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CajaSur: Empörung über Kollaps der spanischen Sparkasse


Immobilienblase  

Empörung in Spanien: Sparkasse begeht "Harakiri"

25.05.2010, 18:19 Uhr | dpa, dpa

CajaSur: Empörung über Kollaps der spanischen Sparkasse. Filiale der spanischen Sparkasse CajaSur (Foto: imago)

Filiale der spanischen Sparkasse CajaSur (Foto: imago) (Quelle: imago)

Da half auch kein Beten mehr: Die Sparkasse CajaSur, das einzige von der katholischen Kirche kontrollierte Geldinstitut in Spanien, steuerte unweigerlich auf die Pleite zu. 2009 verzeichnete sie 596 Millionen Euro Verluste, in den ersten drei Monaten dieses Jahres weitere 114 Millionen. "Die Sparkasse blutet von Tag zu Tag mehr aus", beklagte CajaSur-Präsident Santiago Gómez Sierra, ein Geistlicher. Der Kollaps verschärfte an den Finanzmärkten die Angst vor einer Ausweitung der grassierenden europäischen Schuldenkrise.

Hoffnung auf Rettung zerbricht

Dabei hatte es bis zum Pfingstwochenende durchaus noch Hoffnung für das Geldinstitut in der südspanischen Stadt Córdoba gegeben. Die CajaSur sollte sich zusammenschließen mit der Unicaja (Málaga), der größten Sparkasse in Spaniens bevölkerungsreichster Region Andalusien. Die Fusion war so gut wie unter Dach und Fach gewesen, aber die Kirchenmänner um Gómez Sierra ließen das Vorhaben im letzten Augenblick platzen. Die spanische Zentralbank intervenierte, setzte den Vorstand ab und stellte die Sparkasse unter ihre Aufsicht. Der Wirbel um die CajaSur drückte am Montag auch auf die Aktienkurse an den europäischen Börsen. (Die Schuldenkrise tobt weiter. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Geld vor einem drohenden Crash schützen)

"Selbstmord nach allen Regeln der Kunst"

Die Entscheidung der kirchlichen Manager, die Sparkasse lieber auf Grund laufen zu lassen als einer Fusion zuzustimmen, stieß in der spanischen Finanzwelt auf Empörung und Unverständnis. "Das war ein Selbstmord nach allen Regeln der Kunst", urteilte die Wirtschaftszeitung "Expansión". "Man könnte auch von einem Harakiri sprechen." Der konservative Politiker und bisherige CajaSur-Vizepräsident Juan Ojeda kommentierte: "Die Priester agierten wie ein verschmähter Liebhaber, der seine Freundin umbringt nach dem Motto: Du gehörst entweder mir oder niemandem."

Kirche gegen Fusion mit Sozialisten

Die Kirchenmänner begründeten ihr Veto gegen eine Fusion damit, dass der Zusammenschluss einen Abbau von Arbeitsplätzen bedeutet hätte. Dieses Argument konnte in Spanien jedoch niemanden überzeugen, denn die Zukunft der 3100 Angestellten und 475 Filialen ist nun noch unsicherer als zuvor. Vielmehr hatten die Geistlichen sich mit einer Fusion von Anfang an nicht anfreunden können. Die größere Unicaja steht nämlich unter dem Einfluss der sozialistischen Regionalregierung von Andalusien. Für die Geistlichen hätte eine Fusion bedeutet, dass sie ihre Sparkasse den "Roten" vermacht hätten.

CajaSur läuft in die Immobilien-Falle

Zur Rettung der CajaSur wurden aus dem Fonds der spanischen Banken 520 Millionen Euro in die Sparkasse gepumpt. Laut "Expansión" könnte der Finanzbedarf sich auf insgesamt 2,7 Milliarden Euro belaufen. Die Sparkasse hatte große Summen in die Bauwirtschaft gesteckt und muss nach dem Ende des Baubooms nun um ihre Darlehen bangen. Selbst im vorigen Jahr, als die Krise längst begonnen hatte, gewährte sie Immobilienfirmen noch Millionen-Kredite. (Droht auch in Deutschland ein Immobilien-Kollaps? Lesen Sie hier, wie der Immobilien-Markt in Deutschland aussieht).

Kleine Kreditinstitute im Griff der Politik

Die Sparkassen gelten als eine Schwachstelle im spanischen Bankensystem. Die Branche ist in mehr als 50 kleine Geldinstitute aufgesplittert. Seit Jahren verlangen die Experten, die Zahl der Sparkassen durch Fusionen auf weniger als die Hälfte zu reduzieren. Dies scheiterte in vielen Fällen aber daran, dass bei den Sparkassen lokale Politik-Größen den Ton angeben, die ihren Einfluss auf die Geldinstitute nicht verlieren wollen.

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