  

Neuer Schock für Opel-Mitarbeiter

04.11.2009, 15:28 Uhr | dpa-AFX, AFP, AP, dpa

Die Opelaner haben Angst um ihre Jobs (Foto: ddp)Die Opelaner haben Angst um ihre Jobs (Foto: ddp) Die Absage von GM zum Opel-Magna-Deal hat nicht nur in der Bundesregierung für Entsetzen gesorgt. Auch die Opel-Mitarbeiter stehen unter Schock. Denn die Angst vor Massenentlassungen wächst. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sieht die Opel-Standorte in Bochum, Kaiserslautern und Antwerpen "akut gefährdet". Den Plan der Mutter General-Motors (GM), Opel zu behalten und aus eigener Kraft zu sanieren, halten Autoexperten sowie Betriebsräte für unrealistisch. Werksschließungen und Massenentlassungen würden die Folge sein, lauten die Befürchtungen. Zugleich wächst die Kritik an der Bundesregierung, die sich schon sehr früh auf den Zulieferer Magna als Käufer festgelegt hatte.


#

Neuwagen versichern? - Kfz-Versicherung vergleichen

Experte sieht Zukunft von Opel bei GM düster

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die Entscheidung von General Motors, Opel doch nicht zu verkaufen, äußerst kritisch. GM habe keinen Ansatz für das Europa-Geschäft und beginne erst jetzt, den "x-ten Restrukturierungsplan" für Opel auszuarbeiten, erklärte Dudenhöffer. Dies geschehe mit enttäuschten Mitarbeitern, die nicht hinter GM stünden, mit einem geschwächten Management und hohen Verlusten. Es werde sehr schwer sein, für neue Produkte in Europa und USA Kredite zu erhalten. Damit werde das Produktprogramm auf Sparflammme laufen; der weitere Verlust von Marktanteilen in Europa sei vorgezeichnet.

General Motors will Opel behalten


Opel-Magna-Deal - Übernahme-Poker um Opel ist beendet
Opel-Standorte -
Politiker-Stimmen -
Massenproteste -
Autoexperte -
GM-Entscheidung -
Chronologie -


Werksschließungen möglich

"Denkbares Szenario" sei nun die Planinsolvenz von Opel mit Werkschließungen in Bochum, Kaiserslautern, Antwerpen und Standorten wie Eisenach und im britischen Ellesmere Port. Ein Restrukturierungsplan könne zwar Kosten kappen, aber nicht die fehlende Produktbreite bereit stellen. GM kämpfe gleichzeitig an zu vielen Fronten als schwaches Unternehmen mit abgenutzten Marken. GM fahre daher mit dem höchst möglichen Risiko.

CDU-Wirtschaftsexperte erwartet Werksschließungen

Auch der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs rechnet nach der Entscheidung von GM mit Werkschließungen. "Opel hat Überkapazitäten auch in Deutschland, daher wird es meiner Ansicht nach zu Werkschließungen kommen. Zu einem Arbeitsplatzabbau wäre es mit Magna ehrlicherweise aber auch gekommen", sagte Fuchs dem "Handelsblatt".

Brüderle: GM-Entscheidung "völlig inakzeptabel“

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) reagierte mit scharfer Kritik auf die Absage von General Motors an einen Opel-Verkauf. "Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel" sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber, sagte Brüderle vor einer Kabinettssitzung in Berlin. Er forderte von GM und Opel die rasche Vorlage eines Konzepts zur Restrukturierung.


Bund und Länder müssen Opel weiter helfen

Der Betriebsrat sieht die Bundesregierung weiter in der Pflicht, Opel mit Geldern zu unterstützen. "Ich glaube, aus dieser Zusage kann die Bundesregierung nicht heraus. Und ich glaube, das darf sie auch nicht", sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel im WDR-5- Morgenecho. Bund und Länder wollten die Sanierung von Opel mit insgesamt 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen fördern. In Deutschland hat Opel vier Standorte mit etwas mehr als 25.500 Beschäftigten, europaweit sind es 54.797 Mitarbeiter.

Betriebsrat ruft zu Warnstreiks aus

Aus Protest gegen den abgesagten Verkauf rufen Betriebsräte und Gewerkschaften die Opel-Mitarbeiter von diesem Donnerstag an zu Warnstreiks auf. "Die Veranstaltungen beginnen in Deutschland und werden sich auf ganz Europa ausdehnen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz.

Franz geht auf Konfrontationskurs

Zudem werde es keinen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung von Opel geben, teilte der Franz mit. Der Betriebsrat verlangt die sofortige Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen und hat seine Zusage zurückgenommen, dass die Belegschaft durch den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld insgesamt 265 Millionen Euro jährlich einsparen könnte.


Einenkel fordert klare Zusage

Betriebsrat Einenkel aus Bochum sieht dagegen die Mitarbeiter weiter in der Pflicht. "Wir werden auch weiterhin nicht davor weglaufen können, uns zu beteiligen, aber wir wollen eine ganz klare Zusage haben. Für nichts gibt es nichts", sagte Einenkel im WDR-5-Morgenecho.



Regierung muss Massenarbeitslosigkeit verhindern

Die Verhandlungen mit General Motors seien nicht eindringlich genug geführt worden, warf die Fraktionsvize von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Christine Scheel im "Südwestrundfunk" der Bundesregierung vor. Es seien Staatshilfen zugesagt worden, ohne genau zu wissen wofür. Aber auch die neue Regierung trage eine Mitverantwortung. Ihr Kurs sei nicht klar genug gewesen. Die Bundesregierung müsse nun helfen, Massenarbeitslosigkeit an Opel-Standorten zu vermeiden.

Mehr Themen:
Autobranche - Deutscher Automarkt boomt weiter
Finanznot - Karmann droht das vollständige Aus
Studie - Automanager sehen Standort Deutschland ganz vorne
Kosten senken - Jetzt Strompreis für Ihren Haushalt vergleichen
Auto-Quizze - General Motors | Daimler | Opel | BMW | Toyota | Ford | VW



Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal