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Irland pumpt Milliarden in Krisen-Banken


Finanzkrise  

Irland am Abgrund: Milliarden für Krisenbanken

31.03.2010, 17:02 Uhr | cs mit dpa und AFP

Irland pumpt Milliarden in Krisen-Banken . Burgruine auf Achill Island: Irland kämpft nicht nur mit dem Verfall seiner Sehenswürdigkeiten (Foto: imago)

Burgruine auf Achill Island: Irland kämpft nicht nur mit dem Verfall seiner Sehenswürdigkeiten (Foto: imago)

Die irischen Banken leiden immer noch unter den Folgen der Finanzkrise. Deshalb springt nun abermals der irische Staat ein, und bewahrt seine Institute vor Schlimmeren. So kündigte die irische Regierung an, noch weitaus mehr als bisher bekannt in seine notleidenden Banken zu stecken. Insgesamt umfasst das neue Rettungspaket 21.8 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der Krisenbanken. Allein die verstaatlichte Anglo Irish Bank werde eine zusätzliche Finanzspritze von 8,3 Milliarden Euro bekommen, so Finanzminister Brian Lenihan.

22,3 Milliarden Euro für Rettung der Anglo Irish Bank

Zudem brachte der Finanzministers weitere zehn Milliarden Euro an Steuergeldern ins Spiel. Damit würde allein die Rettung der Anglo Irish Bank laut irischen Medienberichten insgesamt 22,3 Milliarden Euro kosten. Außerdem will die Regierung auch die angeschlagene Allied Irish Bank verstaatlichen, und seinen Anteil an der Bank of Ireland von derzeit 16 Prozent aufstocken. Bis spätestens 2011 soll dann die nationale Bad Bank NAMA für 81 Milliarden faule Kredite den Banken abnehmen.

Größter Verlust in der irischen Geschichte

Offenbar haben die bislang investierten 14,8 Milliarden Euro nicht gereicht, um die drei Banken in sicheres Fahrwasser zu manövrieren. Nach Angaben der "Irish Times", werde die Bank am Mittwoch ihren Geschäftsbericht mit den bisher höchsten Verlusten eines irischen Unternehmens bekanntgeben. Die faulen Kredite sollen sich auf mehr als 15 Milliarden Euro belaufen. Nun muss also der Staat abermals aushelfen.

Bankenrettung verdoppelt irisches Defizit

Die abermalige Bankenrettung geschieht in einer Situation, in der Irland selbst mit erheblichen Finanzproblemen zu kämpfen hat. Denn Irland hat sich wegen der Krise schwer verschuldet. Das Defizit schnellte nach Angaben der Regierung im vergangenen Jahr auf 11,7 Prozent hoch, dem zweithöchsten Wert nach Griechenland. Wegen der gigantischen Verschuldung läuft die Opposition Sturm. Der Sprecher der größten oppositionellen Partei Fine Gael erklärte im staatlichen Radiosender RTE, durch die zusätzlichen Finanzspritzen werde das nationale Defizit verdoppelt. Dies sei "schockierend".

Bad Bank: Milliarden für faule Kredite

Neben den direkten Finanzspritzen für die Krisenbanken will Irland auch im großen Stil faule Kredite aufkaufen. So soll der Rettungsfonds NAMA (National Assets Management Agency) bis spätestens Anfang 2011 dafür 81 Milliarden Euro ausgeben. Der Fonds verlangt dabei Abschläge von durchschnittlich 47 Prozent: Für die erste Tranche im Wert von 16 Milliarden Euro zahlt die NAMA nach eigenen Angaben 8,5 Milliarden Euro.

Irland als erster in der Rezession

Irland war von der Finanzkrise seit 2008 besonders hart getroffen worden. Die Spekulationsblase am Immobilienmarkt war geplatzt, der Konsum ging stark zurück und in der Folge schlitterte das Land als erstes EU-Mitglied in eine Rezession. "Eine langfristige Lösung für die Anglo Irish Bank zu finden ist bei weitem die größte Herausforderung bei der Beseitigung der Bankenkrise", sagte Lenihan laut Sender BBC.

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