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Datenpanne bei AWD: Wieder tausende Kundendaten aufgetaucht


Finanzdienstleister  

Wieder Datenpanne beim AWD

01.03.2010, 16:01 Uhr | apn, dapd, t-online.de

Erneute Datenpanne bei Finanzdienstleister AWD (Foto: imago)Erneute Datenpanne bei Finanzdienstleister AWD (Foto: imago) Knapp vier Monate nach der ersten Datenpanne beim Finanzdienstleiter AWD sind laut NDR erneut sensible Kundendaten des Unternehmens in Umlauf geraten. Nachdem dem Hörfunksender NDR Info bereits im vergangenen Herbst 27.000 Kundendaten aus AWD-Bestand vorgelegen hatten, erhielt er nun nach eigenen Angaben noch einmal Kenntnis von weiteren 12.000 Personendatensätzen. Darin seien sowohl persönliche Details über Kundenverträge als auch Angaben über ehemalige und noch aktive AWD-Mitarbeiter aufgelistet.



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Daten an Vertreter weitergegeben

In einer Stellungnahme bestritt der Finanzdienstleiter am Montag nicht die Echtheit der Daten, allerdings habe es "nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Datenschutzverstoß bei AWD" gegeben, teilte das Unternehmen in Hannover mit: "Solche Buchauszüge müssen von AWD im Zusammenhang mit den Provisionsabrechnungen für Handelsvertreter erstellt und auf deren Verlangen ausgehändigt werden." Die nun aufgetauchten Datensätze stammten aus einer derartigen Weitergabe an eigenständige Vertreter, worauf diese gesetzlichen Anspruch hätten.

Daten aus altem Datenpool?

Der AWD erklärte am Montag, nach Untersuchung der "äußerst wenigen" vom NDR übermittelten Datensätze handle es sich vermutlich um alte Daten, teilweise sogar mehr als zehn Jahre alt. Es seien sogenannte Buchauszüge, deren Weitergabe auf gesetzlicher Grundlage erfolge und datenschutzrechtlich zulässig sei. Falls es aufgrund krimineller Energie Einzelner zu einer unberechtigten Datenweitergabe gekommen sei, so liege dies außerhalb des Einflussbereichs des AWD und sei Sache der Strafverfolgungsbehörden.

NDR bestreitet gleiche Quelle wie bei erster Datenpanne

Der AWD warf dem NDR vor, es gehe dem Sender "einzig um die Inszenierung seiner Arbeit und nicht um die Aufklärung des Falls". Die Daten stammen wohl aus dem Datenpool vom Herbst. Vorwürfe zu den Recherche-Ergebnisse bestreitet der Sender vehement. "Es handelt sich hierbei nicht um die gleiche Quelle wie aus der ersten Datenpanne bei AWD im vergangenen Herbst", sagte NDR-Reporter Arne Meyer auf Nachfrage. Es seien zwar auch ältere Kundendatensätze vorhanden, aber da Versicherungsverträge größtenteils lange Laufzeiten hätten, seien die Angaben durchaus aktuell.

Stichproben zeigen echte Daten

Wie schon bei der ersten Datenpanne seien persönliche Daten, Telefonnummern, Berufsbezeichnung und Einzelheiten zu den Versicherungsverträgen verzeichnet. Bei mehreren hundert Kunden seien darüber hinaus auch die Bankverbindungen angegeben. Telefonische Stichproben von NDR Info bei Kunden hätten ergeben, dass es sich um echte Daten handelt.

Systematischer Schutz nötig

Dem Sender zufolge könne sich der Finanzdienstleister auch nicht der Verantwortung entziehen, wenn die Datensätze von Dritten, also etwa von den Handelsvertretern weitergegeben worden seien. Dazu sagte der Datenschutzexperte Nikolaus Forgó, dass sich Unternehmen sehr wohl gegen kriminelle Energien schützen könnten: "Das ist das Schlimmste für ein Unternehmen, wenn man ein Glaubwürdigkeits-Problem durch Sicherheitsmängel hat." Daher müsse ein Unternehmen alles für einen systematischen Schutz tun.



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