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Super-Notenbank warnt vor zweiter Finanzkrise


Finanzkrise  

"Notenbank der Notenbanken" warnt vor zweiter Finanzkrise

29.06.2010, 14:13 Uhr | dpa, apn, dapd, dpa

Super-Notenbank warnt vor zweiter Finanzkrise. Die "Notenbank der Notenbanken" warnt vor einer Neuauflage der Finanzkrise (Foto: dpa)

Die "Notenbank der Notenbanken" warnt vor einer Neuauflage der Finanzkrise (Foto: dpa)

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) befürchtet angesichts der ausufernden Staatsverschuldung eine neuerliche Finanzmarktkrise. Schon ein kleines Schockereignis könnte "eine Wiederholung der Ereignisse auslösen, die wir Ende 2008 und Anfang 2009 erlebt haben", heißt es im veröffentlichten Jahresbericht der BIZ, einem Zusammenschluss der größten Zentralbanken weltweit.

Während damals die Regierungen einsprangen, um wankende Banken mit Steuergeldern zu stützen, gäbe es bei einer neuerlichen Krise kaum noch Spielraum für solche Rettungsaktionen, warnt die BIZ. Überdies seien die Leitzinsen im Euroraum und vielen Staaten bereits so niedrig, dass auch die Zentralbanken kaum noch Möglichkeiten hätten, mehr Geld in die Märkte zu pumpen.

Nur strenge Vorschriften können helfen

Um die Anhäufung neuer Risiken in den Bilanzen der Banken zu verhindern, empfiehlt die BIZ striktere Eigenkapitalvorschriften. Zur Einführung einer Bankenabgabe äußert sich die "Zentralbank der Zentralbanken" skeptisch: Mit einer Besteuerung der Bankgewinne könnten zwar "theoretisch dieselben Ziele erreicht werden" wie mit strikten Eigenkapitalvorschriften, eine steuerliche Lösung sei aber sehr kompliziert. Die Finanz-Aktien reagierten am Dienstag mit fallenden Kursen (siehe aktueller Marktbericht).

BIZ rät zu weiterem Schuldenabbau

Des Weiteren gib es zum Abbau der hohen Staatsschulden nach Ansicht der BIZ keine Alternative. "Die Staatsverschuldung hat in vielen Industrieländern ein nicht mehr tragbares Niveau erreicht", heißt Jahresbericht. Kritikern der Spaßmaßnahmen europäischer Staaten, darunter etwa US-Präsident Barak Obama, hält die BIZ vor, dass entsprechende Maßnahmen zwar kurzfristig zu Wachstumseinbußen führen könnten. "Doch die Alternative - ein plötzlicher Vertrauensverlust an den Märkten - wäre weit schlimmer."

Ohne Wandel droht das Chaos

Nach Auffassung der weltweit obersten Bank hätte ein Programm zur Haushaltskonsolidierung, das die Defizite über mehrere Jahre um etliche Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken würde, beträchtliche Vorteile. Dazu gehörten niedrige und stabile langfristige Zinssätze, ein weniger anfälliges Finanzsystem und schließlich positivere Aussichten für die Investitionstätigkeit und das langfristige Wirtschaftswachstum. "Die erste und unmittelbarste Herausforderung besteht darin, dass die fortgeschrittenen Volkswirtschaften die Verringerung ihrer Haushaltsdefizite überzeugend in Angriff nehmen", sagte BIZ-Generaldirektor Jaime Caruana. Hinzu müsse eine Stärkung der Bilanzen und der notwendigen Wandel der Verhaltensmuster im Finanzsektor kommen.

Derartige Warnungen wie nun von der BIZ sollten ernst genommen werden. Bereits etwa eineinhalb Jahre vor der großen Finanzkrise ab dem Jahr 2008 warnten die Fachleute des Weltwirtschaftsfonds IWF vor dem Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarkts - mit seinerzeit unabsehbaren Folgen auf die Finanzmärkte.

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