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Aldi verliert Marktanteile


Aldi-Umsatz laut GfK seit Jahresbeginn um 4,7 Prozent gesunken  

Aldi verliert Marktanteile

03.12.2009, 13:03 Uhr | oca, dpa, Maren Martell, dpa, t-online.de

Preiskampf drückt die Umsätze der Discounter (Foto: ddp)Preiskampf drückt die Umsätze der Discounter (Foto: ddp) Mit drastischen Preissenkungen kämpfen die Discounter seit Monaten um die Gunst der Konsumenten. Die Preise für Joghurt, Schokoriegel und Milch wurden teilweise um mehr als 20 Prozent gesenkt. Doch scheinbar hat der Preiskampf im Lebensmittel-Einzelhandel den Umsatz des Discount-Riesen Aldi nach Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sinken lassen. Wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf die GfK-Zahlen schreibt, sank der Aldi-Umsatz seit Jahresbeginn um etwa 4,7 Prozent. Im Oktober habe das Minus vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr betragen. Bei Lidl gingen demnach die Umsätze im Oktober nur um 0,9 Prozent und seit Jahresbeginn um 0,4 Prozent zurück. Damit werde Aldi in diesem Jahr Marktanteile verlieren, zitierte das Blatt die GfK-Experten, die für ihre Analysen jeden Monat Einkaufbons von 30.000 Konsumenten auswerten.

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"Die Schnäppchenjagd im Discounter ist kein Selbstläufer mehr"

Längst stapeln sich Skianzüge, Fitnessgeräte und Brattöpfe jede Woche bergeweise. Wegen dem billigen Flachbildfernseher oder dem supergünstigen Laptop stehen die Kunden aber längst nicht mehr Schlange. Das Geschäft mit den wöchentlich wechselnden Schnäppchen stagniert. Handelsexperten sprechen sogar von einer massiven Marktübersättigung und Krise im sogenannten Non-Food-Geschäft. "Die Schnäppchenjagd im Discounter ist kein Selbstläufer mehr", sagt Mattias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail.

Wenn nicht bei Aldi, dann bei Lidl

"Wenn der Kunde schon den dritten Ersatztoaster im Keller stehen hat, kauft er keinen vierten mehr", betont Queck. Die Angebote in den rund 15.000 Billigheimern seien nichts Besonderes mehr und hätten schon längst ihren Reiz verloren. "Wenn es an jeder Ecke günstig Nordic-Walkingstöcke oder Reitgerten gibt, geht der Kaufreiz verloren." Früher funktionierte das Konzept noch, wenn beispielsweise nur zehn Computer günstig auf den Markt gebracht wurden. "Heute sagen sich die Leute: Wenn ich es bei Aldi nicht bekomme, gehe ich eben zu Lidl oder Netto."

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Supermärkte setzen mehr auf Frischware

Nach Angaben der GfK begann die Krise bei den Aktionsartikeln schon vor sechs Jahren. Damals ging der Umsatz von 170 auf 150 Milliarden Euro zurück. Seit 2004 stagniert er. "Aldi, Lidl und Co. haben da immer mehr Probleme. Das zeigen auch die Retouren und Resteverkaufsaktionen", betont Konsumforscher Wolfgang Twardawa. Auch das Europäische Handelsinstitut (EHI) beobachtet, dass die Supermärkte generell wieder mehr frische Ware und weniger Non-Food-Artikel in die Regale stellen.

Konzentration auf das Kerngeschäft mit Lebensmitteln

"Ursprünglich sollten mit den Aktionsartikeln ja zusätzliche Kunden in die Märkte gelockt werden. Wenn das nicht mehr gelingt, hat das Auswirkungen auf das Kernsortiment", sagt Twardawa. Mittlerweile versuchen die Unternehmen von vornherein vorsichtiger zu disponieren oder konzentrieren sich wieder auf ihr Kerngeschäft mit Lebensmitteln. "Dann rufen Aldi oder Lidl halt spanische oder französische Spezialitätenwochen aus."

Resteberge landen im Internet

Doch wo bleiben die Riesenmengen unverkaufter Waren? "Was da an Zeug in den Läden liegt, ist schon atemberaubend", sagt Discount-Experte Queck. Vieles werde außerhalb der Filialen beispielsweise bei Sonderverkaufsaktionen auf Großparkplätzen verscherbelt. Liegengebliebene Artikel landen auch bei Anbietern im Internet oder den diversen Resterampen. "Oft wird aber auch einfach so lange der Preis reduziert, bis die Ware weg ist."

Discounter setzen sogar auf Restelager

Aldi hatte vorübergehend sogar einen Restemarkt "1001" in Mannheim, der aber wieder aufgegeben wurde. Lidl soll eigene Restelager betreiben und übrig gebliebene Artikel über Megacentläden verkaufen. Die Unternehmen schweigen sich darüber aus. "Dazu geben wir aus grundsätzlichen Erwägungen keine Auskunft", heißt es beispielsweise bei Aldi Süd. Aldi Süd und Nord bieten in ihren rund 4300 Märkten zweimal pro Woche 20 bis 30 Aktionsartikel an.

Tchibo hat bereits abflauende Nachfrage reagiert

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo, der Anfang der 1970er Jahre als erstes Unternehmen "wechselnde Produktwelten" auf den Markt brachte, reagierte bereits auf die abflauende Nachfrage nach Kerzenhaltern, Jogginghosen und Reiseweckern. So wurde das Vertriebsnetz gestrafft - derzeit gibt es 900 Filialen und rund 45.000 Verkaufsstellen - und die Produktpalette aufgefrischt. Jährlich stellt Tchibo etwa 1500 Artikel in die Regale oder ins Internet, jede Woche sind es 30 neue Produkte zu unterschiedlichen Themen.

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