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Beate Uhse hat Probleme mit Sex-Filmen


Einzelhandel  

Beate Uhse hat Probleme mit Sex-Filmen

12.04.2010, 17:59 Uhr | dpa, apn

Beate Uhse hat Probleme mit Sex-Filmen. Beate Uhse: Einbruch beim Umsatz mit Sexfilm-DVDs (Foto: dpa)

Beate Uhse: Einbruch beim Umsatz mit Sexfilm-DVDs (Foto: dpa)

Das traditionsreiche Sex-Unternehmen Beate Uhse will sich zu einem Lifestyle-Anbieter für Frauen und Paare wandeln. Schon mehr als die Hälfte der Kunden des Versandhandels seien Frauen, teilte die Beate Uhse AG in Flensburg mit. "Mit Sex-DVDs ist dagegen kaum noch Geld zu verdienen", sagte Vorstandschef Serge van der Hooft. Durch Gratis-Angebote im Internet sei ein enormer Preisdruck und Verdrängungswettbewerb entstanden.

Internet verdrängt DVDs

"DVDs waren ehemals eine unserer stärksten Umsatzsäulen. Das Internet hat die DVD aber verdrängt", sagte van der Hooft bei der Vorstellung der vorläufigen Bilanz für das Jahr 2009. Der größte deutsche Vertrieb von Sexaccessoires und Erotikfilmen leidet unter dem wachsenden Angebot kostenloser und selbsterzeugter Clips im Internet. Die früher eher männlich geprägte Zielgruppe habe sich folglich ändern müssen. "Wir sprechen nun auch aufgeschlossene Frauen und junge Paare an", erklärte Vorstand van der Hooft.

Sex im Wandel der Zeit

"Der offene Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft einerseits und der Preisdruck im DVD-Geschäft andererseits zwingen zum Umdenken", sagte der Vorstandschef. So verlegt sich Beate Uhse schon seit einigen Jahren zunehmend auf Dessous und Sex-Spielzeuge. Sehr erfolgreich sei ein Experiment mit dem neuen Produktbereich "Living" verlaufen. Beate Uhse bietet darin Wohnaccessoires wie zum Beispiel Bettwäsche, Handtücher, Bademäntel und ähnliches an, jeweils mit einer erotischen Note. Bei einem Herbstkatalog hätten diese Produkte auf Anhieb den Dessous-Umsatz überflügelt.

Unterschiedliche Angebote für Männer und Frauen

Um die klassischen männlichen Kunden nicht zu verlieren, unterscheidet Beate Uhse künftig zwischen den Vertriebslinien "hard" und "soft". "So verbreitern wir unsere Kundenbasis, erhöhen unser Absatzpotenzial und vergrößern unsere Marktanteile", sagte Vertriebschef Jan Boddaert. Im Einzelhandel setzt Beate Uhse zunehmend auf gepflegte Premium-Shops in guten Einzelhandels-Lagen; für die männliche Kundschaft gibt es "Fun-Center" in Gewerbegebieten mit guter Verkehrsanbindung.

Einstelliger Millionengewinn

Der Umsatz des Erotik-Konzerns reduzierte sich im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 231 Millionen Euro, vor allem wegen der rückläufigen Erlöse aus DVD-Verkäufen. Der Jahresüberschuss ging dagegen nur um drei Prozent auf 2,2 Millionen Euro zurück. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) erwirtschaftete Beate Uhse 2,8 Millionen Euro, verglichen mit 3,1 Millionen im Jahr zuvor. Für das laufenden Jahr erwartet van der Hooft einen Gewinn von 3,0 bis 3,5 Millionen Euro und moderates Wachstum. Eine Dividende für die Aktionäre gibt es nicht.

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