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Preisabsprachen: Neuer Verdacht gegen Lebensmittelhändler


Kartellamt  

Preisabsprachen: Neuer Verdacht gegen Lebensmittelhändler

02.07.2010, 09:52 Uhr | apn, dapd, t-online.de

Preisabsprachen: Neuer Verdacht gegen Lebensmittelhändler. Einkauf im Supermarkt: Bundeskartellamt untersucht Preisabsprachen (Foto: Archiv)

Einkauf im Supermarkt: Bundeskartellamt untersucht Preisabsprachen (Foto: Archiv)

Das Bundeskartellamt hat offenbar neue Hinweise auf verbotene Preisabsprachen im deutschen Einzelhandel. Der Sprecher der Wettbewerbsbehörde, Kay Weidner, sagte, es gebe interne Überlegungen, die bereits zum Jahresanfang eingeleiten Ermittlungen wegen möglicher Preisabsprachen bei Süßwaren, Kaffee und Tiernahrung auf weitere Produktgruppen auszuweiten. Durch die Kungeleien könnten Millionen von Verbrauchern geschädigt worden sein. Das Kartellamt hatte bereits im Januar in einer großangelegten Razzia Geschäftsräume von elf deutschen Einzelhandelsunternehmen und vier Markenartikelherstellern durchsucht - darunter auch Büros der Handelsketten Edeka, Rewe und Metro. Dabei waren große Mengen von Unterlagen sichergestellt worden.

Das "Handelsblatt" berichtete, die damals sichergestellten Daten zeigten, dass der Kartellsumpf viel größer sei als ursprünglich angenommen. Die Behörde glaube nun, dass es in der Konsumgüterbranche jahrelang ein ganzes Netz von Preisabsprachen gegeben habe. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DAPD sollen auch einige Unternehmen mit dem Kartellamt kooperiert und damit die Ermittlungen vorangebracht haben.

Dreistellige Millionenbußgelder drohen

Erhärtet sich der Verdacht der Wettbewerbshüter, drohen den Handelsfirmen nach Experteneinschätzung Bußgelder im unteren dreistelligen Millionenbereich, wie das "Handelsblatt" berichtete. Allerdings ist mit einem schnellen Abschluss der Verfahren wohl nicht zu rechnen. Kartellamtssprecher Weidner betonte, die Auswertung der sichergestellten Daten werde noch geraume Zeit dauern.

Der Verdacht des Kartellamts: Die Markenartikelhersteller sollen sich mit den Händlern über die Gestaltung der Endverbraucherpreise abgestimmt haben. Dies wäre der Wettbewerbsbehörde zufolge ebenso verboten wie etwa Herstellerkartelle. Dabei ging der Druck laut Zeitung häufig von den großen Einzelhändlern aus. Sie drohten demnach ihren Lieferanten mit dem Rauswurf, falls sie Rotstiftaktionen bei konkurrierenden Supermärkten nicht in den Griff bekämen. Daraufhin sollen Markenartikler bei Preisbrechern höhere Verkaufspreise angemahnt haben.

Zuletzt Strafen gegen Kaffeehersteller verhängt

"Wir konzentrieren uns in diesem Verfahren auf klare Kartellrechtsverstöße und nicht auf sogenannte Graubereiche", zitierte das Blatt Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Das Bundeskartellamt nimmt in jüngster Zeit verstärkt die Konsumgüterbranche ins Visier. Erst kurz vor Weihnachten verhängte die Behörde gegen die drei großen Kaffeeröster Tchibo, Melitta und Dallmayr sowie sechs Mitarbeiter wegen wettbewerbswidriger Preisabsprachen Geldbußen von zusammen 159,5 Millionen Euro. Die Unternehmen sollen zulasten der Verbraucher Preiserhöhungen bei Filterkaffee, Espresso und Kaffeepads abgesprochen haben.

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