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Fußball schafft mehr Jobs als DAX-Konzerne


Wirtschaftsfaktor Bundesliga  

Fußball schafft mehr Jobs als DAX-Konzerne

14.04.2010, 16:00 Uhr | Spiegel Online

Fußball schafft mehr Jobs als DAX-Konzerne . Wirtschaftsfaktor Fußball: Der Staat verdient Milliarden (Foto: imago)

Wirtschaftsfaktor Fußball: Der Staat verdient Milliarden (Foto: imago)

Der deutsche Profifußball ist ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor: Mehr als fünf Milliarden Euro trägt er einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zufolge zum volkswirtschaftlichen Nutzen bei - und schafft zehntausende Jobs. Der Bund profitiert mit hohen Steuereinnahmen.

5,1 Milliarden Euro für die Volkswirtschaft

Der deutsche Profifußball ist offenbar ein noch größerer Wirtschaftsfaktor als bislang angenommen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) beziffert den Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung in Deutschland auf jährlich 5,1 Milliarden Euro.

Staat bleiben Netto-Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro

Eine bei der Unternehmensberatung McKinsey in Auftrag gegebene Studie habe außerdem gezeigt, dass dem Staat pro Jahr Netto-Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro aus dem Fußballgeschäft verbleiben, teilte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in Frankfurt mit. Als Wertschöpfung versteht McKinsey die Summe der im Profifußball erzeugten Bruttoeinkommen und Steuern aus Firmengewinnen. "Der Fußabdruck, den wir hinterlassen, ist größer als erwartet und bemerkenswert", sagte Seifert. "Die Clubs können sehr stolz auf das sein, was sie zur Volkswirtschaft beitragen."

Alle Zahlungsströme wurden berücksichtig

Die Studie habe Zahlungsströme in Verbindung mit der 1. und 2. Bundesliga, internationalen Wettbewerben, der Nationalmannschaft, des DFB-Pokals, nicht aber des Frauenfußballs berücksichtigt. Neben den Umsätzen der Profi-Clubs sind den Angaben zufolge auch das Geschäft von Lizenznehmern wie Medien, Vermarktern und Ausrüstern sowie die Wertschöpfung durch Hotels, Restaurants oder Logistikunternehmen erfasst worden. Dafür seien Interviews mit rund 100 "relevanten Experten" geführt worden.

"Es gibt einen sehr hohen Abstrahleffekt"

Die Studie "Wirtschaftsfaktor Bundesliga" hat als Grundlage Daten der Saison 2007/08 verwendet und kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Liga Verbindungen, Zahlungsströme und Beschäftigungswirkungen entstehen, die die Volkswirtschaft positiv beeinflussen. "Es gibt einen sehr hohen Abstrahleffekt", sagte Thomas Netzer von McKinsey.

Jeder 500. Euro des BIP durch Fußball

Jeder 500. Euro des Bruttoinlandsprodukts werde somit durch die Fußball-Bundesliga generiert, sagte Seifert. Der DFL-Geschäftsführer verwies auf etwa 70.000 Vollzeitarbeitsplätze im Profifußball, auf denen rund 110.000 Beschäftigungsverhältnisse basierten. Dies entspricht der Hälfte der Belegschaft des Volkswagen-Konzerns oder der Deutschen Post.

1,7 Milliarden Euro an Steuern

"Damit schafft der Profifußball mehr Arbeitsplätze als zwei von drei Unternehmen im DAX", sagte Seifert. An Steuern und Abgaben überweise die Branche jährlich 1,7 Milliarden Euro an den Staat. Ihnen stünden einschlägige Ausgaben, zum Beispiel für Polizeieinsätze, von 200 Millionen Euro gegenüber.

Deutsche Polizeigewerkschaft fordert finanzielle Beteiligung

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, forderte von der DFL, sich an bestimmten Polizeieinsätzen finanziell zu beteiligen. Deren Kosten unter anderem bei Bundesligaspielen bezifferte Wendt auf mindestens 150 Millionen Euro jährlich. "Wir sind nicht bereit, Teilkosten zu übernehmen. Wir sehen schon verfassungsrechtlich keine Grundlage, uns an Polizeikosten zu beteiligen", sagte Seifert bei der Vorstellung der Studie. Wendt dagegen forderte, dass das Bundesinnenministerium endlich eine Gebührenregelung auch im Profifußball auf den Weg bringen. Offenbar sei der "Leidensdruck" in den Finanzministerien noch nicht hoch genug. Das Innenministerium hat für den 23. April Vertreter der DFL, des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des Städtetags zu einem runden Tisch eingeladen.

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