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Opel trennt sich von Werk Antwerpen


Opel-Krise  

Opel trennt sich von Werk Antwerpen

19.04.2010, 18:35 Uhr | dpa-AFX

Opel trennt sich von Werk Antwerpen . Der belgische Opel-Standort in Antwerpen wird aufgegeben (Foto: imago)

Der belgische Opel-Standort in Antwerpen wird aufgegeben (Foto: imago)

Der angeschlagene Autobauer Opel trennt sich von seinem Standort Antwerpen und findet seine 2560 Mitarbeiter ab. Im Streit um die Zukunft des belgischen Opel-Werks einigten sich Management und Gewerkschaften am Sonntagabend auf einen Sozialplan, sagte eine Sprecherin des Antwerpener Werks: "Wir haben gemeinsam einen ausgeglichen Vorschlag ausgearbeitet, der nun noch von den Mitarbeitern angenommen werden muss." Spätestens zum Jahresende zieht sich Opel aus Belgien zurück.

Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro

Mit der Einigung hat das Unternehmen bei den Verhandlungen mit den europäischen Arbeitnehmern eine wichtige Hürde übersprungen, bei denen es um einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro geht: "Wenn der Sozialplan von den Mitarbeitern in Belgien angenommen wird, ist ein großer Road-Blocker vom Tisch", sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz in Rüsselsheim.

Abstimmung gilt als sicher

Nach Unternehmensangaben aus Rüsselsheim soll noch bis Ende September nach einem Investor gesucht werden. Falls sich kein Interessent findet, wird das Werk zum Jahresende geschlossen. Nach Angaben eines Opel-Sprechers sollen die Mitarbeiter in Antwerpen am Dienstag oder Mittwoch über den Vorschlag abstimmen. Eine Zustimmung gilt als sicher.

Abfindungen bis zu 144.000 Euro

Der Sozialplan sieht Frühpensionierungen und Abfindungen bis zu 144.000 Euro für ausscheidende Mitarbeiter vor. In dem Abkommen zwischen Management und europäischen Betriebsrat heißt es: "Die Restrukturierungsmaßnahmen müssen unverzüglich beginnen. Rund 1250 Mitarbeiter müssen das Unternehmen so schnell wie möglich verlassen, spätestens Ende Juni." Die restlichen Arbeitnehmer werden zum Jahresende ausscheiden - findet sich keine Investor, der sie übernimmt, gilt der Sozialplan auch für sie.

Investor gesucht

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hatte im Januar angekündigt, das Werk bis Jahresende zu schließen, um Überkapazitäten abzubauen. Gewerkschaften und Betriebsrat kämpfen dagegen um den Erhalt des Standorts und suchen nach einem Investor. "Es laufen Gespräche mit mehreren Interessenten", verlautete aus Betriebsratskreisen. Würde sich ein Investor aus der Automobilindustrie finden, könnte das Werk weiter produzieren und GM zuliefern. In Antwerpen wird der Kompaktwagen Astra gebaut.

Käufer könnte Astra weiter fertigen

Nach dem Abkommen will Opel/Vauxhall einem potenziellen Investor eine Brückenlösung anbieten, nach der der Käufer das Astra Cabriolet und den aktuellen Astra-Dreitürer weiter fertigen kann. Auch eine eventuelle neue Generation des Astra Cabrio solle demnach in Belgien gebaut werden. Damit sei der Standort hoch attraktiv für einen Investor, sagte Franz. In dem restrukturierten Werk könnten jährlich 120.000 Einheiten gebaut werden.

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