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Kaffeeröster: Bundeskartellamt verhängt Millionenbuße


Kartellstrafe  

Kartellamt verhängt Millionenbuße über Kaffeeröster

22.12.2009, 15:03 Uhr | AFP, apn, AFP, dapd

Drei große Kaffee-Hersteller sprachen Preise ab (Foto: Archiv)Drei große Kaffee-Hersteller sprachen Preise ab (Foto: Archiv) Deutschlands Verbraucher haben jahrelang zuviel für Kaffee bezahlt. Deshalb verhängte nun das Bundeskartellamt wegen verbotener Preisabsprachen ein Bußgeld von knapp 160 Millionen Euro gegen Tchibo, Melitta und Dallmayr. Nach Berechnungen von Verbraucherschützern entstanden den Kunden ein Schaden von 4,8 Milliarden Euro. Melitta kündigte an, Rechtsmittel gegen das Bußgeld einzulegen, Dallmayr kritisierte die Buße als "völlig überzogen". Tchibo wollte sich "inhaltlich nicht äußern".

"Die Kaffee-Multis sollten das zu Unrecht abkassierte Geld an die Verbraucher zurückzahlen", sagte Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg der "Bild"-Zeitung. Sie rief die Verbraucher auf, Kaffeeröstern zu Weihnachten die rote Karte zu zeigen und fair gehandelten Kaffee mit dem Gütesiegel Transfair zu kaufen. Damit sei den in Armut lebenden Kaffeebauern in Entwicklungsländern geholfen.

Preise untereinander abgesprochen

Tchibo, Melitta und Dallmayr hätten mindestens seit Anfang 2000 bis zu einer Durchsuchung im Sommer 2008 Preiserhöhungen untereinander abgesprochen, teilte das Bundeskartellamt in Bonn mit. Allein zwischen 2003 und 2008 habe es insgesamt fünf Preiserhöhungen gegeben, die bis auf eine Ausnahme auch bei den Verbrauchern hätten durchgesetzt werden können.

Kunden zahlten zuviel

Die Absprachen hätten sich "unmittelbar zu Lasten der Endverbraucher" ausgewirkt, erklärte das Bundeskartellamt. Der Lebensmitteleinzelhandel habe die höheren Einkaufspreise direkt an die Verbraucher weitergegeben. So hätten allein zwei Preiserhöhungen im Winter 2004 und Frühjahr 2005 zu einem Anstieg der Endverbraucherpreise von durchschnittlich einem Euro für ein Pfund Kaffee geführt.

Geldbußen noch nicht rechtskräftig

Für die Absprachen hätten die drei Kaffee-Röster einen sogenannten Gesprächskreis eingerichtet, in dem Geschäftsführer und Vertriebsleiter die Preise abgestimmt hätten. Dabei sei es vor allem um die Preise für Filterkaffee, Bohnen, Espresso und Kaffee-Pads gegangen. Daher müssten die drei Unternehmen und insgesamt sechs ihrer Manager nun ein Bußgeld von insgesamt 159,5 Millionen Euro verhängt. Die Geldbußen sind laut Kartellamt aber noch nicht rechtskräftig.

Melitta war in die Ermittlungen einbezogen

Eine Sprecherin von Melitta erklärte, das Unternehmen bedaure den Vorgang und habe Vorkehrungen getroffen, "damit so etwas nicht noch einmal passiert". Melitta war demnach seit Mitte 2008 in die Ermittlungen der Kartellwächter einbezogen und habe mit ihnen "uneingeschränkt zusammengearbeitet". An der Höhe des Bußgeldes habe Melitta aber "erhebliche verfassungsrechtliche Zweifel". Deshalb lege die Firma Rechtsmittel ein.

Zahlreiche weitere Verfahren am Laufen

Eine Dallmayr-Sprecherin erklärte, die Geldbuße sei "völlig überzogen". Jedermann könne sich überzeugen, dass Röstkaffee in Deutschland, bereinigt um Steuern, günstiger als überall sonst in Europa sei. Tchibo bestätigte lediglich den Erhalt des Bußgeldbescheids. Beim Kartellamt laufen nach Angaben der Behörde Verfahren gegen zahlreiche weitere Kaffee-Röster wegen des Verdachts auf Preisabsprachen für den Verkauf von Kaffee an die Gastronomie und andere Großabnehmer. Dabei gehe es unter anderem um Preisabsprachen für Cappuccino. Diese Verfahren sollen demnach in der ersten Hälfte 2010 abgeschlossen werden.

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